CD-REVIEWS:

Finally    SLENDER FLAME:
"Finally"
CD (Eigenvertrieb)

Alphaville meets Wolfsheim meets Diary of Dreams und trotzdem sympathisch. So kurz könnte man es machen, ein paar Worte mehr werde ich mir aber doch erlauben.

Seit zehn Jahren gibt es SLENDER FLAME jetzt schon und nun wagen sie sich mit ihrem ersten full-time-Werk aus der Deckung. Der Anspruch an die eigene musikalische Entwicklung und höchstmögliche Qualität hatten hier die Hand an der Bremse. Und sie haben gut daran getan so lange zu warten und zu feilen. Zwar hört man auf den ersten Ton die musikalischen Vorbilder - der Waschzettel wünscht sogar viel Spaß beim Raushören - aber eigentlich jeder Song hat seine eigene typische Seele.

Die Musik ist beinah durchgehend elektronisch geprägt, nie hart oder aufdringlich, aber dennoch so kräftig, dass das Tanzbein juckt. Ab und an eine Prise akustische Instrumente verpassen dem Ganzen die Würze. Die Ähnlichkeit zu den Vorbildern kommt hauptsächlich durch den Gesang zum Tragen: Viel Marian Gold, etwas vom Echo-Gewinner Heppner und an den ruppigsten Stellen auch mal Adrian Hates.

Nach "walking through the dark", einem intensiven zweiten Stück auf der CD, kommt mit "ich kann dich sehen" ein mutiger Titel in Deutsch, ansonsten dominiert die englische Sprache. So schön das Stück auch ist, "Und du siehst mich nicht"-Heppner könnte die Klage gewinnen, so dicht ist man hier am Plagiatsvorwurf dran (SCHERZ!!!). Aber wer zehn Jahre am Wagen schraubt, der verpasst halt das Rennen.

Spätestens nach dem sehr gelungenen und kraftvollen "surrender" legt sich der Enthusiasmus beim Hörer allerdings, man hat alle Vorbilder erraten (wohin kann ich meine Lösung schicken) und musikalisch offenbart sich bis zum Ende keine neue Welt mehr. Es bleibt bei melancholisch poppigen Stücken, die jedoch beweisen, dass das Motto: "Alles nur geklaut" auch liebenswert, professionell und mit festem eignem Standbein funktioniert.

Eine Anmerkung noch zur den Titelnamen: Hier dürfte es gern ein Schuss mehr Innovation sein. "walking through the dark", "walking alone" und "alone" sind ein bisschen viel "walking" und ein Übermaß an "alone".


Daniel "Bela" Bartsch für GOTHICWORLD


Tracklist:
01. here´s my life
02. walking through the dark
03. from time to time
04. ich kann dich sehen
05. surrender
06. walking alone
07. alone
08. take my hand
09. remember
10. great on tv
11. where the end starts
12. ignorance


www.slenderflame.de