CD-REVIEWS:

Mariage en Noir    CORNIX MALEDICTUM: "Mariage en Noir"
CD (VenusRecords)

Cornix MaledictumMittelalterlich gesprochen: Dyser Silberlyng ist eyn wahrer Schatz!
Nach ihrem Erstling "…verdammt in alle Ewigkeit" schlägt die zweite Scheibe von CORNIX MALEDICTUM "Mariage en Noir" wie ein Paukenschlag in das Genre der Medival-Musik und wird sofort das Referenzalbum an dem sich andere messen müssen.

Ardor vom Venushügel (Gesang, Dudelsäcke, Schalmeien, Laute) ist der Chef des Duos CORNIX MALEDICTUM und zudem Mitglied bei CORVUS CORAX. Steffen der Lautenschläger, zuständig fürs Schlagwerk, ist die zweite, gleichwertige Hälfte. Live werden sie unterstützt von der Zunge. Im Zeichen der Krähe verstehen es die Jungs genial aus der Schwemme mittelalterlicher Musik hervorzustechen indem sie Konventionen brechen.

Humorvoll eingeleitet durch "Time Warp", einem Sample, das an alte Zeitreisefilme erinnert, befindet man sich augenblicklich im Rausch der Musik und allem, was sie besonders und überraschend macht. Allein das urwüchsige Schlagwerk und der Klang der Schalmeien und Dudelsäcke tragen die Musik, machen sie authentisch und kraftvoll. Diese Instrumentierung in "Mariage en Noir" gibt den Rahmen vor, indem sich CORNIX MALEDICTUM vortrefflich austoben. Die Trommeln klingen nicht, wie in anderen Studioproduktionen, abgehackt und leer - voll und mit kräftigem Nachhall dominieren sie den Rhythmus. Schalmeien begleiten wild und verspielt, geben der Wucht die Würze. Die gelungene Übertragung von Live-Atmosphäre ins heimische Wohnzimmer.

Die zweite Überraschung folgt mit "SKA-tjuscha", der kongenialen Umsetzung einer russischen Volksweise. Mittelalterlich instrumentiert und im flotten Ska-Rhythmus gehalten wirkt das Stück modern und schafft damit eine Symbiose, die ganz und gar nicht künstlich wirkt. Dieser Brückenschlag zwischen Altem und Neuem gelingt ihnen auch bei angeswingten Melodien und von beiden Seiten tragen sie nur das Beste zusammen: frische Tempiwechsel ("Ardorgy"), moderne durchaus rockige Trommelpassagen ("Vingedanz") und den Klanggemälde alter Zeiten ("Stella Splendens" mit Special Guest Nikolai de Treskow und Schwester).

Eine weitere Besonderheit ist die Stimmung. Trotz der verschiedenen Einflüsse wirkt das Werk rund und satt. Furios und wild (brachial - so die treffende Eigenwerbung) auf der einen Seite, dunkel und bedrohlich auf der anderen und dann wieder sanft, fast lieblich. Düsterer Hammer ist "Der Hexer" - so überdüster, so unterirdisch schön. Gänsehautfaktor garantiert.

Nicht nur Minnesänger, Rollenspieler, Gotenfräulein und Freunde schneller Musik werden bei CORNIX MALEDICTUM fündig und aufs Beste bedient auch die düstersten Brüder und Schwestern erhalten Musik mit dem Prädikat "besonders wertvoll"!

In Kürze folgt ein Interview mit Ardor vom Venushügel und CORNIX MALEDICTUM - ich werde einen Teufel tun mich vom Fluch der Krähe (so der Bandname in der hier ansässigen Sprache) zu befreien.


Daniel "Bela" Bartsch für GOTHICWORLD


Tracklist:
01. Time Warp
02. Mariage en Noir
03. Ardorgyn
04. SKA-tjuscha
05. Floret Silva
06. Vive la Coneja
07. Der Hexer
08. Stella Splendens
09. Vingedanz
10. Mis Diosa


www.cornix-maledictum.de