CD-REVIEWS:

Sepulchre Rose    MIDNIGHT CONFIGURATION:
"Sepulchre Rose"
CD (Nightbreed Rec.)

Midnight ConfigurationMit "Sepulchre Rose" veröffentlichen die englische Gothic-Formation MIDNIGHT CONFIGURATION ihr mittlerweile 5. Album. So handelt es sich bei dieser Band also um kein unbeschriebenes Blatt mehr, gleichwohl viele lediglich den Namen kennen, ohne zu wissen, welche Musik sich eigentlich dahinter verbirgt.

Selbst beschreiben MIDNIGHT CONFIGURATION ihren Sound als "Black Industrial" und "Electro Goth", was die Musik eigentlich schon ganz gut beschreibt und den etwas ungewöhnlich anmutenden Mix verschiedener Stile deutlich macht. Kombiniert werden treibende elektronische Beats, die teilweise schon recht technoid klingen, etwas sphärische und finstere Keyboardflächen, recht trashige Gitarren und ein paar eingestreute Samples, die vornehmlich aus dem Horrorgenre stammen. Besonders prägnant ist die extrem tiefe und dunkle Stimme des Sängers Trev Bamford, die manchmal fast an grunzende Death Metal Stimmen erinnert, aber ohne völlig unverständlich und breiig zu klingen. Sicherlich nicht jedermanns Sache, aber auf alle Fälle ein Unikat. Seit dem ersten Album "The Kissing Skull" hat sich Trevs Stimme aber stetig entwickelt, was nun bei "Sepulchre Rose" zum Tragen kommt. Ergänzt wird der männliche Gesang von der lieblichen Stimme Jem Jenkins, die zusammen mit Trev eine Art "Heaven & Hell" Gesang ganz eigener Prägung bildet, was leider auf den letzten zwei Alben fehlte und nun dem aktuellen Longplayer wieder einen besonderen Charme verleiht.

Der Sound von MC ergibt sich aus der kraftvollen Mischung der einzelnen Elemente, der insgesamt sehr dicht und unheilvoll wirkt, gleichzeitig aber durch den vorantreibenden Beat stetig nach vorne und durch die eingängigen Melodien ins Blut (oder in die Beine) geht. Sicherlich eignen sich einige Lieder auch für die Tanzfläche, wobei vielleicht "Forever", "Rebirth" oder "Resident Evil" hervorzuheben sind.

Midnight ConfigurationAuch wenn die Musik noch so dunkel klingt und dies auch in den Texten zum Ausdruck gebracht werden soll, vergessen MIDNIGHT CONFIGURATION nicht, alles mit ein wenig Humor zu nehmen. So fragt man sich schon, was dieses Madonna Cover "Into The Groove" soll, oder warum man plötzlich bei "Lonesome" Country-Western-Klänge hört. Naja, jedenfalls erhält spätestens damit die Platte ihre nötige Abwechslung.

Sind MIDNIGHT CONFIGURATION auch bekannt für ihren Bezug zur Fetish-Szene, der sich gerade in ihrer visuellen Präsentation zeigte, vermisse ich dies ein wenig bei der neuen Platte, dessen Booklet recht bescheiden und auch ohne Texte daherkommt.

Alles in allem ein rundes Album, welches sich jeder der dunklen, aber kraftvollen Electro Goth mag,
anhören oder sogar zulegen sollte.


Silvio Wolff für GOTHICWORLD


Tracklist:
01. (Intro): Who Are we? Part 1."Disco At the End Of The Earth"
02. Metaphysical
03. Forever
04. Into The Groove
05. Rebirth
06. Tragic Venus
07. Back To the Shadows
08. Rebirth (Club Mix)
09. Lonesome Part 2. "Riders Of Darkness Upon The Sea"
10. Resident Evil
11. Frozen June
12. Heart Aflame
13. Total Black
14. Man Of Steel


www.midnightconfiguration.com