interview:

UNTO ASHES
Die Vergangenheit ist die Gegenwart

Unto AshesWer sich auf die Suche nach mittelalterlich beeinflussten, sakral anmutenden und mit weltmusikalischen Einflüssen geprägten Bands macht, kommt an einer Band nicht vorbei: Unto Ashes aus den USA. Nach zwei Alben erschien unlängst ihr neuestes Meisterwerk „Empty Into White“, wo die Verschmelzung all der bereits genannten Einflüsse mit Elementen aus Dark Wave und Gothic zu einer faszinierenden und teilweise hypnotischen Mischung gelang und zu einem der bisherigen musikalischen Höhepunkte des noch jungen Jahres zählt. Verträumt anmutende Klanglandschaften, klassisch geprägter Gesang und folkloristische Arrangements machen „Emty Into White“ zu einem wahren musikalischen Kleinod, das konsequent von einer düsteren und geheimnisvollen Stimmung durchzogen ist und gerade aus dieser mystisch anmutenden Stimmung seine Kraft zieht, vergleichbar mit den frühen Werken von Dead Can Dance. Neben der Interpretation mittelalterlichen Liedgutes wie auch eigener Songs beweisen Unto Ashes auch bei der Auswahl ihrer Coverversionen ein glückliches Händchen, und so finden sich auf „Empty Into White“ gleich zwei Versionen zeitgenössischer Künstler, doch dazu später. Zum ersten Mal scheint es Unto Ashes mit „Empty Into White“ gelungen zu sein, eine breitere Öffentlichkeit anzusprechen. Auch wenn bereits „Moon Oppose Moon“ und „Saturn Return“ auf positive Resonanzen gestossen sind, die zum Teil schon euphorischen Reaktionen auf das aktuelle Album sind aufgrund seiner Klasse mehr als gerechtfertigt.

Unto AshesGW: Gegründet wurden Unto Ashes 1997 von Michael Laird, wobei sich die damaligen musikalischen Einflüsse, die zur Gründung der Band beitrugen, im aktuellen Soundgefüge der Band genau so wenig ausmachen lassen, wie die Vorliebe Michaels für diverse Black Metal-Bands, vornehmlich aus dem skandinavischen Raum. Wie also entwickelte sich der Sound von Unto Ashes im Laufe der Jahre, ohne dass sich Unto Ashes von ihren originären Einflüssen haben vereinnehmen lassen?

Michael: Ich muss sagen, dass ich vor der Gründung von Unto Ashes fast ausschliesslich Death in June und Current 93 gehört habe, bis an den Punkt, wo ich diese Tapes fast schon nicht mehr hören konnte. Also beschloss ich selbst Musik zu machen. Andere Einflüsse jener Zeit beinhielten Rozz William’s Christian Death und mittelalterliche arabisch-andalusische Einflüsse, was ich auch heute noch sehr gerne höre. In den letzten Jahren habe ich dann fast ausschliesslich Black Metal gehört, vornehmlich Bands wie Emperor, Darkthrone, Dimmu Borgir und alte Satyricon aus Norwegen, aber auch Blut Aus Nord aus Frankreich oder Graveland bzw. Lord Wind aus Polen.

Mariko: Momentan sind wir sehr von von der Musik des Mittelalters, und hier vor allem von der klassischen und romantischen Periode beeinflusst. Dies verbunden mit der Musik, die Michael bereits erwähnt hat, und einigen anderen Einflüssen denke ich schon, dass wir etwas Einzigartiges zu bieten haben.

Unto AshesGW: Verhältnismässig wenig ist über eure persönliche musikalische Entwicklung und die Bands bekannt, in denen ihr vor Unto Ashes aktiv gewesen seid. Gibt es bekanntere Bands, in denen ihr vorher gespielt habt?

Michael: Auf dem College habe ich mit ein paar Freunden sehr experimentelle Musik gemacht, meist für Filme. Wir haben ein paar ziemlich obskure Tapes veröffentlicht, hauptsächlich aus Geräuschen und industriellen Klanglandschaften bestehend.

