CD-REVIEWS:

Erde    FORSETI "Erde"
CD (goeart / Grunwald)

Nun halten wir sie also in den Händen! Die fast schon sehnsüchtig erwartete neue CD von Forseti "Erde".
Im schlichten, grauen Digipack, dezent mit einigen s/w Landschaftsphotos veredelt, lädt sie optisch und musikalisch zum Träumen ein. Auf pure Wesentlichkeit reduziertes Erscheinungsbild, wird dieses Konzept auch musikalisch konsequent weiter geführt.
Nichts bombastisches, überbordenes verstört den Hörer!
Einfache Melodien, getragen von Akustikgitarre und männlichen/weilbichen Stimmen. Die in einfachen und doch sehr romantischen Sprachbildern von Landschaften, Wanderern in den selbigen, oder nie verheilenden Schmerzen erzählen.
Akzentuiert werden zurückhaltende Percussion, ebenso wie ein hingehauchtes Akkordeon eingesetzt, auch Flöten oder Klarinetten tauchen auf. Die schönsten Momente aber entstehen, wenn eine fragile, klagende Violine, einsam sich aus dem eh schon zerbrechlichen Musikgebilde erhebt.
Man kann Andreas Ritter sicherlich vorwerfen dass seine romantischen Landschaftsbeschreibungen belanglos sind... Auch kann man Texten in denen von Ähren gesungen wird, die trotz vernichtendem Hagelsturm im nächsten Frühjahr sich wieder stolz in die Höhe recken, sicherlich eine latente rechte Tendenz hineininterpretieren. Man kann es aber auch einfach sein lassen!
Sich statt dessen einer wunderschönen, romantischen Neofolk CD hingeben, die musikalisch und von der Stimmung her zur Zeit wohl zu dem Beeindruckensten gehören dürfte was diese Szene zu bieten hat.
Das dürfte nicht nur ein Verdienst der kompositorischen Fähigkeiten des Forseti Masterminds Andreas Ritter sein. Denn oft genug erschienen mir diverse Neofolk-Veröffentlichungen sehr gleichförmig. Hier aber wird nicht nur durch die geschickt plazierten Instrumente, sondern auch durch die Gastauftritte so nahmhafter Kollegen wie Ian Read (Fire & Ice), Kim Larsen (:Of The Wand And The Moon:), Uwe Nolte (Orplid) oder Sonne Hagal für Abwechslung gesorgt.

Fazit: Das Forseti auch optisch nicht mehr mit der Kleiderordnung bestimmter längst vergangener Organisationen spielen, haben sie nicht zuletzt auf dem WGT bewiesen. Das Musik auch gerne provozieren darf gehört zum Geschäft. Das die eine oder andere Äußerung, Symbolik vielfältig deutbar ist genauso . Wer aber einfach nur eine schlichte Neofolk CD hören möchte, sich ganz unbefangen den wunderschönen Klängen hingeben und von Nebel über dunklen Bergwäldern, oder sich im Wind wiegenden Ähren träumen möchte... der kann sich mit "Erde" vor ein paar CASPER DAVID FRIEDRICH Gemälde setzen und wird sicher ein paar schöne Momente erleben.

Thomas Sabottka für THE GOTHICWORLD


Tracklist:
01 - Korn
02 - Eismahd
03 - Lichterflug
04 - Empfindsamkeit
05 - Erdennacht
06 - Dunkelheit
07 - Sterne
08 - Der Graue König
09 - Schmerzen
10 - Müder Wanderer
11 - Das Abendland


www.forseti-netz.de