CD-REVIEWS:

Death Unlimited    NORTHER "Death Unlimited"
CD (Spinefarm Records)

NortherNicht mal ein Jahr ist nach dem zweiten Album vorüber gegangen, da legen NORTHER schon Ihren dritten Output vor. Die Finnen haben anscheinend dermaßen die Schnauze voll davon, ständig in einem Atemzug mit CHILDREN OF BODOM genannt zu werden, dass es wohl an der Zeit war, mal ein bisschen Eigenständigkeit zu demonstrieren.

Ob Eigenständigkeit im Death/Black Metal Genre überhaupt verwirklichbar ist, sei mal dahingestellt. Denn wenn wir mal ehrlich sind, hört sich nicht alles an, wie schon mal gehört? Zumindest versuchen NORTHER auf "Death Unlimited" die ausgelatschten Trampelpfade zu verlassen und durch ein bisschen frischen Wind Ihr Ansehen aufzupolieren.

Die melodischen Parts wurden mehr ausgebaut und die Keyboardeinlagen harmonischer gestaltet. Mehr Wert wird jetzt auf eingängige Gitarrenpassagen gelegt und auch beim Gesang zeigt man sich sehr experimenttierfreudig, bedient man sich doch hier an einigen Verzerr-Effekten. Das Eröffnungsstück "Nightfall" wird in altbewährter Knüppel- Manier präsentiert und bietet zur musikalischen Untermalung einige Mitgröl- Background- Vocals, die auch bei den nachfolgenden Stücken immer mal wieder auftauchen. Stark an IN FLAMES erinnert der Refrain bei "Deep Inside" und beim Titeltrack zum Album wird nach einem verbal ausgestoßenen …fuck you and die… in die Saiten gehauen, dass einem die Spucke wegbleibt. Auch kommt einem ab und an ein schon fast psychedelisch anmutendes Keyboard zu Ohren. Als persönliche Favoriten bring ich hier "The Cure" und "Day Of Redemption" aufs Tablett, die einfach durch Eingängigkeit bestechen können und nach einmaligem Hören schon im Ohr hängen bleiben. Als Lückenfüller fungiert da wohl eher der Instrumentalsong "Beneath", den man hier ebenso gut als In- oder Outro hätte einsetzen können.

Tja, das Rad haben Sie eindeutig nicht neu erfunden, aber dennoch präsentieren sich NORTHER hier zumindest einfallsreicher als zuvor und machen damit schon mal einen großen Schritt in Richtung Eigenständigkeit. Vergleiche mit anderen Bands werden Sie sich wohl weiterhin gefallen lassen müssen, doch wer kann sich davon schon freisprechen?


Mariska Krüssel für GOTHICWORLD


Tracks:
01 - Nightfall
02 - Deep Inside
03 - Death Unlimited
04 - Chasm
05 - Vain
06 - A Fallen Star
07 - The Cure
08 - Day Of Redemption
09 - Beneath
10 - Hollow
11 - Nothing
12 - Going Nowhere


www.norther.net