interview:

UNHEILIG
" ...gerade diese Freiheit
würde ich mir auch von niemand mehr nehmen lassen."


UNHEILIGAuf seinem neuen Album "Zelluloid" gewährt uns Der Graf filmartig Einblick in sein Leben und seine Gedankenwelt. Bei soviel Offenbarung Grund genug also, da mal etwas genauer nachzuhaken und ihn zum "Rededuell" heraus zu fordern.

GW: Du begrüßt den Hörer im Intro mit "Willkommen in meinem Leben!" Etwas provokativ formuliert würde ich einfach mal sagen: Als Künstler, in diesem Fall Musiker, gibt es möglicherweise drei Gründe um dem Hörer etwas aus seinem Leben zu erzählen. Entweder man ist grenzenlos exhibitionistisch, es ist eine Art von Selbsttherapie oder man ist sogar der Meinung, dass man der Welt wirklich etwas mitzuteilen hat.

Der Graf: Ich denke es ist von allen Dreien etwas. Ganz ehrlich bin ich zwar auch ein kleiner Selbstdarsteller, vor allem auf der Bühne... die anderen Dinge, sind eine Art von Verarbeitung von Dingen, die ich in den letzten Jahren erlebt habe, die mir wieder in Erinnerung gekommen sind. Vor allem Dinge die sehr lange zurück liegen, die ich aus der heutigen Sicht viel lockerer sehe. Das dritte, dass man der Welt was sagen will? Nun, ich denke dass gerade wenn man von Dingen spricht, die man in der Vergangenheit erlebt hat, dass bei vielen doch gleich ist. Und der Hörer sich dann gerade auch in bestimmten Sachen wieder erkennt. So dass man auch den Weg zum Herzen des Hörers viel einfacher findet, weil er sich mit dem Gehörten einfacher identifizieren kann. Also schon von allen Dreien etwas!

GW: Es ist also auch schon so, dass der Film auf Zelluloid, dein Leben also, im Vergleich zu den anderen Alben viel persönlicher ist. Bei den anderen CDs hast du doch viel mehr mit religiösen Motiven und Metaphern gearbeitet.

Der Graf: Ja klar. Vor allem bei "Das zweite Gebot" war es natürlich die Bibel. Alle Songs auf dem Album waren an Geschichten aus der Bibel angelehnt. Es ist schon richtig. So ein persönliches Album wie es jetzt "Zelluloid" ist, gab es von mir noch nie. Im Grunde ist es aus einer Laune heraus entstanden. Ich habe einfach Songs geschrieben, und irgendwann gemerkt, dass sie alle etwas mit Dingen zu tun hatten, die ich selber erlebt hatte. So kam mir dann die Idee, die Songs ganz bewusst daran anzulehnen und habe noch mehr gegraben. Da kam dann sehr viel zu Tage, und plötzlich hatte ich 16 ganz persönliche Songs. Auf den anderen Alben waren auch schon immer persönliche Texte drauf. Gerade wenn es eine Ballade war, die ich für irgendjemand persönlich geschrieben hatte. Aber als ein komplettes Album ist dies schon dass Erste wo es durchgehend so persönlich ist.

Der GrafGW: Wie weit denkst Du, kann man als Künstler eigentlich mit diesem, nennen wir es mal "Seelenstriptease" gehen?

Der Graf: Puuuuh. Wie weit kann man gehen? Also ich würde auf jeden Fall nie irgendeinen Namen nennen! Wenn man sich jetzt über jemanden geärgert hat, oder enttäuscht worden ist... ich würde es auch nie nur auf eine bestimmte Person beziehen. So dass dann auch wirklich jeder weiß wer gemeint ist. So nicht. Das ist dann eine Sache die weiß ich, und ein paar Leute welche Hintergründe kennen. Wenn es um so persönliche Sachen geht, wie z.B. Abschied... Das Lied "Mein König" das habe ich für/über meinen Großvater geschrieben. Da war mir einfach danach. Und dann entscheide ich natürlich trotzdem, wie weit man denn damit geht. Solange wie es alles wahr ist, nicht an den Haaren herbeigezogen, muss man natürlich auch aufpassen. Das es nicht zu Gefühlsbetont ist. Wo da aber genau die Grenze ist, dass weiß man dann hinterher wenn das Stück fertig ist. Dann weiß man ob man zu weit gegangen ist, oder ob man nicht sogar noch Einen drauf setzen kann. Aber bisher hatte ich immer das Gefühl, es ist ok so wie es ist. Dann denke ich auch dass ich nicht zu weit gegangen bin. So eine ähnliche Nummer gab es auch schon auf "Phosphor" das Lied "Stark". Im Grunde der gleiche Tenor und ich hatte damals auch schon befürchtet damit zu weit zu gehen. Aber Gegenteil. Die Hörer fanden gerade dieses Lied gut und haben eben Momente darin wieder erkannt. Wenn man die Dinge einfach mal ausspricht, ohne große Umschreibungen, ich denke dass das doch manchmal recht gut ankommt.

