CD-REVIEWS:

Auf Ewig    EXPLIZIT EINSAM"Auf Ewig"
CD (Cerebral/SX Distriution)

Es ist wahrlich nicht einfach gesprochene Lyrics zu vertonen. Viele haben sich daran versucht. Einige auch beachtliche Leistungen vollbracht. Mit GOETHES ERBEN werden eXplizit einsam im "Waschzettel" verglichen. Nun so klangen die ERBEN vielleicht vor 15 Jahren. Wo diese aber sich gerade in ihrer musikalischen Weiterentwicklung durchaus zum Geniestreich verändert haben, abgesehen mal von HENKES unvergleichlicher Rezitationskunst... da sind eXplizit einsam leider stehen geblieben. Zu verkrampft klingt "Auf Ewig". Zu sehr einer Zeit nachtrauernd, als es schon innovativ war, überhaupt deutsche Texte zu haben und sich zur Düsternis zu bekennen. Aber ist denn in der Zwischenzeit wirklich nichts passiert? Liegt es an der Produktion dass alles so schwach, dünn, seltsam leblos und wie aus dem Blecheimer klingt. Wohl kaum! Denn genügend "Schlafzimmer-Studio-Künstler" beweisen, dass es anders geht. Ist es vielleicht sogar gewollt? Denn düster und schwer sind sie.

Angefangen vom Artwork, über die Texte bis hin zur Musik, wird nichts ausgelassen was das gruftige Herz erfreut. Doch trotzt aller Vorliebe für Schwermut und Dunkelheit, bleibt "Auf Ewig" seltsam leer, berührt nicht, ja fängt gar an zu langweilen. Da helfen gelegentliche Electro-Anleihen genauso wenig drüber weg, wie ein paar Neofolkige Paukensamples oder einige Instrumentalstücke. Zu sehr wabern die gleichförmigen, tausendmal gehörten, elektronisch erzeugtem Gothic-Dark-Wave-Klänge aus den Boxen. Es will sich einfach kein Gefühl einstellen bei dieser CD. Uninspiriert und leblos kommt alles daher. Der Sprechgesang wird im Booklet sogar als "monoton" angepriesen, macht aber nur den fehlenden Mut zur Emotion, zur Intonation, zur Kraft allzu deutlich. Schade eigentlich. Es geht besser. Vor zehn Jahren wäre "Auf Ewig" sicher ein schönes Stück Musik gewesen. Inzwischen klingt es nur noch antiquiert, verstaubt und verkrampft.

Peinlich daß im "Waschzettel" der unselige, grottenschlechte Begriff "Todeskunst" mehr als einmal herbei zitiert wird. Noch peinlicher aber, das eXplizit einsam diesem Klischee voll und ganz entsprechen.


Thomas Sabottka für THE GOTHICWORLD


Tracklist:
01 - Eröffnung
02 - Das schwarze Licht
03 - Demenz
04 - Siechend
05 - Sequenz IV
06 - Alles oder Nichts
07 - Auf ewig
08 - Anagram
09 - Fieber
10 - Exlizit Einsam
11 - Sequenz V
12 - 1+1=2?


www.exliziteinsam.de