Natalia: Ich habe Musik komponniert, klassiches Klavier gespielt und in Chören gesungen bevor ich überhaupt daran interessiert war, Mitglied einer Band zu werden. Ales dann soweit war, habe ich für anderthalb Jahre mit Figurehead, einer Rockband aus New York, gespielt. Unto Ashes ist für mich die zweite Band und ich bin sehr glücklich, dass ich nicht lange zu suchen brauchte um die Musik zu spielen, die mir am Herzen lag.

Mariko: Unto Ashes ist für mich die erste Band. Ich studiere klassischen Gesang und Violine und bin sehr froh, dass dies meine erste Erfahrung mit einer Band ist, da es mich musikalisch sehr stimuliert.

GW: Wie so viele andere Bands seid auch ihr im Laufe eures Bestehens nicht von Line Up-Wechseln verschont geblieben. Was waren die Gründe für diese Besetzungswechsel?

Michael: Alle Bands haben Personalwechsel. Leute waren aus den üblichen Gründen bei Unto Ashes, weil sie die Musik mochten, und andere haben Unto Ashes aus den üblichen Gründen auch wieder verlassen, sei es aus mangelndem Interesse, persönlichen Konflikten oder wie auch immer.

GW: Neben diversen Beiträgen zu Samplern habt ihr mit “Moon Oppose Moon” und “Saturn Return” bereits zwei Alben veröffentlicht. Wo seht ihr selbst die grössten musikalischen Unterschiede zu „Empty Into White“, das für mich deutlich mittelalterlich beeinflusster klingt, als seine beiden Vorgänger?

Michael: Ich kann eigentlich gar nicht so genau erklären, warum “Empty Into White” mehr mittelalterlich klingt als unsere vorhergehenden Alben. Es war jedenfalls keine bewusste Entscheidung. Vielleicht liegt es daran, dass wir mehr mit persischen Instrumenten gearbeitet haben. Ich denke jedenfalls, dass unser erstes Album das vielleicht primitivste war, gefolgt von „Saturn Return“ und nun „Empty Into White“.

GW: Welche Intention verbirgt sich dahinter, dass ihr das Album „Empty Into White“ genannt habt?

Michael: Es nimmt Bezug auf eine ganze Reihe von Dingen. Eins davon ist der Übergang von Leben in den Tod.

GW: “Beauty Queen”, der Opener des Albums, wurde ursprünglich von Tori Amos geschrieben. Ihr habt den Song ins Lateinische übersetzt und an den Anfang eures Albums gestellt, was per se schon mal sehr ungewöhnlich ist. Gerade Tori Amos zu covern ist aber keine einfache Aufgabe, da ihre Songs an sich schon sehr atmosphärisch und kaum noch zu verbessern sind. Seid ihr euch dieses Umstandes bewusst gewesen?

Michael: Dieser Song war eine echte Herausforderung für mich, denn es gibt sehr viele überzeugte Tori Amos-Fans da draussen, für die alleine der Gedanke einen ihrer Songs zu covern eine Blasphemie darstellt. Ich persönlich war vollkommen überwältigt als ich „Beauty Queen“ das erste Mal hörte, aber um ehrlich zu sein ist das der einzige Song von ihr, den ich mag. Aber was weiss ich schon (lacht)? Schliesslich höre ich den ganzen Tag ja nichts anderes als Black Metal. Der Vorschlag „Beauty Queen“ als Opener für das Album zu verwenden kam von unserem Label, und eigentlich waren wir nicht sehr von der Idee angetan, das Album mit dem Song eines anderen Künstlers zu beginnen, aber es scheint als Einleitung doch sehr gut zu funktionieren.

GW: Mit “Don’t Fear The Reaper”, im Original von Blue Öyster Cult, habt ihr eine weitere fantastische Coverversion auf dem Album, noch dazu von einer Hardrock- / Heavy Metal-Band. Wie seid ihr darauf gekommen, ausgerechnet diesen Metal-Klassiker so umzuarrangieren, dass er in den musikalischen Kontext von Unto Ashes passt?

