special:
DREAM THEATER 26.01.04 - Frankfurt, Jahrhunderthalle
Ein Abend mit DREAM THEATER : keine Vorgruppe und 3 Stunden
reine Spielzeit des Hauptacts, unterbrochen nur von einer 15-minütigen
Pause, die der Erholung aller Beteiligten dient. Seit dem 99er Album
"Scenes from a Memory" entwickelten Dream Theater ihre, auch bisher nicht
gerade leicht konsumierbare, Musik kontinuierlich weiter in Richtung eines
härteren Stils und noch komplexeren Songstrukturen. Dies wird gerade beim
aktuellen Album "Train of Thoughts" deutlich und bei der Tour ebenso konsequent
umgesetzt.
Das Konzert beginnt mit einem "Band History Video", das
einen kurzen Überblick über die bisherigen Schaffensperioden der
Prog-Metaller aus New York City gibt. Danach eröffnen DREAM THEATER
mit "As I am", dem Opener ihres aktuellen Albums, ihre Tour de Force. Es
folgt eine Darbietung der besonderen Art: hart, druckvoll, vor allem virtuos
und auf einem musikalischen Niveau, das manchmal schon beängstigend ist.
Bei dieser Band hat man es ohne Frage mit technisch brillianten Musikern zu
tun. Dabei wirken die Musik und die Gruppe aber nie distanziert oder
emotionslos. DREAM THEATER pflegen ihren momentanen Stil auch auf der
Bühne - aus dem mittlerweile umfangreichen Songkatalog werden neben dem
aktuellen, oft reichlich vertrackten, Material auch von den älteren Alben
meist die komplexeren Titel dargeboten. Wer auf etwas leichter
zugängliches bzw. bekannteres Material wie z.B. "Pull me under",
"Peruvian Skies" oder ruhigere Songs wie "Through her Eyes"
wartet, wird bei dieser Tour kaum bedient. "Caught in a Web" bietet
vertrautere Klänge, wie auch "Hollow Years". Das erhält aber
durch John Petrucci's opulentes Gitarren-Outro ebenfalls eine deutlich
härtere Gangart. Erst zur Zugabe gibt es mit "Metropolis Part I"
eine der "Hymnen" der Band.
DREAM THEATER
verlangen ihrem Publikum einiges ab - mit leicht konsumierbarer Massenware hat
dies überhaupt nichts zu tun. Aber welche Band bietet schon ein
dreistündiges Programm, das bei aller Perfektion auch Platz für
Improvisation und Spielfreude lässt? Den Fans in der gut gefüllten
Jahrhunderthalle hat es offensichtlich gefallen. Auch der Live Sound ließ
nichts zu wünschen übrig - laut, druckvoll, dabei aber immer klar und
strukturiert.
Ob man mit dieser Art von Musik nun etwas anfangen kann
oder nicht - eines zeigt auch dieses Konzert wieder: DREAM THEATER
biedern sich nirgends an und es geht ihnen nicht um Massenkompatibilität.
Diese Band geht einen konsequenten und wohl auch kompromisslosen Weg, bei dem
immer die Musik und die Kreativität dieser außergewöhnlichen
Musiker im Vordergrund steht. Gerade in Zeiten, in denen ständig neue
"Superstars" gesucht werden, bleibt hier nur das "Prädikat
wertvoll".
Set List: band history
video (intro tape) 01. As I Am 02. Beyond This Life (w/ extended improv
section) 03. Under a Glass Moon 04. Endless Sacrifice 05. Hollow
Years (w/ extended guitar solo) 06. Caught in a Web (w/ Zappa breakdown and
drum solo) 07. The Great Debate 08. Finally Free ~~~intermission~~~
09. This Dying Soul 10. To Live Forever (w/ extended improv jam)
11. The Ones Who Help to Set the Sun 12. Vacant 13. Stream of
Consciousness 14. In the Name of God ~~~encore~~~ 15. Metropolis
part 1
Dirk Kania
für GOTHICWORLD
Fotos aus dem Livearchiv www.dreamtheater.net |