CD-REVIEWS:

Heading for Graceland    FINAL SELECTION"Heading for Graceland"
CD (Black Flames/Alive)

Dem eher ruhigen Synthiepop zelebrieren Final Selection aus Plauen. Anstatt auf Krach, Samples und stampfende Rhythmen, legen sie Wert auf Atmosphäre, Wehmut, Gefühl und Schönheit.
Zumindest beim Cover, dieser immerhin über 50min langen EP ist es ihnen gelungen. Ein wunderschönes Digipack mit Booklet, das Bilder auffährt die nur noch zum Träumen einladen. Die Frage ist, ob die Musik der Plauener diesem Gefühl ebenfalls entspricht.
Ein wenig erinnern sie an langsame Songs von ALPHAVILLE und damit auch gerade an die melancholische Intonation eines MARIAN GOLD, oder auch an die Berliner Synthiepopper DEFENCE OF RAGE.
In elegischen Soundlandschaften voller Wehmut schwelgen sie, der Rhythmus bleibt entspannt, verhalten... die Stimme ist sanft, sehnsüchtig, die Töne so zart, zerbrechlich... alles versinkt in Schönheit, Melancholie und ist somit also durchaus den Bildern entsprechend.
Nur leider verliert sich die ganze Geschichte nach dem dritten Song irgendwo im Nichts. Man hat ab jetzt das Gefühl einer ellenlangen Wiederholung beizuwohnen. Es gelingt nicht mehr Akzente zu setzen und die Musik wird schnell langweilig, erschlafft regelrecht. Selbst die 6 Remixe reissen hier nichts mehr raus. Passen sich zu sehr dem vorgegebenen Schema an, wagen es nicht auszubrechen. Von "Daydreams & Nights Hades" sprechen sie im Booklet. Wenn sich aber zwischen diesen beiden Eckpunkten so wenig Veränderung, gleichbleibende Emotion, ja Stillstand befindet, dann lohnt sich die Auseinandersetzung damit nicht mehr. Und somit ist eigentlich jede Chance die sich noch am Anfang eröffnete, vertan. Schade eigentlich. Mit ein wenig mehr Mut zu Ecken und Kanten, ein paar besseren Hooklines, und hin und wieder vielleicht sogar einer Rhythmusänderung und Final Selection könnten sicherlich an die Spitze des guten Synthiepop vordringen. So bleiben sie aber leider, trotz etlicher, guter Ansätze am Tabellenende.


ps. Und schon in der Tracklist zu erwähnen dass es sich bei irgendeinem Stück um ein "Instrumental" handelt finde ich persönlich ziemlich albern... traut man dass dem Hörer auch nicht mehr zu? Sowas zu erkennen? Oder geht man hier bei seiner Musik einfach davon aus, dass der Hörer es garnicht mehr merkt ?


Thomas Sabottka für THE GOTHICWORLD


Tracklist:
01 - Jupiters Child
02 - White Star
03 - Fade Into You
04 - Heading for Graceland
05 - At the Gates of Utopia (instrumental)
06 - Jupiters Child (d.s.o.t.m. remix by mc1r)
07 - I never wanted more (aslan faction remix)
08 - Absent Minded (e.s.r. remix)
09 - Tears (z prochek remix)
10 - I never wanted more (rector scanner remix)
11 - White Star (nam nam bulu remix)


www.final-selection.de