Michael: Ich wusste, es würde funktionieren, denn dieses Lied ist einfach zeitlos und wirklich grossartig, wenn man es all seinen siebziger Jahre Rock-Flairs beraubt. Vor allem aber war ich von unserem Arrangement überzeugt. Ich erinnere mich noch sehr gut, wie ein ehemaliges Mitglied meinte, dass das niemals funktionieren würde und wir ob unseres Versuchs ausgelacht werden würden. Wie gut, dass ich nicht auf sie gehört habe (lacht). Ganz offensichtlich funktioniert diese von Zweifeln geprägte Einstellung bei Unto Ashes nicht. Wir wollen Risiken eingehen. Aus diesem und noch einer Reihe weiterer Gründe mussten wir uns dann von ihr trennen. Ich finde, es ist immer besser Risiken einzugehen, selbst wenn man daran scheitern sollte. Wenn man es nicht versucht, so kann man weder als Künstler noch als Mensch daran wachsen.

GW: Diese beiden Tracks sind ja nicht die einzigen Coversongs, die ihr bislang eingespielt und veröffentlicht habt und alleine die Auswahl dieser beiden Stücke macht deutlich, dass ihr euch dabei verschiedener musikalischer Genres bedient. Wie entscheidet ihr, welchen Song ihr covern wollt?

Michael: Es ist immer eine grosse Herausforderung etwas zu erschaffen, das dem Original gerecht wird. Wir wählen immer Songs, die uns in der einen oder anderen Form heilig erscheinen, und daher nähern wir uns ihnen auch mit Respekt und totaler Hingabe an. Daher laufen wir auch kaum Gefahr daran zu scheitern. Musik ist ein steter Prozess, und alle Songs unterliegen einer ständigen Veränderung. Musik ist keine in Stein gemeisselte Skulptur, eher wie ein Schloss aus Eis, basierend auf Wasser, das in Eis geformt wird, wegtaut und dann wieder zu Wasser wird, um irgendwann wieder zu einem Schloss aus Eis zu werden. So ist das auch mit Musik. Weitere Coversongs, die wir bereits veröffentlicht haben, sind Christian Deaths “Cavity: First Communion” und COILs “Ostia (The Death of Pasolini)“. Live spielen wir noch Mike Oldfields “Theme from the Exorcist,” SWANS’ “Trust Me” und Section 25’s “From a Hilltop.”

GW: Woher nehmt ihr die Inspiration für eure Texte? Versucht ihr Themen aufzugreifen, die zeitlos sind und ihren Ursprung in längst vergangenen Zeiten, den Bezug zur Gegenwart jedoch nicht verloren haben, oder konzentriert ihr euch mit euren Texten lieber auf das aktuelle Zeitgeschehen und die Probleme des täglichen Lebens, die jeder kennt und nachvollziehen kann? Welche Atmosphäre wollt ihr mit den Texten erschaffen?

Natalia: Viele unserer Inspirationen beziehen wir emotionalen Ideen und und der nackten Kombination aus Worten, die eine bestimmte Atmosphäre erzeugen. Auf unseren früheren Alben haben wir viele Ideen aus unseren persönlichen Krisen gezogen und ein lyrisches Image um solch eine Idee gesponnen. Ausserdem beinhalten viele Dinge unseres täglichen Lebens zeitlose Themen. Was bereits im Mittelalter die Menschen bewegt hat, bewegt uns ja zum Teil auch heute noch. Auche einem modernen Zeitalter ist es noch nicht gelungen den Tod, den Schmerz oder die Einsamkeit zu verbannen. Wir versuchen in unseren Texten die Kontinuität zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart aufzuzeigen, bis hin zu dem Punkt, wo es anachronistisch wirken kann. Wir haben uns nicht von unseren Wurzeln gelöst, selbst nicht mit einer modernen Sensibilität.

GW: Ihr lebt in den USA, in New York, um genau zu sein, interpretiert aber zu grossen Teilen Lieder, die im Mittelalter in Europa geschrieben wurden. Was faszniert euch besonders daran, Songs aus diesen längst vergangenen Zeiten zu interpretieren? Ist es schwieirg die entsprechenden Textquellen und Notationen für diese Lieder zu finden? Hinzu kommt, dass viele dieser Songs mit Hilfe arabischer oder mittelalterlicher Instrumente eingespielt wurden, wobei das Erlernen dieser Instrumente sicher nicht immer ganz einfach ist.

