interview:

COLLAPSE 7
"Mit Terror haben wir nichts am Hut ..."

Collapse 7Inspiriert durch das großartige Debut-Album "in deep silence" (siehe Review) der österreichischen Death Metal Combo COLLAPSE 7 habe ich Mario Klausner (Vocals, Bass) um ein Interview gebeten, in dem nicht nur musikalische sondern auch mal ein paar private Fragen gestellt werden dürfen. Es ist ja bekannt, dass Fans auch immer mal gerne ein wenig hinter die Kulissen ihrer Stars schauen. Ich muss zugeben, dass auch ich angenehm überrascht war, was für nette Menschen doch solch böse Mucke machen können. Während ich dies nun schreibe, höre ich natürlich, na was wohl, COLLAPSE 7, denn was macht kreativer als eine gute Death Metal Scheibe im Player?

GW: Kannst Du mir etwas über die Entstehungsgeschichte von COLLAPSE 7 erzählen?

Mario: Wir gründeten uns bereits 1992, damals unter dem Namen PATHETIC. Zu der Zeit spielten wir Melodic Death Metal und für die Gründung der Band sind Werner Freinbichler und ich verantwortlich. Ein guter Freund von uns, Manfred Schneider spielte Drums und so hatten wir auch ziemlich schnell unser erstes Demo eingespielt. Bei den anstehenden Liveauftritten hat dann ein zweiter Gitarrist ausgeholfen. 1995 waren wir wieder im Studio um die Mini-CD "As We Fade" einzuspielen und die Scheibe war unter den damaligen Umständen schon äußerst professionell und gut produziert. Danach haben wir viele Gigs mit unserem heutigen Gitarristen Gerald Huber gespielt. Seitdem bilden wir drei auch den Kern von COLLAPSE 7. Im Jahre 1996 bekam ich das Angebot, bei den Salzburgern BELHEGOR einzusteigen, welches ich auch annahm. Dadurch war ich viel unterwegs und die Zeit für meine eigene Band wurde knapper. Zudem stieg zu dem Zeitpunkt unser Drummer aus und es ging fast nichts mehr. Ganz im Stillen machten wir aber trotzdem mit dem Songwriting weiter. Als ich dann bei PUNGENT STENCH einstieg, kam ich auch mit HOLLENTHON in Berührung, bei denen ich schließlich auch noch live mitspielte. Dort lernte ich unseren jetzigen Drummer Mike kennen, der wirklich extrem gut spielt und somit war das Line-Up für COLLAPSE 7 fertig.

Collapse 7GW: Wie habt ihr euch zusammen gefunden und wie lange spielt ihr schon eure Instrumente?

Mario: Da wir alle aus der Mozart-Stadt Salzburg sind, war es keine große Sache zu einer Band zusammen zu finden. Es gibt zwar eine gute Metal-Szene hier zu Lande, aber trotzdem ist es schwierig, gute Musiker zu finden. Ganz im Gegensatz zu Schweden oder auch Florida, wo man sie wahrscheinlich an jeder Ecke findet. Unser Drummer Mike ist aus Wien und ich lebe mittlerweile auch dort. Mike spielt seit seinem 6. Lebensjahr Schlagzeug und der Rest von uns macht auch schon ca. 10 Jahre Musik.

GW: Wie komponiert ihr eure Songs, bzw. wer schreibt die Lyrics?

Mario: Für das Songwriting sind wir alle verantwortlich. Wir teilen das sehr gut auf, da wir der Meinung sind, dass das die Kreativität fördert und die Scheibe abwechslungsreicher macht. Ich glaube, das ist eine große Stärke von uns und hat viele Vorteile. Es gibt so viele Bands, in denen es Teams von Songschreibern gibt. Das sind meistens 2 Personen und da kann es mitunter schon mal öde werden und das merkt man den Songs dann an. Genau das wollen wir vermeiden, bei uns kann sich jeder einbringen. Die Lyrics stammen von Gerry und mir und wir ergänzen uns genial. Ganz früher, als er noch nicht dabei war, habe ich alle Texte alleine geschrieben und so ist es natürlich viel besser. Man inspiriert sich einfach gegenseitig und das kommt dann dem gesamten Arrangement der Stücke zugute.

GW: Was ist der Hintergedanke bzw. die Botschaft, die ihr vermitteln wollt?

Mario: Wir haben keine bestimmte Botschaft, die wir vermitteln wollen, denn wir sind keine Pseudo-Priester, die den Leuten irgendeine Leier predigen und ihnen vorschreiben wollen, was besser für sie ist und was nicht. Wir wollen einfach gute, ernsthafte Musik machen, die sehr starke Emotionen hervorruft und vor Allem zum Nachdenken anregt. Ich denke bei unserem Konzept ist das nicht schwer.

Collapse 7GW: Wies seid ihr auf den Namen COLLAPSE 7 gekommen? Habt ihr euch da auf den Anschlag vom 11. September bezogen?

