CD-REVIEWS:

Prey    TIAMAT "Prey"
CD (Century Media)

TiamatZugegeben, TIAMAT haben seit "Wildhoney" einen schweren Stand bei mir. Und Mastermind Johan Edlund macht es einem auch nicht sehr leicht. Es ist sicher nicht Fair TIAMAT gegenüber, aber Sie tragen wie viele andere nun einfach ebenfalls die Bürde, einen musikalischen Meilenstein vollbracht zu haben, an dem zukünftiges irgendwie immer gemessen sein wird. Schlug doch damals "Wildhoney" nicht nur bei mir ein wie eine Bombe und machte TIAMAT über nacht berühmt. Dieses Album ist heute noch Richtungsweisend.

Schließlich begann Johan seine seltsame Reise ins Unterbewußtsein und schuf mit "A deeper Kind of Slumber" ein seltsames, beruhigendes Album, das gleichzeit viel (zu viel?) Zeit vom Hörer verlangte. Danach schienen TIAMAT Geschichte zu sein, um schließlich mit "Skeleton Skeletron" und "Judas Christ" zwei gute Alben einzuspielen, die wieder etwas mehr Biss und Rock hatten. "Prey" ist nun die konsequente Weiterverwendung der Stärken (und Schwächen) der Vorgängeralben. Doch ist die Platte wirklich so, wie es der PR-Text auf der Rückseite der Promo glauben machen will: "A summary of 'Wildhoney', 'A Deeper Kind Of Slumber', 'Skeleton Skeletron' and 'Judas Christ' - it is that, but always one step ahead"? Ist es das wirklich?

Nun, wenn man "Wildhoney" und "A Depper..." mit heranziehen will, dann ist "Prey" es sicher nicht. Durchaus geschickt vermischt die Band um Mastermind Johan Edlund die ruhigeren Passagen die man aus "Judas Christ" kannte mit den knackigen, Catchy-Riffs die "Skeleton Skeletron" prägten. Songs wie "Light In Extension" wird auch nach dem 3 Hören nicht Langweiligen und dudeln flott und frisch daher. Danaben scheint Mr. Edlund die singende Weiblichkeit für sich entdeckt zu haben, denn die Frauengesangs- und Duett-Quote ist auf "Prey" deutlich höher. "Divided" und "Carry Your Cross And I'll Carry Mine" ragen durch dieses Wechselspiel der glasklaren hohen Stimme und der tiefen und sanften Stimme von Mr. Edlund deutlich heraus.

Leider hört es da für mich (ganz subjektiv!) auch auf, etwas neues, inspirierendes an "Prey" zu finden. Man kann es drehen wie man will, TIAMAT stagnieren nun schon seit 3 Alben. Sicher, man kann es auch als "bodenständig" oder "konsequent" bezeichnen. Aber von einer Band wie TIAMAT, die einst Meilensteine an Innovation setzten, ist die Erwartungshaltung eine (vielleicht unfairerweise...) Andere. Das Korsett mit dem schwammigen Namen "Goth-Rock" ist eindeutig zu eng für TIAMAT, daran ändert "Prey" leider auch nichts.


Alexander Treder für GOTHICWORLD


Tracklist:

01. Cain
02. Ten Thousand Tentacles
03. Wings of Heaven
04. Love in Chains
05. Divided
06. Carry Your Cross and I'll Carry mine
07. Triple Cross
08. Light in Extension
09. Prey
10. The Garden of Heathen
11. Clovenhoof
12. Nihil
13. The Pentagram


www.churchoftiamat.com