CD-REVIEWS:
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LETHARGY:
"In-Macula" CD (Black Flames)
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Das nennt man "multikulturell". Ein Duo das aus
Spanien kommt, in englisch singt und über ein polnisches Label nun auf den
deutschen Markt drängt... Alles verstanden?
LETHARGY kommen
nämlich aus Spanien, haben aber mit Ricky Martin oder Enrique Iglesias zum
Glück soviel zu tun, wie Salvador Dali mit deutschen Touristen an der
Costa Del Sol.
Mayte Cruz und Julio Tomé machen
elektronische Musik. Die herrlich entspannt zwischen harten Samples, chilligen
Rhythmen und eher unterkühlten Melodien hin und her schwingt. Könnte
man bei den ersten Stücke nach geneigt sein, sie in die Ecke "klingt wie
Anne Clarke" abzustellen, da gesprochene weibliche Stimme, so entfaltet
Sängerin Mayte nach und nach fast Soulqualitäten, mit ihrer sehr
weichen und eher tieferen Stimme, die eine seltsame Erotik in die Tracks
einbringt. Soul nicht im Sinne des gleichnamigen Musikstils, sondern in der
wortwörtlichen Übersetzung. Gebrochen verspielt, flüsternd,
lockend, verführend aber immer ein wenig distanziert klingend, was die
erotische Wirkung aber noch umso mehr erhöht. So vermischen Lethargy
kalte, industrielle Soundstrukturen, coole Sequencer, tanzbare Rhythmen und
filigrane Syntheziserarrangements, mit einer sehr angenehmen Stimme, die ob
gesprochen oder gesungen, einen Hauch, aber wirklich nur einen Hauch Wärme
in die ansonsten eher kalte Atmosphäre bringt. So als würde man
während des Winters kurz über die Haut pusten, es reicht um die
Härchen aufzurichten, aber von Wärme kann keine Rede sein.
Interessant sind auch die englischen Lyriks der beiden Spanier, so
lassen sie sich unter anderem von Douglas Coupland und George Orwell
inspirieren. Nicht ganz so mein Fall ist die Coverversion des
BAUHAUS-Klassikers "Shes in Parties" aber darüber kann man getrost
hinwegsehen. Wenn man sich ansonsten eher entspannt, ohne Anstrengungen zu den
elektronischen Klängen von LETHARGY und ihrer einschmeichelnden
Sängerin, in einer Diskothek irgendwo in den Betonblöcken von Madrid
bewegt. Vielleicht ist es ja auch nur die Klimaanlage, welche die Luft so kalt
macht. Auf jeden Fall bietet Spanien mehr, als Sonne, Palmen und
Sangriageschwängerte Touristen.
Thomas Sabottka für
GOTHICWORLD
Tracklist: 01 - The Golden
Light 02 - Future Times 03 - Rcycle 04 - Emotion 05 - Desert
06 - Rain Drops 07 - Nothing To Hide 08 - Nocturnal Frequencies
09 - Shes In Parties 10 - By Yourself 11 - Alquimid 12 - Macula
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