Michael: Nun, zum einen spielen wir keine mittelalterliche Musik: wir spielen unsere Musik, die ihre Einflüsse aus Neoklassik, Apocalyptic Folk, Persischer Musik, Black Metal und Gothic bezieht. Sicher findet der Zuhörer Elemente mittelalterlicher Musik, die wir in unseren Sound integriert haben, zum Beispiel durch die Instrumentierung oder die Modulation, aber nichts liegt uns ferner, als kategorisiert zu werden oder uns selbst auf nur einen bestimmten Stil zu limitieren. Warum sollten wir? Aber um auf deine Frage zurückzukommen: ich habe mir alles selbst beigebracht und verschiedene Instrumente einfach dadurch erlern, indem ich auf ihnen gespielt habe. Ich selbst betrachte mich nicht als sonderlich versierten Musiker, aber ich denke, ich besitze ein gutes Ohr und ein gutes Rhythmusgefühl. Ich habe mit dem Dulcimer angefangen, was mir sehr einfach gefallen ist. Ich habe dann Dumbec und Saz erlernt, und danachrdy-Gurdy. Ich vermute, es gibt Menschen, die das Erlernen dieser Instrumente unterrichten, aber ich bin viel zu ungeduldig und wollte diese Instrumente sofort beherrschen, also blieb mir keine andere Wahl. Die Wahl dieser Instrumente lässt sich ganz einfach dadurch erklären, dass andere Bands immer wieder die selben Instrumente verwenden, was auf die Dauer einfach langweilig wird. Manche Bands verwenden sogar immer den gleichen Synthiesound. Warum können diese Bands nicht zumndest versuchen originell zu sein?

Mariko: Wo immer wir hingehen halten wir unsere Ohren auf. Wenn wir etwas interessantes hören oder sehen bringen wir es mit und zeigen es den anderen Bandmitgliedern. Meist kommt dabei auch etwas zählbares bei rum. Was die Noten angeht, so sind wir alle mit einem guten Gehör gesegnet. Für mich liegt die Faszination in der Interpretation dieser überlieferten Songs darin, ein Stück Geschichte wieder lebendig werden zu lassen. Wenn wir unseren persönlichen Eindruck hinterlassen ist es fast so, als ob wir die Zeit überwinden, um mit dem Komponisten zu kommunizieren und zusammenzuarbeiten um ihn und seine Stücke in der Gegenwart zu verewigen. Musikalisch ist das eine sehr erfüllende Aufgabe.

GW: Gibt es, neben eurer eigenen Interpretation dieses alten Lied- und Textgutes so etwas wie eine besondere Atmosphäre, die ihr musikalisch zu begründen sucht?

Michael: Uns liegt sehr daran auf unseren Alben eine bestimmte Atmosphäre zu erschaffen, die man am besten folgendermaßen umschreiben könnte: verhängnisvoll, grimmig, bedrohlich, unheimlich … Das ist die Musik, die ich gerne machen würde, aber auch die Musik, die ich mir selbst gerne anhören würde. Wen das nicht interessiert, der sollte sich besser nicht mit Unto Ashes auseinandersetzen.

Natalia: Wir sind immer bereit Sounds zu verwenden, die andere Musiker nicht anrühren wollen, sei es, weil sie sich nicht trauen, diese Instrumente zu spielen oder sie Angst vor der emotionallen Assoziation haben, die diese Sounds vielleicht haben könnten. In Gesprächen mit anderen Musikern habe ich, wenn das Gespräch auf die Instrumente kam, immer wieder erlebt, dass ihnen der Unterkiefer heruntergeklappt ist und sie der Meinung waren, dass man so etwas doch nicht machen könne. Nun, wir tun es und es gibt Zuhörer, die eine fast schon panische Reaktion zeigen, während andere augenblicklich begreifen, worum es uns geht.

Mariko: Viele Menschen verstehen Bach oder Strawinsky auch nicht gleich beim ersten Mal. Sie waren ihrer Zeit weit voraus. Die Grenzen immer weiter zu verschieben, dass sollte immer das eigentliche Ziel von Musik sein. Wie sonst sollte sie sich entwickeln? Unsere Musik reflektiert die Zeit, in der wir leben. Manche erkennen das auf Anhieb, andere nicht.

