CD-REVIEWS:

The Inner Circle Of Reality    TIME REQUIEM "The Inner Circle Of Reality"
CD (Regain Records)

Time RequiemKlimperkönig Richard Andersson kennen einige sicherlich noch von seinem Vorgängerprojekt MAJESTIC. Wegen diverser Probleme wurde diese Band aufgelöst und zu TIME REQUIEM neu formiert. Für seinen zweiten Studiooutput konnte er Bassist Jonas Reingold und Schlagzeuger Zoltan Csörsz (beide von THE FLOWER KINGS) verpflichten.

Seine Musik bezeichnet der Meister selbst als neoklassischen progressiven Metal. Privat bevorzugt er lieber gar keinen Metal, sondern nur die klassische Musik von BACH, VIVALDI und MOZART und seine Lieblingsband ist man höre und staune ABBA. So verstehen sich seine Kompositionen als Mix beider Musikrichtungen, sozusagen ein auf Metal getrimmter Amadeus der Neuzeit.

Die Platte reißt einen nicht beim ersten Durchlauf vom Stuhl, man muss sich schon die Zeit nehmen und sich reinhören. Was natürlich sofort auffällt ist die begnadete und charismatische Stimme des Sängers Apollo Papathanasio, die das Ganze zu einem durchaus hörbaren Erlebnis macht. Zeitweilig wirken die Stücke aber etwas zu sehr in die Länge gezogen und man quält sich durch quietschige Gitarrensolos, ein galoppierendes Schlagzeug und spinett- oder kirchenorgelartige Keyboardeinlagen, die einem teilweise ganz schön auf die Nerven gehen. Dies kommt besonders beim Titelstück des Albums zum Tragen, das über elf Minuten lang ist. Zuviel Frickelei schadet eindeutig der Harmonie und ab und an täte etwas weniger davon ganz gut. Und immer über allem schwebend der kraftvolle Gesang, der es mir wirklich angetan hat und hier einiges rausreißt.

Auf "The Inner Circle Of Reality" kann man sich sieben verschiedene Tracks zu Gemüte führen. Den Achten und Letzten kann außer Betracht lassen, denn hierbei handelt es sich um eine 45 Sekunden Variation einer Bach Prelude. Wirklich herausragend sind für mich "Dreams Of Tomorrow" und "Definition Of Insanity". Hier kommt man mal mit weniger Klimperattacken aus und setzt dafür mehr auf eingängige und mitreißende Gitarreneinlagen. Insgesamt gesehen bezeichne ich Richard Andersson durchaus als grandiosen Musiker, aber wegen dem teilweise nervtötendem Georgel und Gitarrengejammer verteile ich hier ein paar Minuspunkte.

Eine Meinung über das Gesamtwerk muss sich hier bitte jeder selber bilden. Wer schon immer was für YNGWIE MALMSTEEN oder SYMPHONY X übrig hatte, der sollte auf jeden Fall mal reinhören.


Mariska Krüssel für GOTHICWORLD


Tracks:
01. Reflections
02. The Inner Circle Of Reality
03. Dreams Of Tomorrow
04. Attar Of Roses
05. Definition Of Insanity
06. Quest Of A Million Souls
07. Hidden Memories
08. Bach Prelude Variation (J.S. Bach)


www.anderssonmusic.com