CD-REVIEWS:

Nattfödd    FINNTROLL "Nattfödd"
CD (Century Media)

FinntrollSogar in Finnland scheint es Momente zu geben in denen Musiker erwachsener werden. Hätte man vor „Nattfödd“ FINNTROLL vielleicht noch als eine musikalische Version von Pumuckel für Erwachse beschreiben können, fällt mir das nach dem neusten Album zunehmend schwerer.

Nicht das sie nach dem Tod Somniums ihre Unbeschwertheit verloren hätten oder ihr neuer Sänger weniger aggressiv grunzen kann, aber „Nattfödd“ kommt doch das ein ums andere Mal schneller zum Punkt als die Vorgänger. Auch die Übergänge zwischen wüstem Metal und folkig maskuliner Lagerfeuertanzbarkeit sind deutlich homogener ausgefallen und werden einem etwa bei „Det Iskalla Trollblod“ nach einem düsteren überraschenden New-school Intro in Perfektion vor Augen geführt.

Generell verändert haben die Finnen nichts und daran tun sie gut, denn es gibt heuer keine Band die auch nur versucht sich auf diese Gebiet zu wagen, dass FINNTROLL vor Jahren betraten. „Fiskarens Fiende“ oder das vorab ausgekoppelte „Trollhammaren“ als melodischere keyboardbelastete Wodka und Biervernichter, der sich langsam entwickelnde Opener oder das überraschend flotte und rohe „Marknadsvisan“ für die Abwechslung.

Und somit wird auch „Nattfödd“ einmal mehr ein glänzender Stopp auf ihrem Weg zum Trollolymp sein, bei dem Ehre und Ru(h)m danach verteilt werden, wie man effizient und augenzwinkernd seine Audienz unterhält ohne sich gleich dem Holzhammerhumor zu verschreiben - Und wie man mit gekonnt witzigem Songwriting, gewollt technischen Durchschnitt der Bandmitglieder kompensiert.
Großartig, was sonst!


Torben (metal-inside) für GOTHICWORLD


Tracks:
01. Vindfärd / Människopesten
02. Eliytres
03. Fiskarens Fiende
04. Trollhammaren
05. Nattfödd
06. Ursvamp
07. Marknadsvisan
08. Det Iskalla Trollblod
09. Grottans Barn
10. Routas Vaggvisa


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