CD-REVIEWS:

Trough the Ashes of Empires    MACHINE HEAD
"Trough the Ashes of Empires"
CD (Roadrunner Records)

Machine HeadMACHINE HEAD sind die letzten wirklich Überlebenden der Anfang/Mitte der 90ger mit Urgewalt hereinbrechenden BayArea/Thrash Metal Welle, die genauso schnell verebbte, wie sich die Band immer gegen diese plakative Vereinfachung Ihres Stils gewehrt hat. MACHINE HEAD haben eine harte Zeit hinter sich.

Alles begann als nach dem Mega-Hammer Debut Album "Burn my eyes", als das Nachfolgealbum "The more things change" mittelmäßig ausfiel und floppte. Dann der Ärger mit Ex-Gitarrist Logan Mader, danach Ärger mit teilen der riesigen Fanbase aufgrund des doch sehr NuMetal lastigen "The Burning Red" Albums, was alles schließlich in dem wenig akzeptierten/erfolgreichen "Supercharger" Album mündete und mit einem erneuten Bandmemberverlust, namentlich Ashrue Luster, endete. Aber MACHINE HEAD wären nicht Sie selbst, wenn Sie nicht immer wieder aufgestanden wären. Und so besitzt das neue Album "Trough the Ashes of Empires" einen ganz eigenen Charakter eines Phoenix aus der, gemäß Albumtitel, Asche.

Wirken tut das Album vor allem dann, wenn man sich mit der Vorgeschichte der Band vorher etwas beschäftigt hat und versteht wieso "TTAOE" so klingt wie es klingt. Nämlich verdammt kompakt und durchgehend mit einem hohen Lockerheitsfaktor ausgestattet. Kein Song klingt wie der Andere und kein Song klingt irgendwie dahingehend konzeptioniert, das auch ja alle Crazy-Kids ordentlich "Jumpen Jumpen" können. Nein, "Trough the Ashes of Empires" ist die Abwendung von all dem und ein verdammt gutes Album, das vor allem eins braucht: Zeit!

Und vor allem eines ist: Back to the Roots! Anstatt 3 Minütiger austauschbaren "I´m so fucking Heavy Metal Yeah!" Titeln, gibt es jetzt 7, teilweise sogar 8 Minütige Bollwerke die den typischen Dampfwalzen-Groove vermehrt mit nachdenklichen, fast sensibel, ruhigen Parts geschickt vermischen und dabei volle Aufmerksamkeit verlangen. Allein um die erstaunliche vielschichtigkeit der Songs, teilweise sind es irgendwie fast 3 Songs in einem, und vor allem die schmerhaft offenen Lyriks Robert Flynn´s auf sich wirken zu lassen.

Der früheren "F*** Euch alle" Aussage ist ein nachdenklicher und ernsthafterer Robert Flynn entstiegen, der mittlerweile z.B. fast unangenehm (weil unbequem?) offen über den Schmerz und Trauer seiner Freigabe zur Adoption in Kindesalter singt, so geschehen in "Left Unfinished". Er versinkt dabei aber nicht in depressives Gekreische wie andere Musikerkollegen, sondern geht einfach, stärker denn jeh, seinen Weg und klingt wieder so roh und kraftvoll wie zu Anfangszeiten. Gerade dies war ein Kritikpunkt der letzten Alben, als Rob das Rappen entdeckte...

Ich halte zwar nichts davon sich in vorhandene Jubelstürme der breiten Presse-Masse einzureihen, aber bei "Trough the Ashes of Empires" muß ich mich geschlagen geben. Volle Punktzahl für MACHINE HEAD Anno 2003!


Alexander Treder für GOTHICWORLD


Tracklist:

01. Imperium
02. Bite The Bullet
03. Left Unfinished
04. Elegy
05. In The Presence Of My Enemies
06. Days Turn Blue To Gray
07. Vim
08. All Falls Down
09. Wipe The Tears
10. Descend The Shades Of Night


www.machinehead1.com