Mario: Also, COLLAPSE 7 ist ein Bandname mit vielen Bedeutungen. Wir wollten einen modernen Namen, den man sich dazu noch leicht merken kann. Collapse an sich schockiert schon ein bisschen und wenn man die Zahl 7 betrachtet, wird man feststellen, dass es sich um eine sehr mystische Zahl handelt, die in vielen Religionen und Kulturen vorkommt. Das 7. Zeichen oder die 7 Weltwunder sind nur zwei Beispiele, die ich Dir nennen kann. Und wer weiß, vielleicht hat die 7 irgendwann etwas mit der vollständigen Apokalypse zu tun… (Anm. GW: wir wollen es nicht hoffen, gehen wir lieber von der These aus, dass die 7 mit dem Spektrum der Farben und den Tönen in der Musik zusammen hängt;-). Mit Terror haben wir nichts am Hut, weil wir weder politisch sind, noch solche Lyrics schreiben. Es ist aber wahr, dass man auf die Idee kommen könnte, da man im Internet wohl einiges unter COLLAPSE 7 findet, das mit dem Fall eines der Twin-Tower zusammenhängt. Wahrscheinlich wurde es das 7. Gebäude genannt, aber ich kann Dir garantieren, dass das in unserem Fall reiner Zufall war.

GW: Welche Musik hört ihr so privat?

Mario: Eigentlich hören wir sehr viel Verschiedenes, aber im Prinzip hat alles mehr oder weniger immer mit Metal zu tun. Ich bin z.B. ein großer 70-er Rockfan und sammle mit Leidenschaft Platten aus dieser Zeit. Wir mögen aber auch modernere Extrem Metal Klänge wie z.B. Soilwork oder Messuggah. In unseren Regalen befinden sich aber auch Movie-Soundtracks, wie gesagt es ist sehr vielseitig. Am besten gefällt uns aber immer noch gut durchdachter Death Metal (wie sollte es auch anders sein), von dem es aber leider nicht mehr allzu viel gibt und deswegen leben wir vielleicht diesbezüglich doch etwas in der Vergangenheit.

Collapse 7GW: Wie sehen eure Zukunftspläne aus?

Mario: Wir werden in Zukunft regelmäßig gute Alben schreiben und diese natürlich auch live präsentieren, denn wir sind eine intensive Liveband und das werden wir auch in absehbarer Zeit wieder unter Beweis stellen. Wir sind nun endlich soweit, dass wir unsere Musik in größerem Umfang verbreiten können. Einige unserer Ziele haben wir zwar erst mit großer Verzögerung erreicht, aber am Ende zählt nur das man es tatsächlich erreicht hat. (Anm. GW: Wie sagt man so schön: Der Weg ist das Ziel!)

GW: Wann wird eure Website fertig sein (wir sind schon ganz gespannt auf Bandfotos)?

Mario: Unsere Website wird definitiv in Kürze fertig gestellt und es wird auch Zeit, denn viele Leute warten schon darauf. Es wird auf jeden Fall eine umfangreiche Bilddokumentation aller Musiker geben und auch der ein oder andere Schnapp(s)schuss wird nicht fehlen.

Mario KlausnerGW: Wie seht ihr eure Chance, als Apocalyptic Death Metal Band in Österreich? Wir wissen ja alle, dass Österreich nicht der Nabel der Welt ist, aber vielleicht ist das gerade das Besondere das euch weiterbringt ...

Mario: Wir sind froh, nicht der Nabel der Welt zu sein und das in jeder Beziehung. Schau mal, wir Ösis sind ein friedfertiges, witziges Alpenvolk (Anm. GW: auch wenn's nicht immer so klingt;-). Außerdem sind wir sehr naturverbunden. Ich bin überzeugt, dass die meisten Österreicher sich hier pudelwohl fühlen und das nicht zuletzt wegen der schönen Landschaft und der zum Glück nicht vorhandenen Atomkraftwerke. Es gibt doch immer Bands, die außergewöhnlich sind und aus einem außergewöhnlichen Land kommen. Aber das heißt nicht, dass man es nicht trotzdem schaffen kann (Anm. GW: das werdet ihr sicher!!!). Außerdem hat sich diesbezüglich schon sehr viel geändert und das haben wir sicherlich ein wenig PUNGENT STENCH zu verdanken, denn sie machten Extrem Metal Marke Österreich erst richtig salonfähig. Auch BELPHEGOR oder DISASTROUS MURMUR seien hier genannt. Solche Bands sind schon sehr eigen und dieser derbe Charme hat schon so manches harte Metal-Herz weichgeklopft, hi, hi!!! (Anm. GW: das kann ich bestätigen, mir geht's auch nicht anders!) Ich möchte mich für das Interview bedanken und jedem Extrem Metal Fan unser Debut-Album "in deep silence" ans Herz legen.

GW: Wir haben zu danken! Ein so informatives Interview unterlegt mit österreichischem Charme mache ich doch immer wieder gerne.


Ursula Kohl für GothicWorld


COLLAPSE 7 Album "In Deep Silence"

www.collapse7.com