CD-REVIEWS:

Grip    FORMFLEISCH "Grip"
EP (Eigenvertrieb)

FormfleischFormfleisch?
Das ist dieses Zeug, dass aus allem möglichen Dreck zusammengepantscht, einem als Fleisch oder Wurst verkauft wird und meist auf den "wie beim Lieblingsitaliener schmeckenden" Fertigpizzen liegt.
Musikalisch denkt man bei einem derartigen Begriff eher an Industrial!

Bei den ersten Klängen von "Grip" wähnte ich mich dann auch schon auf der richtigen Seite, bis plötzlich diese E-Gitarre einen astreinen Rockpart spielte, schwere, bombastisch-elektronische Orchesterschläge einsetzten und dann... dann kam diese Stimme.
Eine Sängerin die mit einem wahnsinnigen, exzessiven und ausdrucksstarken Organ, zwischen Plärren, Flüstern, Seufzen, Hauchen, Schreien, Arienknödeln, die gesamte Bandbreite weiblichen Gesangsvermögens abdeckt und einen förmlich gegen die Wand donnert.
Dazu dann eben diese kraftvolle, sehr experiementierfreudige Mischung aus Elektronik, Rockgitarren, Samples, treibendem Schlagzeug, all den intellektuellen Brüchen und Tempowechseln... das ist vielleicht nicht unbedingt die Neuerfindung des Rades... Eben wie oben genanntes (Pseudo)Lebensmittel eine Mischung aus allerlei Bestandteilen, die in der einen oder anderen (möglicherweise reinen) Form, so schon mal verwendet worden sind. Aber im Gegensatz zum Pizzabelag, oder diesen panierten Geflügelfleischmassen, kann man dieses Formfleisch bedenkenlos genießen. Den Magen versaut es nicht!

Es ist Energie, Idealismus, handwerkliches Können, eine gehörige Portion Respektlosigkeit und Kreativität, und dass alleine zählt in der heutigen Zeit ja schon mal.


Thomas Sabottka für THE GOTHICWORLD


Tracklist:
01 - Trip
02 - Tidal Wave
03 - Lust
04 - Jade


www.formfleisch.net