GW: Ihr benutzt in euren Liedern die altdeutsche, norwegisch, italienische, französische wie auch lateinische Sprache. Wie schafft ihr es hierbei für Songs wie beispielsweise das Palästinalied die richtige Aussprache zu erlernen?

Natalia: Ich habe lange Zeit Deutsch und Französisch studiert, gleichzeitig die Geschichte und die Entwicklung der deutschen Sprache, Mittelhochdeutsch, aber auch Latein. Da ich am Konservatorium Musik studiert habe, habe ich auch noch genug Italienisch aufgeschnappt, um es halbwegs vernünftig auszusprechen und auch ein wenig zu verstehen. Was Norwegisch angeht, so haben wir in einem Online-Wörterbuch nachgeschlagen und versucht, unser Bestes zu geben. Natürlich wäre es immer besser einen „Native Speaker“ zurate zu ziehen, aber bei der Vielfalt der Sprachen, die wir verwenden, ist das leider nicht immer möglich.

Mariko: Ich habe die Hilfe meines Deutschlehrers in Anspruch genommen, der mir sehr bei der Aussprache des „Palästinaliedes“ geholfen hat. Ich musste mit meiner Gewohnheit brechen und mich erst an die mittelhochdeusche Aussprache gewöhnen. Ein Wort wie „Gestalt“ hat mir da echte Schwierigkeiten bereitet. Das Schöne, an einem Konservatorium zu studieren, ist die Gegenwart all der vielen unterschiedlichen Sprachen. Ausserdem tut es nicht weh, dass Französisch, Deutsch oder Italienisch Teil meines Lebenslaufs sind (lacht). Natalia und Michael ihrerseits sind mit fremden Sprachen vertraut, so dass wir uns gegenseitig helfen können.

Unto AshesMichael: Der Text zu “De Støre Smerter” wurde von Olaf Bull in Norwegisch verfasst, und wir haben dieses Gedicht zu Ehren Emperors in Musik gefasst. Ericah hat dieses Stück natürlich mit einem amerikansichen Akzent eingesungen, aber das ist nebensächlich, da sie die Aufnahmen gleich im ersten Take förmlich an die Wand genagelt hat. Ich habe während der Aufnahmen neben ihr gesessen und konnte es kaum fassen. Da war ein unglaublicher Moment.

GW: Black Tape For A Blue Girl, Claire Voyant, Rhea’s Obsession und auch Unto Ashes sind alles Bands aus Nordamerika, die sich dieser mittelalterlich, von Dark Wave und Heavenly Voices beeinflussten Musik verschrieben haben und diese auf einem sehr hochstehenden musikalischen Niveau darzubieten in der Lage sind. Denkst du, dass es bei all diesen genannten Bands ein tiefes Verlangen danach gibt die musikalischen Wurzeln zu ergründen, die Teil der amerikanischen Geschichte sind?

Michael: Nicht unbedingt, denn es gibt hier in den USA einen Reihe ernsthafter Professoren, die anerkannte Experten auf dem Gebiet mittlealterlicher Musik sind. Dozenten von der Columbia University, Princeton, UCLA, Yale oder Harvard, die ihre Nachforschungen in der ganzen Welt vorantreiben. Ich bin sicher, dass diese Dozenten sich aus dem gleichen Grunde für diese Musik interessieren wie wir: es ist der distanzierte und ferne Klang, der den Klang des dunklen Zeitalters widergibt.

GW: Ihr werdet im Mai zum ersten Mal auf dem Wave Gotik Treffen auftreten, wobei ich mir sicher bin, dass ihr schon viel über dieses einzigartige Festival gehört habt. Was sind eure Erwartungen im Hinblick auf diese Show in Leipzig und habt ihr möglicherweise Pläne, diesen Auftritt mit einer anschliessenden Tour durch Deutschland zu verbinden?

