CD-REVIEWS:

Wie Pech & Schwefel    SCHANDMAUL"Wie Pech & Schwefel"
CD (Fame / BMG)

Den grössten Popularitätsschub in Sachen mittelalterlich beeinflussten Liedgutes haben in den letzten Jahren fraglos SCHANDMAUL bekommen, wobei mir persönlich die Band live immer besser gefallen hat als auf CD. An dieser Meinung ändert auch „Wie Pech & Schwefel“ nichts, denn trotz unverwechselbaren Songwritings und markantem Sound fehlen mir auf Tonkonserve der Biss, der raue Sound der Liveperformance und der unbedingte Wille, sich vor einem Publikum behaupten zu müssen und bestehen zu wollen.

Hinzu kommt, dass einem so manche Passage bei kritischem Hinterfragen doch seltsam vertraut vorkommt. Die Rhythmen ähneln sich ebenso, wie die Melodiebögen oder die Arrangements der einzelnen Songs. Das alles zwar auf einem hohen Niveau, aber für mich ist, verglichen mit den Vorgängeralben, keine wirkliche Weiterentwicklung oder Leistungssteigerung auszumachen. SCHANDMAUL musizieren – auf Tonträger wohlgemerkt - auf gleichbleibendem Niveau, ohne Höhen, ohne Tiefen, solide und irgendwie merkwürdig gehemmt, verglichen mit der Spielfreude der Konzerte.

Sicher werden Songs wie „Leb“, „Geisterschiff“ oder „Kalte Spuren“ live ihren Weg machen, doch berührt mich „Wie Pech & Schwefel“ in seiner Gesamtheit einfach zu wenig, als dass ich hier in Begeisterungsstürme auszubrechen würde.


Michael Kuhlen (OBLIVEON) für GOTHICWORLD


Tracks:
01. leb
02. drachentöter
03. der tyrann
04. kalte spuren
05. geisterschiff
06. das tuch
07. stein der weisen
08. der sumpf
09. das duell
10. die flucht
11. der schatz
12. tief im reich der träume
13. klagelied
14. der verbotene kuss
15. folk you


www.schandmaul.de