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EISBRECHER / TEXAS FUNERAL
16.04.04 - Krone Music Club, Frankenthal

EisbrecherEs ist einige Zeit vergangen, seit man die alte Live-Sau (im positivsten Sinne) Alexx W. auf einer Bühne sehen konnte. Nachdem mit dem aktuellen Album "Eisbrecher" das neue Projekt von Noel Pix und Alexx Wesselsky seit einigen Monaten am Start ist, ging es jetzt mit der neuen Band auf Tour.

Der Krone Music Club in Frankenthal erweist sich als guter Live-Club - ein größerer, abgetrennter Vorraum mit Theke und der eigentliche Saal mit gutem Blick auf die Bühne lassen das passende Rockclub - Feeling aufkommen. TEXAS FUNERAL geben den Opener an diesem Abend. Hart gespielter Riff-Rock der simplen Sorte - wenig aufsehenerregend.

EisbrecherDann wird es kalt - Zeit für EISBRECHER. Das ursprüngliche 2-Mann-Konzept wird auf der Bühne von einer sechsköpfigen Live-Band pur, schnörkellos und ohne große Effekte präsentiert. Der Sound ist prägnant und absolut in Ordnung, die Lightshow eher reduziert: 12 Lampen, 3 Strobes und dazu 'ne Nebelmaschine, dies aber gekonnt in Szene gesetzt. Da gibt's nichts zu meckern.

EisbrecherDie Arrangements auf dem Album enthalten einiges an elektronischen Elementen und Programming, was auf der Bühne aber nur in dem Maße eingesetzt wird, wie es für die Songs dienlich ist. Das kommt auf den Punkt und ist gelungen umgesetzt. EISBRECHER präsentieren sich live durch die "echten" Drums, Bass und Gitarren um einiges rockiger als auf der CD. Das tut der Band offensichtlich gut - als Zuschauer spürt man die Energie und Spielfreude der Musiker. Besonders Pix scheint sich an der Gitarre richtig wohl zu fühlen - kein aufgesetztes Posing, dafür massig Spaß beim Abrocken. Hier zeigt sich der versierte Studio-Tüftler auch als absolut überzeugender Live-Gitarrist.

EisbrecherIm Mittelpunkt steht aber natürlich der Frontmann und Sänger, dessen außergewöhnliche Stimme auch live den Charakter der Songs prägt. Dabei zeigt sich Alexx Wesselski als Live-Performer erster Güte, dem man anmerkt, dass er die Bühne liebt. Immer präsent sucht "Captain Al" die Nähe zum Publikum, schmeichelt, provoziert, animiert und reißt vor allem mit. Bei allem Charisma lässt sich ein klein bisschen natürliche Arroganz nicht verleugnen, dabei bleibt er aber immer authentisch und ehrlich. Alexx Wesselsky ist sicherlich eine der Persönlichkeiten in der deutschen Musikszene und es lohnt sich absolut, ihn und die Band live zu erleben.

EISBRECHER präsentieren ihr komplettes Album live, garniert mit zwei Songs vom megaherzlichen "Himmelfahrt" - Album plus der Club - Hymne "Miststück" als Zugabe. Interessant ist die Umsetzung von "Fanatica", dem am deutlichsten elektronisch geprägten Song auf "Eisbrecher". Hier schlagen Pix und Rene den Beat mit großen Schlegeln auf dazu umfunktionierten Licht-Traversen. Sehr rudimentär und ein interessanter Kontrapunkt zu dem in diesem Stück eingesetzten Programming.

EisbrecherInsgesamt spielen EISBRECHER ein homogenes Set, das gehörig rockt und keine Zweifel an der Live-Qualität der Band aufkommen lässt. So ist die Stimmung in der Halle auch hervorragend, obwohl das Konzert mit ca. 200 Personen eher mäßig besucht ist. Schade, denn diese Band hätte einen größeren Zuspruch verdient. Man darf gespannt sein, wie EISBRECHER den eingeschlagenen Weg weiter gehen - das Potenzial des Albums und der Live-Darbietung lässt auf eine erfolgreiche Fortsetzung hoffen. Fürs Erste kann man sich auf die neue Single "Schwarze Witwe" freuen, zu der es erstmals auch einen Video-Clip geben wird.


DJD (Dirk Kania) für GOTHICWORLD


EisbrecherLine - up:
Felix- Rhythmus-Git.
Rene- Drums
Max- Keys
Pix- Gitarre
Alexx- Vocals
Antoine- Bass

Playlist:
Polarstern
Herz steht still
Willkommen im Nichts
Angst
Dornentanz
Taub-Stumm-Blind
Du oder Ich
Sakrileg
Eisbrecher
Beiss mich
Schwarze Witwe
Zeichen der Venus
Fanatica
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Mein Blut
Miststück
Bix
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Frage
Willkommen im Nichts


Zum CD-Review "Eisbrecher"
Zum Interview mit EISBRECHER

www.eis-brecher.com