CD-REVIEWS:

Touch In The Dark    ASRAI "Touch In The Dark"
CD (Transmission Records)

AsraiKennt man Gothic Rock aus den Niederlanden sonst nur in Form von Within Temptation oder den "alten" The Gathering, so wird beim Hören des zweiten Albums von ASRAI "Touch In The Dark" schnell klar, dass diese Ecke der Welt auch noch andere interessante Musiker zu bieten hat. Bereits 1997 veröffentlichten ASRAI ihre Debut CD, "As Voices Speak", damals noch unter dem Label Poison Ivy. Jetzt sind sie zurück mit ihrem neuen Werk "Touch In The Dark", dass zwar teilweise ein wenig an ihre Landsmänner Within Temptation erinnert, sich aber durch seinen reinen Frauengesang wiederum auch davon abhebt. Die großartige Stimme von Margriet Mol ist nicht nur mit der von Sharon den Adel zu vergleichen, sondern kann auch mit der von Siouxie (von Siouxie and the Banshees), Kate Bush und Sinead O'Connor mithalten. Einflüsse von Wave und Heavy Metal sind in der Musik von ASRAI genauso zu finden wie atmosphärische Violinen- und Synthieklänge. Gepaart mit der kräftigen, klaren Stimme von Margriet Mol ergibt sich daraus eine unverwechselbare Mischung, mit der ASRAI schon jetzt Wiedererkennungswert garantiert werden kann.

Das erste Stück auf dem Album "In Front Of Me" gefällt durch seine geschickt eingesetzten Gitarrenriffs in Kombination mit absolut reinem Gesang, bereichert durch chorusartige Backgroundvocals, die aus dem Song eine wunderbar runde Sache werden lassen. "Pale Light" bietet eine Mischung aus Gesang a la Kate Bush und Sinead O' Connor, mit sich steigernden, eingängigen Melodien, unterlegt von mittelalterlichen Schlagzeugklängen. "Touch In The Dark", der Titeltrack verschafft dem Hörer Gänsehaut durch eine permanent ansteigende Keyboarduntermalung in Verbindung mit melancholischen Gitarrenbreaks.

Den fünften Track "Tower" kann man als die Ballade des Albums bezeichnen, besteht sein Anfang lediglich aus über eine Minute dauernden Effekten. Das Stück setzt sich dann mit einem auffallend langsam gezupften Bass und chorusähnlichen Synthieklängen fort. "Dream" überzeugt mit seiner tieftraurigen Violine und "Child" durch eine extrem aggressive Gitarre, während "Garden", eindrucksvolle Keyboard Breaks mit der wirkungsvollen Stimme von Margriet Mol kombiniert, die hier ganz besonders der von Siouxie ähnelt. Das letzte Stück auf der CD, "Shadows", setzt eingängige elektronische Effekte ein und bildet einen überzeugenden Abschluss für das Album.

Auch die Gestaltung des CD Covers wurde von ASRAI nicht dem Zufall überlassen, zeigt es doch bereits, auf welche Art von Musik sich der Hörer hier freuen kann. Abschließend kann man sagen, dass "Touch In The Dark" ein überaus gelungenes, emotionales Werk ist. Wer gerne Nightwish und Within Temptation hört, wird sicher auch an ASRAI Gefallen finden. Frauenstimmen dominieren hier allerdings nicht nur, sondern sie beherrschen die CD durchgehend. Es gibt keine Gut und Böse-Duelle wie z. B. bei Within Temptation. Wer gerade diese Gegensätze schätzt, dem könnte "Touch In The Dark" vielleicht zu eintönig sein. Auch ich habe beim ersten Hören auf den Einsatz der Männerstimme gewartet. Gerade das Fehlen der männlichen Vocals macht die Scheibe aber beim zweiten Hören so interessant. Man wartet nicht mehr auf das, was eh nicht kommt, sondern kann sich voll auf den Gesang von Margriet Mol konzentrieren. ASRAI machen eine neue, eigenständige Art von Musik und da gibt's nun mal nur Frauenstimmen. Schließlich sind die Frauen mit 3 von 5 Bandmitgliedern ja auch in der Überzahl!


Ursula Kohl für GOTHICWORLD


Tracks:
01 - In Front Of Me
02 - Pale Light
03 - Whisper
04 - Restless
05 - Touch In The Dark
06 - Tower
07 - Dream
08 - Child
09 - Garden
10 - Shadows


www.asrai.net