CD-REVIEWS:

Redefine    SOIL "Redefine"
CD (J-Records/BMGx)

SoilSOIL melden sich zwei Jahre nach ihrem Debüt "Scars" eindrucksvoll mit "Redefine" zurück. Schon mit dem Vorgänger hatten mich die fünf Jungs aus Chicago vollkommen überzeugt und schaffen es nun auch noch einen draufzusetzen. Eine Platte mit absoluter Suchtgefahr, die sich in die Gehörgänge frisst und wahrscheinlich hilft nur eine Notoperation, um sie wieder aus meinem Player zu entfernen.

Ihrem Stil bleiben sie in jedem Fall treu und bieten auf dem Neuling natürlich auch wieder gekonnte Gassenhauer wie zuvor schon "Halo" oder "Unreal". Eine gelungene Mischung aus Rock und Metal, wobei andere sicher hier den Ausdruck Nu- Metal in den Mund nehmen würden. Da diese Bezeichnung aber bei mir immer diesen bitteren Nachgeschmack hinterlässt und zu vieles einfach in diese Schublade gepresst wird, werde ich den Teufel tun und SOIL diese Zwangsjacke verpassen.

Bitte Ohren anlegen und Lautstärkeregler auf Anschlag! Wir starten mit "Pride" und lassen uns erst mal ordentlich den Kopf frei pusten. Etwas ruhiger geht es dann bei "Redefine" und "Can You Heal Me" von statten und so kann man erst mal entspannt zurücklehnen und sich an den Druck auf die Lauschorgane gewöhnen. Kleine zwischendurch aufkommende Luftlöcher überstehen wir so unbeschadet und auch wenn es ordentlich rüttelt und schüttelt, genießen wir den weiter Flug. Auf halber Strecke darf natürlich das obligatorische Glas Champagner nicht fehlen. Es gibt die Hausmarke "Remember", die ordentlich auf der Zunge prickelt und einem derart die Sinne vernebelt, sodass wir in einen Zustand der äußersten Verzückung verfallen und erst wieder durch ein weiteres Luftloch namens "Deny Me" auf den Boden der Tatsachen zurückfinden. Orientalisch anmutende Klänge schweben für kurze Zeit im Raum, die in einem Trommelfeuer münden und von verzweifeltem Gesang begleitet werden.

Da müssen wir erst mal wieder bei "Something Real" zu Verstand kommen und durchatmen, auch wenn wir jetzt ein paar Tränchen aus lauter Melancholie vergießen, denn das Ende unseres Fluges naht. Konnten wir uns nach dem Start noch zurücklehnen, müssen wir uns beim Landeanflug anschnallen, denn der Wetterdienst hat tosende Winde vorausgesagt. Tatsächlich macht das Sturmtief "Love Hate Game" dem Piloten schwer zu schaffen und wir werden hin und her geworfen. Doch die Landung auf dem Flughafen "Obsession" klappt reibungslos. Völlig erschöpft und zerzaust, aber dennoch glücklich beenden wir diesen Trip und so mancher wünscht sich, dass Ganze noch einmal zu durchleben……..zum Glück gibt es ja für solche Zwecke die Repeat- Taste!

Uneingeschränkte Reisebuchungsempfehlung!


Mariska Krüssel für GOTHICWORLD


Tracks:
01 - Pride
02 - Redefine
03 - Can You Heal Me
04 - Cross My Heart
05 - Suffering
06 - Remember
07 - Deny Me
08 - Something Real
09 - Say You Will
10 - Love Hate Game
11 - Obsession


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