CD-REVIEWS:

Plasticlove    NEOSPASTICS "Plasticlove"
CD (Napalm Records)

NeospasticsJa, Ja, die Schweizer sind schon ein uriges Völkchen und immer für eine Überraschung gut. So gingen drei Jungs und ein Mädel hin, gründeten eine Band, gaben sich den klangvollen Namen NEOSPASTICS und machen nun "Songs For Assholes". Das ist doch mal ne klare Ansage, die einem gleich beim ersten Track entgegengeschmettert wird. Das Quartett gründete sich vor 5 Jahren und unterzeichnete im letzten Jahr einen Vertrag beim österreichischen Label "Napalm Records". Von da an begannen die Aufnahmen zu Ihrem Debütalbum "Plasticlove", das von nun an in jedem gut sortierten Musikfachhandel käuflich zu erwerben ist.

Ihren Stil bezeichnen Sie selbst als Spastic- Rock, was immer man darunter verstehen mag. NEOSPATICS wollen in keine Schublade gepresst werden und überlassen es dem Hörer selbst eine geeignete Bezeichnung für Ihre Musik zu finden. Hier kommen verschiedene Einflüsse zusammen und vermischen sich zu einer Art Pop- Grunge- Wave- Rock. Mit "Songs For Assholes" und "XXX For President" startet die Platte in der Tat ziemlich popig und elektronisch. Der erste Song erinnert mich vom Frauengesang her an die legendären FUZZBOX (kennt wahrscheinlich kein Mensch mehr) und der zweite wäre in den 80ern wohl ein Hit geworden. Danach wird's ein bisschen gitarrenlastiger. Bei "Dance Another Day" hat Sänger Pablo einen Hauch MARILYN MANSON in der Stimme und bei "Bubblegum Reality" einen Spritzer BILLY COGAN. Überhaupt hat der Sound für mich teilweise verdächtig viel von SMASHING PUMPKINS, aber gelegentliche Anleihen zum Werk "Mechanical Animals" von M.M. sind auch nicht von der Hand zu weisen. Eine Portion von dem Einen, ein Scheibchen von dem Anderen, garniert und serviert mit schweizerischem Einfallsreichtum und fertig ist die Kreation. Ungefähr so muss man sich die Musik vorstellen, die vom Prinzip her sehr abwechslungsreich, eingängig und auch tanzbar ist. Songs wie "Alienstar" und "Emotion" bleiben einem sofort im Ohr kleben und persönlich gefällt mir das Album zum Ende hin immer besser. Zum Abschluss gibt es dann noch einen Remix des dritten Tracks "Dance Another Day" von Tilo Wolff (LACRIMOSA).

Fazit: "Plasticlove" ist eine nette Platte geworden, nur ab und an könnten die Schweizer noch mehr in die Saiten hauen. Teilweise ist der Sound ein bisschen zu seicht und plätschert gefällig dahin, hier fehlt noch der gewisse Biss. Aber trotzdem ein ganz Viel versprechendes Debüt und von daher empfehlenswert!


Mariska Krüssel für GOTHICWORLD


Tracks:
01 - Songs For Assholes
02 - XXX For President
03 - Dance Another Day
04 - Bubblegum Reality
05 - Arrivel Openmind
06 - Here From Mars
07 - Alienstar
08 - Leave Me
09 - Love Behind Your Sky
10 - Emotion
11 - Reload
12 - The 77th Devinity
13 - Dance Another Day (Tilo Wolff - Remix)


www.neospastics.com