GW: Wobei ja gerade auch deine Lyrik eher direkter ist, als die sonst in der "Gothicszene" so beliebten, weitschweifenden, am Ende aber Aussagelosen, weil zu interpretierbaren Metaphern ist.

Der Graf: Das war aber am Anfang auch nicht so. Da habe ich genau diese Metaphern verwendet. Aber ich denke ich habe mich da eben auch weiterentwickelt. Irgendwann hatte ich auch einfach keine Lust mehr ständig irgendwelche Wörter finden zu müssen, die jetzt besser klingen als dass, was man eigentlich sagen will. Dann ist es doch besser die Dinge frei heraus zu sagen. Wenn es passt. Es muss trotz alledem immer noch zur Musik klingen. Es muss rund sein. Irgendwann gehen einem auch einfach die Worte aus, wenn man ständig auf der Suche nach Worten ist, die es umschreiben. Dann doch lieber einfach ausdrücken was man sagen will und damit ein Bild aufbauen. Jedenfalls möchte ich diesen Weg in Zukunft weiter verfolgen.

GW: Hast du eigentlich mal Schwierigkeiten mit dieser direkten Art der Texte gehabt? So wie z.B. ASP die ja am Anfang auf Grund ihrer nicht so metaphorischen Texte ziemlich "angep..." worden sind.

Der Graf: Im Gegenteil. Ich habe es am Anfang gehasst, weil man mir z.B. bei "Phosphor" vorgeworfen hat, ich umschreibe zu viel. Die Texte sind damit zu einfach. Im Moment sieht es tatsächlich so aus, dass man mir sagt, die Texte seien besser und früher wäre es zu einfach gewesen. Obwohl ich finde dass das eine ganz normale Entwicklung ist. Ich meine aus reinen Geschmacksgründen... Irgendeiner wird immer was sagen. Gerade auch nach dem Weihnachtsalbum habe ich es mir abgewöhnt groß auf Kritiken oder Rezensionen zu achten. Wichtig ist für mich die Reaktion der Leute, die die Alben kaufen und auch zu den Konzerten kommen. Weil das sind die für die ich die Musik mache. Ich will mich auch einfach nicht verschrauben um gute Kritiken zu kriegen, weil dass würde sowieso nicht hinhauen. Weil man es eben nicht jedem Recht machen kann.

GW: Weil es dann ja auch nicht mehr ehrlich ist.

Der Graf: Jaaaa, genau! Das ist ja dann auch so ein Ding. Ich glaube darum versuchen es alle auch immer irgendwie zu umschreiben, Metaphern zu finden. Um damit diesen Punkt zu vermeiden wo man angreifbar ist. Damit mit man bloß nicht zu fassen ist. Worunter in meinen Augen aber einfach der Song leidet.

UNHEILIGGW: Das war auch mein Gedanke hinter meiner Frage, wie weit man denn gehen kann. Vor allem wenn man Musik/Kunst mehr aus den Gründen der "Selbsttherapie" macht. Als Künstler hat man dann einfach das Glück, dass man sich sehr weit öffnen kann, trotzdem aber nicht so sehr angreifbar ist, weil es eben eine Kunstform ist, als wenn man sich jetzt irgendwo in der Kneipe hinsetzt und sein Innerstes auspackt. Darum auch die Frage. Wenn man so ehrlich und persönlich ist, wie Du auf "Zelluloid" dann kann es ja auch schon wehtun.

Der Graf: Ja klar. Ich mache mir da natürlich auch schon meine Gedanken. Mir ist immer klar, wenn ich einen bestimmten Text so und so mache, dass ich damit auch angreifbar werde. Darum versuche ich zu vermeiden, dass es peinlich wird. Es tut natürlich auch weh, wenn es negative Kritik ist, aber für mich gehört dass inzwischen schon dazu.

GW: Trotz der starken persönlichen und direkten Komponente, die religiösen Motive, dass Spielen mit bestimmten Bildern ist aber auch bei "Zelluloid" immer noch mit drin.

