CD-REVIEWS:

Guilty Water    SENGIR "Guilty Water"
CD (Buzzville / Soulfood)

SengirSicherlich sind die Niederlande eine Hochburg in Sachen stimmgewaltigen Gothic-Queens, vom Schlag einer Sharon den Adel oder einer Anneke van Geirsbergen. Gewiss auch aus Skandinavien kommen weibliche Stimmwunder und selbst hierzulande gibt es einige "Heavantly Voices" anzuerkennen. Nun meldet sich eine Band mit ihrem Debut "Guilty Water" zu Gehör und kommt eigentlich aus einem Land das geläufig fettigen Fritten und musikalisch eher dem EBM zuzuordnen ist. Eben aus Belgien machen sich SENGIR daran, am Thron der Metal-Göttinen zu wackeln.

Die im Jahr 1995 als Death- und Doom-Metaller gegründete Band um Frontdame Ellen Schutyser supportete bereits AFTER FOREVER, EPICA, THE GATHERING, ...
Ja was soll ich sagen? Nachdem ich mir die jungfräuliche Scheibe zum ersten Mal angehört habe, muß ich feststellen, daß SENGIR wirklich Musterschüler ihrer Headliner waren und für ihre Hausaufgaben ein Sternchen verdient haben. Es ist eigentlich von allen oben genannten Bands was drin, hier und da klingts nach NIGHTWISH teilweise sind mir Erinnerungen an die seeligen DREAMS OF SANITY wachgeworden. Fast könnte der Verdacht aufkommen, es handelt sich hier um eine von irgendeinem Majorlabel zusammengecasteten Vorzeigeband um in den Fußstapfen von Sharon oder gar Amy Lee nach einer Marktlücke zu wühlen - aber, mitnichten!

Ach, wie gut erinnere ich mich an die Zeit als uns von einem gewissen holländischen Undergroundlabel eine Promo zur legendären "Mother Earth" erhielten, der Rest ist in jenem Falle ja Geschichte. Bei SENGIR und "Guilty Water" ist es genau das selbe Gefühl, wie damals. Endlich mal wieder eine würdige Frauenstimme im immer noch männerlastigen Gothicmetal-Himmel!

SENGIR bieten auf ihrem Debütalbum eben ganau diesen brachialen Gothicmetal gekrönt mit der Stimme von Ellen Schutyser, der den Liebhaber dieses Genres im Quadrat springen lässt. Weniger schrill als WITHIN TEMPATION, weniger opernhaft als NIGHTWISH, gehen SENGIR ihren ganz eigenen Weg und schaffen mit druckvollen Gitarren-Kraftfutter und spährischen Spannungsbögen zu lieblichen Metalballaden - ein Einstieg, der sich definitiv hören lassen kann. Das Songwriting ist absolut eigenständig, die Hooklines bohren sich unweigerlich in den Schädel, zu den Balladen, wie "Out Of Hurt" nur mir Klavierbegleitung läßt sich herrlich träumen, Metallherz was willst du mehr?

Mal sehen, die Konkurenz aus Holland hat ja auch ein paar Jahre und die TV-Rotation gebraucht
- von SENGIR hoffe ich vergleichsweise eher wieder was Neues zu hören, meinen Segen habt ihr!
Fazit: In dieser Sparte das Beste dieses jungen Jahres, or just another chapter in the gothic rock novel ...


Sir Ritchie für THE GOTHICWORLD


Tracklist:
01. Intro
02. Soul´s alive
03. Moolight Reflection
04. Times Of Change
05. Feel
06. Cry Before The War
07. ACS
08. Ultimate Rest
09. Out Of Hurt
10. Guilty Water
11. Outro


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