special:

POISONBLACK, PASSANGER,
MOONSPELL und LACUNA COIL

30.12.03, Köln, Live Music Hall

Was tut man nicht alles, wenn am Ende des Jahres das Ereignis schlechthin stattfindet? Da ist einem kein Weg zu weit, um mal gleich einige seiner Lieblingsbands auf einem Haufen zu sehen. So fuhr man zeitig und voller Vorfreude los, um bei der Ankunft erst mal das Kotzen zu kriegen. Dachte ich doch um 19 Uhr ziemlich pünktlich zu sein, aber leider musste ich erfahren, das der Einlass schon um 18 Uhr begonnen hatte. Ja klasse!

PoisonblackWäre nicht die Kilometerlange Schlange vor dem Eingang gewesen, (von Leuten, die auch dachten der Einlass ist um 19 Uhr)wäre ich auch noch rechtzeitig zu POISONBLACK drin gewesen. Aber so kam ich erst um 19.45 Uhr rein und meine Lieblingsband aus Finnland war schon ne Viertelstunde am Spielen. Schnell nach vorne durch kämpfen, um einen Blick auf den Gitarristen Ville Laihiala (SENTENCED) zu erhaschen. Tja, er sah ein bisschen gelangweilt aus der Gute, lag vielleicht an den eher mäßigen Beigeisterungsstürmen des Publikums. Obwohl Frontmann Juha-Pekka Leppäluoto (CHARON) wirklich sein Bestes gab, kann man nicht anders sagen. Aber anscheinend fehlt den Finnen bei uns wohl der Bekanntheitsgrad und so mussten Sie sich mit wenigem Applaus begnügen. Die Show war auf jeden Fall in Ordnung. Es wurde natürlich viel von dem einzigen Longplayer "Escapextacy" gespielt, aber sie gaben auch einen neuen Song zu Besten. Zum Schluss gab's dann noch ein Coverstück, nämlich "Say Just Words" von PARADISE LOST. Ja, dachte ich, so hört sich das Lied also mit richtigem Gesang an. Wirklich nicht schlecht. Da wohl etliche den Song kannten, kam auch mehr Begeisterung auf. Leider war danach auch Schluss und ich habe mich wirklich geärgert, dass ich zu spät gewesen bin. Die danach folgende Umbaupause nutzte ich dann auch, um mich erst mal aus lauter Frust zu besaufen.

MoonspellDie zweite Band an diesem Abend waren PASSANGER aus Schweden. Das Debütalbum hat mir auf Anhieb ganz gefallen. Trotzdem muss ich sagen, das die Band um IN FLAMES Sänger Anders Friedèn, live nicht so ganz überzeugen konnte. Zwar brachten Stücke wie " In Reverse" ordentlich Bewegung ins Publikum, aber ansonsten hatte ich das Gefühl das den Jungs von PASSANGER die nötige Lust gefehlt hat. Am Anfang nuschelte Anders noch irgendwas in seinen Bart, von wegen man dürfte ruhig ein bisschen tanzen, aber die meisten Leute hatten dies entweder nicht verstanden, oder fühlten sich einfach nicht angesprochen. Und wenn schon auf der Bühne nicht die Post abgeht, dann muss man nicht erwarten, dass der Funke auf die davor stehende Meute überspringt. Sie spielten auch nicht besonders lang, was aber wohl an den darauf folgenden Headlinern lag.

Mit MOONSPELL kam dann wohl die Combo, auf die die meisten diesen Abend gewartet hatten. Es wurde derbe voll vor der Bühne, als das Intro losging. Alles ziemlich mystisch angehaucht und es wurde ordentlich auf die Kacke gehauen. Fernando hatte die Fans vom ersten Song an gleich im Griff. Mit schon sieben eingespielten Alben, hatten Sie natürlich einiges an Stücken bieten. Mir wurde es von dem Moment an zuviel, als er seinen dämlichen Totenkopf- Stock hervorholte. Zuviel billige Show, zuviel Gegrunze und definitiv zu viele fremde Haare in meinem Mund. Das nahm ich dann zum Anlass, den Rest des Auftrittes an der Theke weiter zuverfolgen. Ich weiß nicht, wie lange Sie spielten, aber Sie spielten zu lange. MOONSPELL- Fans werden das zwar anders sehen, aber mir hat's gereicht. Uns so freute ich mich auf die nachfolgende Band LACUNA COIL aus Italien.

Lacuna CoilDa bekamen dann auch mal die Männer was zu gucken. Sie ist ja auch wirklich ganz niedlich die kleine Cristina. Und singen kann Sie auch noch, obwohl man da wohl auch noch ein bisschen nachgeholfen hat, denn es war ziemlich viel Hall in Ihrer Stimme. Zweitsänger Andrea Ferro hatte sichtlich Spaß am Auftritt und machte zwischendurch seine Mätzchen. Irgendwie muss man ja auch auf sich Aufmerksam machen, wenn man nur die zweite Geige spielt, denn Cristina hat definitiv mehr Gesangsparts. Ansonsten wirklich guter Auftritt. Es wurden von allen drei Alben Titel gespielt, selbst das italienische Stück "Senzafine" durfte nicht fehlen. Auch eher langsamere Stücke wie "Cold Heritage" wurden klasse dargeboten, kann man nicht meckern. Am Schluss kam dann der Song der im Moment bei VIVA rauf und runter läuft, nämlich "Heaven`s A Lie". War zu erwarten und es war auch das Lied, auf das wohl alle gewartet hatten. Cristina und Ferro gaben noch mal alles, um Ihre Fans glücklich zu machen. Leider spielten LACUNA COIL viel kürzer als MOONSPELL, was ich persönlich eine Schweinerei finde. Um Punkt 24 Uhr war dann auch Ende und Zapfenstreich und man wurde "nett und freundlich" von Ordnern gebeten, den Saal schnellstens zu verlassen.

Fazit: Es war schon ganz nett, was uns da von Century Media Bands geboten wurde. Auch über den Kartenpreis von 18 Euro kann man wirklich nicht meckern. Und die Jungs von POISONBLACK mischten sich nach Ihrem Auftritt unter die Menge und standen draußen vor den Toiletten und haben sich, wie sich dat für Finnen so gehört, tierisch einen gesoffen. Man kann es nicht anders sagen, aber die hatten wohl Ihren Spaß. Und ich auch!


Mariska Krüssel für GOTHICWORLD

Fotos von Claudia (www.vampster.com)
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http://www.vampster.com/gallery/show/index.php4?seriesid=04moo01