Michael: Wir sind sehr aufgeregt, dass wir eingeladen wurden, zumal wir seit langem darauf gehofft haben. Wir haben keine grossen Erwartungen, ausser dass wir bestrebt sind, unseren Fans die beste Performance zu bieten, die möglich ist. Hoffentlich treffen wir einige unserer Fans und natürlich spielen auch dieses Jahr wieder einige fantatstische Bands dort. Ausserdem freue ich mich wieder sehr darauf das Völkerschlachtdenkmal zu besuchen, was für mich einer der faszinierendsten Plätze ist, die ich je in meinem Leben besucht habe. Wahrscheinlich werden wir nach dem WGT nicht sofort eine Tour machen können. Es sieht eher so aus, als ob wir im Herbst für eine zehn Konzerte umfassende Tour zurückkehren werden. Die Verhandlungen diesbezüglich laufen gerade. Ich kann dir gar nicht sagen, wie sehr ich mich darauf freue in Deutschland aufzutreten.

Natalia: Ich war das letzte Mal in Deutschland bevor die Mauer fiel. Daher wird mir dieser Besuch sicher in vieler Hinsicht die Augen öffnen. Ich wollte Leipzig immer schon besuchen, denn es ist für seine Bedeutung in der Musikgeschichte berühmt. Ausserdem habe ich natürlich all diese aufregenden Geschichten über das Wave Gotik Treffen gehört, so dass ich mich wirklich sehr darauf freue. Ich mag Deutschland und kann es kaum abwarten wieder zurückzukehren.

Mariko: Ich war noch nie in Europa und bin daher natürlich sehr aufgeregt, ganz abgesehen von der Aussischt, dort auch aufzutreten. Ausserdem kann ich meine beiden grossen Leidenschaften perfekt miteinander kombinieren: aufzutreten und zu reisen. Ich habe so viele tolle Dinge über Deutschland gehört, vor allem natürlich auch über Leipzig. Ich hoffe, wir können mit einer Tour nachlegen, dann würde ein Traum für mich in Erfüllung gehen.

GW: Ich kann mich noch gut an die ausdrucksvolle Show Black Tape for a Blue Girls auf dem letztjährigen WGT erinnern, der für mich zu einem der Höhepunkte des Festivals zählt. Was können wir von Unto Ashes in Hinblick auf diese Show erwarten?

Unto AshesMichael: Es wird dich sicher amüsieren zu erfahren, dass ich im letzten Jahr zusammen mit Black Tape for a Blue Girl in Leipzig aufgetreten bin. Es war eine wundervolle Erfahrung und der Grund dafür, dass ich so scharf darauf bin zurückzukehren um mit Unto Ashes dort aufzuteten. Was die Show angeht, so wirst du dir ein eigenes Bild machen müssen (lacht). Nein, im Ernst: wir haben noch keine Details besprochen. Es hängt ein wenig von der Halle und den Bands ab, mit denen wir auftreten werden. Aber ich garantiere dir, dass es eine ganz spezielle Performance werden wird.

GW: Welche weiteren und unmittelbaren Pläne habt ihr mit Unto Ashes?

Michael: Wir sind gerade mit unserem Aufnahmestudio umgezogen, was sehr aufregend war. Daher werden wir uns jetzt auf die Aufnahmen zu unserem nächsten Album konzentrieren. Das wird aber sicher erst Anfang nächsten Jahres veröffentlicht. Jetzt liegt der Schwerpunkt zunächst auf der Vorbereitung für das WGT und einer möglichen, sich im Herbst anschliessenden Deutschland-Tour. „Empty Into White“ hat in der deutschen Presse sehr viel Aufmerksamkeit bekommen und daher wollen wir unseren neuen deutschen Fans unsere Aufwartung machen. Wir lieben die deutsche Sprache, die deutsche Kunst, Literatur, Architektur und die deutsche Kultur im allgemeinen. Wir sind sehr dankbar all denen gegenüber, die unsere Musik unterstützt haben und wollen diese Unterstützung von unserer Seite aus erwidern. Wir haben auf unserer Homepage eine deutschsprachige Seite eingerichtet, wo wir alle Neuigkeiten und Tourdates auch in deutscher Sprache veröffentlichen werden.


Michael Kuhlen (OBLIVEON) für GothicWorld


UNTO ASHES "Empty Into White" - Review

www.untoashes.com