special:

THE LAST DANCE / NEON DREAM
26.09.2003, Bochum "Zwischenfall"

The Last Dance Eines der besten Clubkonzerte, denen ich seit langem beiwohnen durfte, fand am 26. September im legendären "Zwischenfall" in Bochum statt. THE LAST DANCE hatten zum Auftakt ihrer kurzen Euorpatour geladen, im Gepäck das neue Album "Whispers In Rage". Verstärkt mit Drummer Stevyn Grey, der in der Vergangenheit unter anderem mit Mephisto Waltz gearbietet hat, boten die nach dem Tod von "Lucky" Ivan Dominguez verbliebenen Jeff Diehm, Rick Joyce und Peter J. Gorritz eines jener Konzerte, die unter die Haut gehen und die nur in der Intimität eines kleinen Clubs in dieser Intensität stattfinden.


The Last DanceSänger Jeff Diehm, ein glänzender Frontmann, verstand es immer wieder auf die Fans zuzugehen und sie in die Show miteinzubeziehen, ganz zu schweigen von seiner wirklich erstklassigen Gesangsleistung. Bassist Peter J. Gorritz fegte über die Bühne und legte zusammen mit Stevyn Grey ein solides Rhythmusfundament, während Gitarrist Rick Joyce durch sein prägnantes Gitarrenspiel den ruhenden Pol von THE LAST DANCE markierte.

The Last DanceDass THE LAST DANCE musikalisch nur selten das Klischee einer live auftretenden Goth-Kombo, versunken in Schwaden künstlichen Nebels, bewegungs- und scheinbar teilnahmslos, erfüllen, macht den besonderen Reiz der Band aus, denn das Trio agiert voller Spielfreude und Enthusiamus, kommuniziert mit dem Publikum, indem es auf aufmunternde Zwischenrufe aus dem Publikum eingeht und zählt somit fraglos zu den sympathischsten Bands der Goth-Szene. Wenn der Tod von Drummer Ivan Dominguez, so man dies überhaupt aus solch einem Blickwinkel heraus betrachten kann, etwas Positives bewirkt hat, dann die Tatsache, dass THE LAST DANCE als Band noch näher zusammengerückt sind und ihre Shows als Tribut an einen verstehen, der viel zu früh von uns gegangen ist. Viel umjubelt wurde natürlich "Do You Believe In Angels", der THE LAST DANCE-Hymne überhaupt, bei der die Gedanken bei vielen der zahlreich vertretenen Fans fraglos bei "Lucky" Ivan waren. Doch auch die Oingo Boingo-Coverversion "Dead Man´s Party", "Terribly When" oder "Voices" wurden viel umjubelt und verursachten mehr als einmal wohlige Gänsehautgefühle. Vergleicht man die Intensität dieser Show The Last Dancevon THE LAST DANCE mit den ersten europäischen Clubshows der The Crüxshadows, zu denen man im übrigen ein sehr freundschaftliches Verhältnis pflegt, dann steht die Band in Europa endlich kurz vor ihrem mehr als verdienten Durchbruch. Dies war einer jener Konzertabende, von denen man in zig Jahren noch seinen Enkeln vorschwärmt. Ganz grosses Konzert einer noch viel grösseren Band.

Eingeläutet wurde der Abend durch die Münsteraner NEON DREAM, die live deutlich kantiger klangen als auf ihrer CD "Anodyne", und die ihre Position als Support-Act für sich zu nutzen wussten. Wie auch schon auf CD besitzen NEON DREAM ihre eigentlichen Stärken bei balladesken und teils episch anmutenden Songs, wobei man am recht statischen Stageacting sicherlich noch etwas feilen müsste. Musikalisch jedoch überzeugte das Quintett mit einer ansprechenden Leistung.




Bericht + Fotos: Michael Kuhlen (OBLIVEON) für GothicWorld


Review: THE LAST DANCE "Whispers In Rage"

www.msth.org/maschinensturm2003