CD-REVIEWS:

Narrkose    GASHER G.14 "Narrkose"
CD (Eigenvertrieb)

Dass GASHER G.14 es mit der Ernsthaftigkeit nicht ganz so ernst meint, wird spätetsens bei der musikalischen Begriffsbezeichnung als „Neodepressive Umkehrgotik“ deutlich, doch selbst nach diversen Hördurchläufen erschliesst sich mir die Intention dieses Albums nicht wirklich.

Ist es nun gotisches Kleinkunstkabarett, die verquere Sicht Gashers auf die Welt, oder einfach nur pure Verarschung? Die Antwort darauf wird nur der Protagonist selbst geben können, doch die Mischung aus kitschig banalen Texten und einer musikalisch recht minimalistischen, häufig etwas fahrig und seltsam schrägen Umsetzung auf der Grundlage von Streichern, Gitarre und Schlagzeug weiss kaum zu fesseln. „Narrkose“ klingt, als hätte man degenerierte Goethes Erben aus der selbstgewählten Isolationshaft befreit, zusammen mit Das Holz in ein Studio gesteckt während Produzent Tilo Wolff zusammen mit Anne Nurmi unter dem Einfluss bewusstseinserweiternder Drogen lustige Melodien dazu trällern.

Wahrscheinlich war auch genau das die Intention Gashers, doch zumindest die Umsetzung auf Tonträger erweist sich als zäh und wirkliche Geduldsprobe für den Zuhörer. Für 10 € ist „Narrkose“ unter gasher@gmx.de oder bei Gasher G.14, Bundesallee 134, 12161 Berlin zu bestellen.


Michael Kuhlen (OBLIVEON) für GOTHICWORLD


www.gasher.org