Der Graf: Ja klar. Das ist einfach ein Teil von mir. Es ist jetzt halt nicht so dass ich extrem gläubig bin... ich glaube schon an Etwas, aber mein Glauben deckt sich nicht hundertprozentig mit irgendeiner Religion. Ich habe so für mich meinen eigenen Glauben. Ich glaube z.B. schon, dass wenn man nicht mehr auf der Erde rumläuft, dass man dann trotzdem irgendwo ist. Und dass auch Menschen die vor einem gestorben sind, irgendwo sind und ab und zu mal schauen wie es einem gerade geht. In diesen Dingen bin ich schon sehr extrem. Das ist für mich auch sehr wichtig, weil ich so mit vielen Sachen eher klar komme. Ich würde z.B. nie damit klar kommen, wenn jemand stirbt an dem man sehr gehangen hat, wenn man jetzt sagen würde, dass der für immer und ewig weg ist. Somit ist eine gewisse Form von Glauben und Religion bei mir immer vorhanden. Gerade auch der Song "Schutzengel" handelt ja von gar nichts anderem, als dass immer noch jemand da ist, der auf einen aufpasst.

GW: Wenn ich jetzt sage, "Spielen mit religiösen Motiven", meine ich aber auch, dass man schon merkt dass deine Haltung eher kritisch ist. Und nicht die Anhängerschaft irgendeiner bestimmten religiösen Gemeinschaft. Vor allem habe ich bei "Zelluloid" den Eindruck der wichtigste Gedanke, der eigentlich in allen Songs auftaucht, ist so eine Art von Verteidigung von Individualität und persönlicher Freiheit. Was sich mit den meisten Religionen ja nicht unbedingt deckt.

Der GrafDer Graf: Ja, super dass du das so gesehen hast. Das ist einer von den Punkten der mir total wichtig ist. Auch gerade wenn man mich so kennt, wie ich mich auf der Bühne bewege und wenn man mich in der "Szene" trifft. Ich bin früher eigentlich total anders gewesen. Sehr zurückhaltend, habe versucht immer jegliche Konfrontation mit anderen Menschen zu vermeiden. Nur um mit allen klar zu kommen. Selbst wenn das im Nachhinein immer zu meinen Lasten ging. Irgendwann hat sich dass dann geändert, ich weiß auch noch nicht genau warum. Aber ich lass mich jetzt einfach nicht mehr einschränken. Inzwischen bin ich soweit, dass ich weiß, dass das was ich mache für mich richtig ist. Egal was andere sagen. Und wenn man einmal an diesem Punkt angelangt ist... gerade diese Freiheit würde ich mir auch von niemand mehr nehmen lassen.

GW: Ist dass ein Prozess der auch gerade durch die Arbeit mit der Musik gekommen ist?

Der Graf: Ja klar. Die Musik war ein wichtiger Bestandteil dieses Prozesses. Gerade wenn man dann auch positives Feedback bekommt. Dann wird man einfach auch selbstbewusster und selbstsicherer. Man fühlt sich dadurch auch irgendwie wertvoller. Für sich selber. Auch wenn das blöd klingt. Mein Selbstwertgefühl ist extrem gestiegen, gerade wenn man diese Bestätigung bekommt. Wenn du auf der Bühne stehst und Applaus bekommt, dass ist einfach nur geil!

GW: Ein wenig in den Texten, aber vor allem auch in deinem Äußeren spielst du ja schon bewusst mit den, ich möchte mal sagen, Klischees der "Gruftieszene"?

Der Graf: Ja. Dass ist aber auch ok. so. Ich will die Musik ja auch transportieren. Aber ich könnte auch nie auf der Bühne ohne Kontaktlinsen und mit einem gewissen Styling stehen. Da würde ich mich unwohl, ja unsicher fühlen. Das ist einfach eine Art womit ich das Ganze transportieren kann. Es ist jetzt keine Rolle die ich spiele, eher so ein zweites Ich. Das ich dann aber auch voll und ganz ausleben kann. Und dieses Klischeehafte ist durchaus ok. Da habe ich auch kein Problem mit, auch wenn man mir das oft vorwirft. Aber mir macht das einfach nur Spaß. Im Grunde sind dass aber auch schon die Klamotten in denen ich normalerweise rumrenne. Ich muss mich einfach wohl fühlen. Aber ich will nicht ausschließen, was ich irgendwann vielleicht mal Anderes anhaben werde.

GW: Die Frage die sich mir dabei stellte, inwieweit sich gerade dieser Ruf nach persönlicher Freiheit auf "Zelluloid" mit diesen Klischees der Gothicszene deckt. Die sich zwar immer noch diesen "Individualismus", "Kreativität" und "Toleranz" etc. auf die Fahnen schreibt. Aber oft genug doch viel fester in ihren Rollen verfahren ist als manch "Normaler".

