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BURGFOLK FESTIVAL
24.07.2004 - Schloß Broich, Mühlheim a.d.R.

BurkFolk 2004Drei Wochen nach dem CASTLE ROCK Festival öffnete Michael Bohnes vom Kulturbetrieb erneut die Tore des Mülheimer Schloss Broichs - dieses Mal für das BURGFOLK, was bereits ins dritte Jahr geht. Der Wettergott war uns allen gut gesonnen und verwöhnte die rund 2000 Gäste im Gegensatz zum Castle-Rock mit reichlich Sonnenstrahlen. Ich selber war zum ersten Mal bei einem Folk-Festival und konnte mir da auch nicht viel drunter vorstellen. Nach der ersten Band CONNEMARE STONE COMPANY wurde mir allerdings klar, was Folk wirklich ist.

Connemare Stone CompanyDie fünf Iren, Schotten und Kelten verbinden Irish und Scottish Folk mit Elementen von Folk-Rock und haben das Ziel genau diese Musik im Ruhrgebiet zu verbreiten, wofür sie auch bei einigen Stadtfesten auftreten. Mit Mandoline, Querflöte, Schlagzeug und diversen anderen Instrumenten gab das ganze einen guten Klang - allerdings hatte die Band nicht sehr viele Zuschauer. Der Opener hats halt ungerechterweise am schwersten- es war noch früh am Tag und der Hof füllte sich erst allmählich. Trotzdem ziemlicher Beifall, sicherlich auch besonders für den Sänger Olaf Mesenbrock- "The golden voice of celtic music".

Insgesamt ein sehr gemischtes Publikum, Haupt-Kleiderfarbe dieses Mal nicht schwarz und auch einige Familien mit Kindern vertreten. Manch eines sogar im mittelalterlichen Gewand, was total süß aussah.

Stellt sich etwas die Frage, ob es für Kinderohren nicht zu laut war, der Sound beim Castle-Rock war manchmal etwas undeutlich, beim Burgfolk oftmals zu laut bzw. zu schrill. Manchmal half da nur noch schreien um den Gesprächpartner verstehen zu können. Aber wir waren ja auch nicht zum unterhalten da, sondern um Musik zu hören.

Osiris TaurusNach dem Opener folgte die vierköpfige Band OSIRIS TAURUS- Oriental Mystic Folkband. Osiris wurde als Gott der "zwei Länder" verehrt, als Gott des Himmels und der Unterwelt. In die Unterwelt hätte ich mich auch gern verkrochen. Das ganze hat einen sehr orientalischen Touch, wirkte aber oftmals übertrieben. Amira Hani- von der auch Choreographien und Kompositionen stammen- tanzte sich die Seele aus dem Leib und begleitete das ganze mit einer Art Gesang, wobei ihre Stimme irgendwann auf die Nerven ging. Doch andere fanden es toll, was die Hauptsache ist.

Erstmals ist eine DVD in Planung über das Burgfolk, 5 Kameras insgesamt haben das Geschehen eingefangen, Bands und Publikum wurden interviewt. Sehr gute Idee und sicher eine schöne Erinnerung. Vom Castle-Rock gabs ja dieses Jahr zum 5-jährigen eine CD, zum Burgfolk nun diese Idee. Da freut sich bereits der ein oder andere Fan drauf. Die Preise beim Burgfolk wieder recht niedrig, Eintritt sowieso unter dem allgemeinen Preisniveau, Wasser, Cola etc. für zwei Euro, T-Shirts lagen bei 12 Euro. Kaum zu glauben, wo gibt es so etwas schon?

MoskoteKurz nach 15 Uhr kamen MOSKOTE auf die Bühne, die besonders auch mit ihrem Trinkspruch "Auf die Helme" das Publikum in Stimmung brachten. Vielen war die Band auch bereits recht gut bekannt- so schien es zumindest. Hier wird Mittelalter mit Heavy Metal verknüpft was eine sehr gute Mischung abgibt. Super Show, die zum springen, singen und tanzen einlud. Zum ersten Mal kochte der Burghof so richtig. Zurzeit auch auf einer längeren Tour spielen MOSKOTE sogar am 29.07. in einem Celtic Pub in Gummersbach, was man als Fan sicherlich nicht verpassen sollte.

