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BOCHUM TOTAL
25.07.2004 - TANZWUT / THE CRÜXSHADOWS

TanzwutNatürlich gab es beim Bochumer Spektakel noch eine ganze Menge mehr zu sehen, jedoch wollen wir nur über den düsteren Teil des Sonntages berichten. Nein, nicht über das Wetter im Sommer 2004, sondern über obige Bands.

Nach kleineren Verzögerungen im Aufbau und Soundcheck forderten TANZWUT ihr Publikum in gewohnter Weise auf, "…und nun tanzt!" Auch wenn das Publikum hier nicht so speziell war wie auf den meisten Konzerten der Berliner, wollten die Zuschauer Spaß und hatten diesen auch sichtlich. Trotz Soundcheck dauerte es leider zu Beginn des ersten Tracks eine Weile, bis sich all die Instrumente und des Teufels Stimme zu einer Einheit zusammen schlossen. Am Ende des ersten Tracks passte zwar alles zusammen, aber den Regler mit der Aufschrift "Master-Volume" hätte man auch ein TanzwutWenig zurück nehmen können. Wer TANZWUT bereits kannte, hätte sich sicher über ein paar neuere Lieder gefreut, denn improvisierte Textänderungen und auch ein neues Bühnenbild zum Abschluss lassen nicht darüber hinweg täuschen, dass es langsam Zeit für ein neues Album wird. Nach dem Release der aktuellen DVD wird dies ja sicher bald anstehen.

Bei wesentlich mehr Verzögerungen durften wir uns auf THE CRÜXSHADOWS freuen, die ihre Tour extra für Bochum Total unterbrochen hatten. Heute in Bochum und morgen schon in U.K. The show must go on… Leider können wir Euch keine Bilder dieser Künstler liefern, da wir trotz vorheriger Absprache und dank Einweg-Fotoerlaubnis nicht bei allen vier Bands des Abends fotografieren durften.

Obwohl man Sänger Rogue ansehen konnte, dass die Tour ihn mitnimmt - oder lags am Wetter - gab er auf der Bühne und im Publikum wie gewohnt einfach alles. Leider auch hier, wie schon bei Tanzwut, schlechte Abmischung der Instrumente. Rachels Violine kaum hörbar, dafür Rogues Stimme zum Teil übersteuert und verzerrt. Vielleicht lag es ja an den technischen Problemen, die auch Sänger Rogue beim Gang durch die Menge hin und wieder verstummen ließen. Trotz Allem bebte auch hier der Asphalt, obwohl das Publikum sichtlich gemischt war.

The CrüxshadowsSongs wie "Winterborn" reißen halt einfach jeden mit. Da leider durch die anfänglichen Umbauarbeiten nur noch etwa 45 Minuten Spielzeit übrig blieben, einigte sich die Band um 5 Minuten vor 22 Uhr darauf, zum letzten Track "Marilyn, my bitterness" überzugehen. Auch hier ging die Menge mit, bis um 22 Uhr pünktlich der Stecker gezogen wurde. Das Licht erlosch und der Sound verschwand zusammen mit dem Regen im Rinnstein.

Wer jetzt mit Stille gerechnet hat, der irrte sich gewaltig. Rogue und seine Mädels sangen weiter, unterstützt vom tobenden Publikum. Wer zum Feiern angereist war, der feiert auch bis zum Schluss. Hier muss ich mal sagen, dass ich so etwas noch auf keinem Konzert erlebt habe. Einen solchen Abgang haben THE CRÜXSHADOWS sicher nicht verdient. Zumindest den letzten Track sollte man ausspielen dürfen.

Wie heute am darauf folgenden Tag durch den Veranstalter bekannt gegeben wurde, lag das Abschalten an den strengen Auflagen der Stadt. Wären da nicht die technischen Probleme gewesen, hätte man sich natürlich noch beim Publikum entschuldigt. Wir denken nicht, dass dazu technisches Equipment nötig gewesen wäre, da auch Rogue ohne Verstärkung zu hören war.


Markus Holzer für GOTHICWORLD

Tanzwut-Fotos von Linda Lanfers
Crüxshadows-Foto vom Zillo 2004 von Ivo Klassmann

www.bochumtotal.de