Der Graf:
Ja, aber ich denke dass das doch eher Einzelne sind. Gerade die sogenannten "Aushängeschilder" der Szene, die sind oft an einem Punkt angelangt, wo sie sich nichts mehr sagen lassen. Keine andere Meinung mehr annehmen. Gerade auch viele Künstler und Bands sagen von vornherein, dass das was sie machen das Allerbeste ist was es gibt und was anderes wird überhaupt nicht zugelassen. So würde ich aber niemals denken, denn dass wäre ja langweilig. Man kann von allem immer wieder noch was dazu lernen, was einen auch persönlich weiter bringt.

GW: Ja vor allem kann man doch gerade in der Musik Grenzen am einfachsten überschreiten. Aber die diversen Zusammenarbeiten von verschiedenen Musikern werden ja oft genug auch nicht gerade toleriert.

Der Graf:
Ja. Aber im Endeffekt, wenn es dann jemandem nicht gefällt, hat er ja immer noch die freie Entscheidung zu sagen, dass gefällt mir nicht, ich kaufe die CD nicht, und muss es deswegen nicht gleich verteufeln. Gerade Musik hat so viele Einflüsse und sich da von vornherein irgendwelche Grenzen zu setzen... es gibt doch schon so genug Grenzen.

UNHEILIGGW: Das bringt mich zu meiner Lieblingsfrage. Warum machst du überhaupt Musik? Wie fing es an? Wann war der Punkt als du gesagt hast, so ich mache jetzt Musik und male keine Bilder, oder ähnliches?

Der Graf:
Tja, witzigerweise als Kind habe ich wirklich gezeichnet. Ich wollte eigentlich auch immer nur Maler werden. Dann hatte ich einfach Lust ein Instrument zu lernen. Ich glaube dass war so das ich in den Kirchenchor wollte, die wollten mich aber aus irgendeinem Grund nicht. Na ja dann habe ich halt ein Instrument gelernt. So habe ich mit 12 angefangen Orgel zu spielen, was mich daran aber nervte war, dass ich immer irgendwelche Lieder nachspielen musste. Gerade Lieder die man überhaupt nicht mag, so Volkslieder und so... das habe ich gehasst ohne Ende. Und dieses ewige Üben, dem Lehrer vorspielen... der nie zufrieden war. Während dieser Zeit habe ich aber angefangen irgendwas zu klimpern, nicht dass was ich eigentlich lernen sollte. Sondern so Sachen die ich gehört habe. Eben Depeche Mode oder auch Sisters Of Mercy. Das war damals so die Zeit. Dann habe ich irgendwann die Orgel verkauft. Leider, weil jetzt hätte ich sie gerne irgendwo zu stehen. Dann habe ich mir meinen ersten Synthie gekauft. Ich wollte einfach nur Musik machen, Lieder schreiben, die Sachen verarbeiten die ich gehört hatte. Dann habe ich die Lieder aufgenommen und gesammelt und plötzlich habe ich angefangen zu singen. So ca 1994 habe ich zum ersten Mal gesungen und da entstand dann eigentlich auch die Musik so wie sie heute ist. Mein damaliger Partner (Grant Stevens) mit dem ich auch "Phosphor" aufgenommen habe, der brachte mir die ersten gesanglichen Schritte bei. Halt auch so Sachen wie Choraufnahmen. Und so wurde mein Gesang auch nach und nach sicherer. Der erste richtige Song war dann auch "Stark" und so entstand die Richtung die es heute noch hat. Viele sagen ja auch dass es so eine Art Selbstreinigungsprozess ist. Bei mir war es mehr so, dass ich einfach merkte es funktioniert, die ersten Erfolge stellten sich ein. Und da hat es dann auch was mit dem eigenen Ego zu tun, und plötzlich macht man die Musik zu seinem Lebensmittelpunkt. Inzwischen weiß ich auch dass ich gar nichts Anderes mehr mit der gleichen Intensität machen könnte. Aber man braucht trotzdem einen extrem langen Atem um damit immer noch weiter zu machen, wenn man es so zum Lebensmittelpunkt macht.

GW: Du kannst also inzwischen auch davon leben?

Der Graf: Ja. Das hat zwar Jahre gedauert, aber inzwischen geht das. Es ist zwar nicht so dass ich stinkreich bin, aber leben kann ich davon. Es kommt ja immer darauf an was man Leben nennt. Ich könnte aber einfach gar nicht mehr nebenbei einen "normalen" Job machen. Wenn ich mit einem Album anfange, dann bin ich wie ein Verrückter. Ziehe dass durch und irgendwann komme ich aus dem Studio raus...

GW: Und es ist Winter!