BardicDanach eher etwas ruhiges- BARDIC- ein Duo mit Gitarre und Geige betraten die Bühne. Die beiden haben bei bislang über 500 Auftritten bundesweit als auch bei Festivals in den Niederlanden, in Belgien sowie bei Konzerten in Irland und Cornwall ihr Können gezeigt, und auch hier wurde deutlich, das es nicht zwangsläufig mehr als zwei Personen auf der Bühne bedarf um das Publikum zu begeistern. Die beiden haben eine starke Ausstrahlung und sprechen die Menge auch immer wieder direkt an. Ihre Songs sind keltischer Natur oftmals vermischt mit leichten Rock- und Klassikelementen, die das Publikum mit Gesang und Klatschen begleitete.

SchelmishMittlerweile war die Burg auch sehr gut besucht und man drängelte gegen 17:30 Uhr nach vorne. Ein Topact auf den viele gewartet hatten stürmte endlich die Bühne: SCHELMISH. Sehr abwechslungsreiche Musik mit unterschiedlichen Instrumenten- von der Sackpfeife bis zur Drehleier war hier wirklich alles dabei, was das Mittelalter zu bieten hat. Die Masse tobte und hörte Dextro aufmerksam zu, wie er über eine Reise im 13. Jahrhundert durch Frankreich berichtete. Phantasie war nötig um zu folgen, was aber richtig Spaß machte. Spaß machte auch, dem Striptease von Luzi zuzusehen, an dessen Ende er plötzlich im rosa Höschen da stand. Kurz zeigte er uns seinen String Tanga und verschwand dann zum Umziehen hinter der Bühne. Weiteres Highlight sicherlich das Feuerspucken von Des Demonia gegen Ende der Show, kam zwar im Hellen nicht so gut rüber wie es in der Dunkelheit der Fall gewesen wäre, aber auf jeden Fall toll anzusehen und wurde mit tosendem Beifall versehen. Wahnsinnsleistung, die die 7-köpfige Truppe da auf Bühne zeigte und den Innenhof damit zum Beben brachte. Fraglich ist allerdings, ob viele der "anstößigen" Ausdrücke nötig waren, da ja doch einige Kinder zuhörten.

SkycladNun ging es wieder Richtung Folkmetal- SKYCLAD begannen. Die 4-köpfige englische Band waren Vorreiter in der Verknüpfung von Folk und Metal, was auch eindeutig zu sehen war. Mitreißende Songs und besonders die elektrische Violine hatte einen super Klang. Alle Bandmitglieder tanzten und sprangen auf der Bühen herum, es war die reinste Freude. Sie sahen aus als machte es ihnen auch viel Freude, die Stimmung kam sehr gut herüber und die Lieder waren recht unterschiedlich. Auf jeden Fall sind Skyclad sehr empfehlenswert und man sollte sie sich ansehen, wenn sich die Gelegenheit bietet. Sicherlich eine der Bands, die man beim Hören auch sehen muss.

Für halb neun war dann der Headliner geplant. Die Umbauarbeiten zwischen den Bands gingen wesentlich schneller als noch letztes Mal beim Castle-Rock, sodass SCHANDMAUL bereits gegen 20:15 unter tosendem Beifall auf die Bühne kamen. Einige waren sogar extra von weiter her angereist um Schandmaul zu sehen und viele "Teufelsweib"-Shirts waren zu sehen. Kinder drängten nach ganz vorne und konnten so eben über die Absperrung drüber gucken.

SchandmaulBereits beim letzten Burgfolk waren die Mittelalter-Folkrocker dabei und hatten für große Begeisterung gesorgt, letztes Jahr noch vor Corvus Corax, dieses Jahr dann Topact. Und das nicht ohne Grund. Ein Feuerwerk von Licht- und Soundeffekten erwartete uns und die Stimmung erreichte ihren absoluten Höhepunkt- sowohl auf der Bühne als auch im Publikum. Akkordeon, Flöte, Geige- alles was das Herz begehrte wurde gespielt und dazu kräftigst gesungen und gefeiert. Bis ca. 22:10 Uhr dann verabschiedeten sich Schandmaul unter tosendem Beifall nach mehreren Zugaben.

Burgrock 2004Weiter gefeiert werden durfte dann bei der After-Show Party, dieses Mal nicht im Ringlokschuppen, sondern im Gewölbekeller vom Starclub Mülheim, lediglich 15 Gehminuten entfernt.

Neben dem Castle-Rock wieder ein wirklich gelungenes Festival was Michael Bohnes da auf die Beine gestellt hat mit einer sehr guten Mischung aus den unterschiedlichsten Folkarten und tollem Line-up. Super Ambiente im Schloss Mülheim und immer wieder spitze, wie selbstverständlich sich die Bands im Publikum bewegen.

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr und sagen Danke an Michael Bohnes.


Linda Lanfers für GOTHICWORLD
Fotos von Markus Holzer


www.burgfolk-festival.de