CD-REVIEWS:

The Deathship has a new Captain    THE VISION BLEAK
"The Deathship has a new Captain"
CD (Prophecy)

The Vision BleakMit einem fast einzigartigen Promotionaufwand, schickte PROPHECY noch vor ein paar Monaten die Maxi Single von The Vision Bleak ins Rennen. Die zwar nur zwei Titel enthielt, aber in Punkto Verpackung und vor allem auch Musik, eine sehr hohe Erwartungshaltung förderte. Nun erscheint das prophetisch mit "9 Songs of death, doom and horror" untertitelte Debüt und man spitzt die Ohren.

Um es vorweg zu nehmen: Das Rad erfinden The Vision Bleak nicht neu. Aber zumindest schaffen sie eine atmosphärische, dunkle CD, voller kleiner Perlen, opulenten, finsteren und bombastischen Gothicrock, der durchaus die Härte einer Metalproduktion erreicht. Da treffen schwere Pianoakorde auf elegische Streicher, hohe Frauenstimmen auf brettharte Gitarrenwände und hämmernde Drums, während der Gesang, eher zurückhalten, gepflegte Schwermut und leise Bösartigart erzeugt. Opernhaft, von fast wagnerischem Bombast und klassikhaften Satzaufbau, schwelgen die Herren Schwadorf & Konstanz hier in den dunklen Gefilden des Schreckens. Aber das ist nicht der kreischende, agressive Horor einer modernen Splatterproduktion. Mehr die wohlige Gänsehaut, alter, zerfledderter Bücher von H.P. LOVECRAFT oder E.A. POE. Wie auch auf der Vorab-Maxi wird dem Totenschiff aus "THE FOG" (Elizabeth Dane) genauso zelebriert, wie dem von LOVECRAFT so perfekt beschriebenen "Horror Of Antarctica", oder der mechanisierten Kälte FRITZ LANGS "Metropolis". GEORGE A. ROMEROS "Night OF The living Dead" wird genauso genüsslich, opulent, brachial und fast größenwahnsinnig dargestellt, wie das Schrecken verbreitende Gesicht des "Lone Night Rider".

Freuen wir uns also auf eine perfekte Inszenierung im kleinen Horrortheater, bei dem die einzelnen Stücke durch CHRISTOPHER LEES Synchronsprecher, mit kleinen Interludes perfekt verbunden sind. Man sich einer Art von Schauer und Schrecken hingibt, die vielleicht nicht ganz neu ist, aber immer noch genüsslich, wohlige Gänsehaut erzeugen kann. Vor allem aber eine Kraft und Gewalt erzeugt, wie der letze Satz aus E.A. POES unvollendetem Roman "The Adventures of Arthur Gordon Pym": "Meine Spur gezeichnet im Staub des Sandes, meine Rache geschlagen in den Stein der Felsen..."


Thomas Sabottka für THE GOTHICWORLD


Tracklist:
01 - A Shadow Arose
02 - The Night Of The Living Dead
03 - Wolfmoon
04 - Metropolis
05 - Elizabeth Dane
06 - Horror Of Antarctica
07 - The Lone Night Rider
08 - The Grand Devilry
09 - Deathship Symphony


www.prophecy.cd