Der Graf: Ja genau. Meine Bekannten wissen es auch, dass ich in dieser Phase kaum ansprechbar bin. Ich stehe morgens mit der Musik auf und gehe Abends damit ins Bett, da sind kaum andere Gedanken möglich. Das war Anfangs für die meisten schon gewöhnungsbedürftig, aber inzwischen kennen die das und kommen damit ganz gut klar. Außerdem wenn das Album fertig ist, ist man ja nicht mehr ganz so angespannt und hat wieder Zeit für soziale Kontakte.

GW: Aber dann geht's auf Tour!

Der Graf: Ja stimmt. Gerade bei mir ist es jetzt ja auch nicht anders. Was mich echt erstaunt, dass es gerade bei diesem Album auch viel mehr ist, was gleich danach kommt. So Interviews... die Tour beginnt gleich... ich weiß auch nicht woran dass liegt. Aber schon die Reaktionen vor der Veröffentlichung, dass kenne ich so gar nicht.

GW: Du hast jetzt einfach eine gute Promotionagentur!;-) (Hardbeat Propaganda)

Der Graf: Ja, wahrscheinlich! (lacht)

GW: Glaube mir, dass kriegen wir schon mit, welche Agentur ihre Künstler wie bewirbt, bemustert etc. Und da hast du mit Propaganda schon einen Glücksgriff gemacht.

Der Graf: Ja? Na mir fällt es nur auf. Früher bekam ich vielleicht mal drei oder vier Interviewanfragen. Diesmal sind es schon richtige Listen. Normalerweise, wenn ein Album fertig ist, schließe ich damit ab und fange irgendwann an neue Sachen zu machen. Dass fällt mir jetzt schon schwer weil ich ja jetzt bei Interviews etc. in dieses, für mich schon abgeschlossene Kapitel zurück geholt werde. Aber dass ist auch vollkommen ok. Es ist ja kein Zeitdruck da.

GW: Was erwartet uns auf der Tour?

Der Graf: Von Prinzip die selbe Besetzung wie auf der Tour im letzten Jahr mit ASP und LAI. Klar werden wir die neuen Songs spielen, die alten Songs wie "Sage JA!" die die Fans hören wollen natürlich auch. Aber besondere Showelemente sind bei uns überhaupt nicht geplant. Klar Licht und solche Sachen... aber so Effekte wie Pyro oder Feuer, dass überlassen wir dann mal lieber Terminal Choice. Bei mir steht einfach die Musik im Vordergrund und da möchte ich auf der Bühne nicht irgendwas machen was es schon hundertmal gab. Ob da nun eine Fackel brennt, oder keine Fackel brennt... Ich denke die Personen auf der Bühne sind die wichtigste Show. Es muss insgesamt in sich rund sein. Klar habe ich auch Vorstellungen was man irgendwann mal machen kann, aber da fehlt einfach doch die Kohle.

GW: Also im Hinterkopf doch die Idee irgendwas multimediales zu machen? Gerade wo du ja auch gesagt hast, dass du mal gezeichnet hast. Und auch das Thema "Film" auf dem neuen Album, das schreit doch förmlich nach einer bildlichen Umsetzung.

Der Graf: Klar, dass wäre natürlich riesig. Wenn man im Hintergrund eine Leinwand wie im Kino hätte, wo zu jeden Song eine Story abläuft. Ich habe ja auch beim Schreiben eines Songs, immer zuerst Bilder, eine Art Story im Kopf. Aber abgesehen vom Geld geht dass auch gar nicht an den Orten an denen wir spielen. Gerade die kleineren, mittleren Clubs in denen wir ja noch spielen, die haben gar nicht die Möglichkeiten.

Der GrafGW: Dann freuen wir uns darauf Unheilig irgendwann in einem Theater zu sehen, wo das Publikum auch sitzen kann...

Der Graf: Das wäre natürlich der Hammer. In einem großen Theater. Mit einem schönen Vorhang, mit einer Philharmonie davor... das wäre super. Ja irgendwann einmal, auf jeden Fall. Ein schöner Traum.

GW: Ja aber Träume sollte man auch bewahren.

Der Graf: Auf jeden Fall. Auch egal wie abgefahren sie sind. Man kommt ihnen doch in ganz kleinen Schritten näher und das bringt einen dann doch schon weiter.


GW: Dann, in diesem Sinne, auf die Träume, viel Erfolg auf der Tour und vielen Dank für das Interview.

Der Graf: Ja danke auch, hat wirklich Spaß gemacht, und dass wo es doch so viele sind zur Zeit!:-)


Thomas Sabottka für GothicWorld


UNHEILIG "Zelluloid" - Review

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