CD-REVIEWS:

The Lotus Eater    V.A. "The Lotus Eater
- A Tribute To Dead Can Dance"
Do-CD (Black Lotus Records)

Da gab es einst dieses Projekt. In seiner damaligen Zeit, einzigartig und durchaus revolutionär.
Seit damals ist viel Wasser die Flüsse herunter geflossen, das oben genannte Projekt hat sich längst aufgelöst und wir müssen uns mit zwei direkten Auswirkungen rumschlagen.
Einerseits versuchen schon fast zu viele "Nachfolger" das Erbe anzutreten, oft auch mit recht zweifelhaften Ergebnissen. Andererseits, muss sich jede halbwegs vernünftig singende Chanteuse, die einer eher akustisch-folkloristisch-klassisch-mittelalterlich agierenden Kombo vorsteht, dem Vergleich stellen.
Mich würde mal interessieren wie süffisant das Lächeln von Lisa Gerrard und Brendan Perry angesichts einiger ihrer "Erben" wirklich ist.
Ja DEAD CAN DANCE sind eine Legende und schlicht und ergreifend, einmalig, oft kopiert und nie erreicht.

Wagemutig also das Projekt, einen Tribute-Sampler zu Ehren der beiden Australier zu organisieren. Skeptisch nähert sich der Musikjournalist dieser Doppel CD. Erinnert sich wohlig an solch geniale Interpretationen wie "Severence" von BAUHAUS aber auch etlicher missglückter Ausrutscher.
Umso überraschter nach dem erstmaligen Durchhören war ich, ob der Auswahl der vertretenden Interpreten, vor allem aber der Herangehensweise.
Wo einige noch verdammt nah am Original bleiben wollen (Ataraxia), und damit umso schmerzlicher bewusst wird dass DEAD CAN DANCE eben einzigartig waren, gehen Andere eigene Wege. Faith And The Muse sind eine der wenigen Truppen, die auch in einer DCD Coverversion verdammt eigenständig klingen, eben wie Faith And The Muse und trotzdem hat man das Gefühl dass sie würdige Erben sind.
Persephone aus Deutschland sind mit dem Beitrag "Spirit" schon von ihrer eigenen gleichnamigen CD bekannt, aber Sonja Kraushofer versucht nicht wie Lisa Gerrard zu klingen, sondern interpretiert neu und klingt dadurch völlig frisch, entspannt und innovativ.
Überraschend sind vor allem die Stücke die gänzlich eigene Versionen schaffen.
Etwa so epischen, orchestralen Breitwand-Gothic-Metal wie Imperia, die sehr metallischen Klänge von Nightfall oder Imperial Black.
Aber ebenso die sparsam elektronischen Arrangements von Black Tape For A Blue Girl, das fast schon chillige Instrumental von Monumentum, die sehr stark arabisch, ja authentische Interpretation von Grido, oder eben Jarboe deren Song fast nach einem verschollenen SWANS Stück klingt.
Das Antimatter oder Anathema leise und zurückhaltend sein können wundert Einen ja nun wirklich nicht mehr.

Insgesamt also, ein Album das natürlich nicht vor Höhepunkten nur so strotzt, aber eine sehr gut zusammengestellte, abwechslungsreiche Verbeugung vor den unsterblichen DEAD CAN DANCE darstellt.


Thomas Sabottka für THE GOTHICWORLD


CD 1 Tracklist:

01 - Arcana - In the wake of adversity
02 - Persephone - Spirit
03 - Danny Lilker/Lisa Sehreib - Cantara
04 - Ataraxia - Bylar
05 - Faith And The Muse - Mesmerism
06 - Trail Of Tears - The arcane
07 - Hortus Animae/Liv Kristine - Windall introducing Summoning of the muse
08 - Amber Asylum - Cardinal sin
09 - Grido - Oman
10 - Daniel Cavanagh - Spirit
11 - Imperia - The lotus eaters
12 - Ephemeral Sun - Avatar
13 - Sarah Jezebel Deva - The wind that shakes the Barley

CD 2 Tracklist:

01 - Black Tape For A Blue Girl - Fortune presents gifts not according to the book
02 - Jarboe - American dreaming
03 - Antimatter - Black sun
04 - The Gathering - In power we entrust the love advocated
05 - Nightfall - The obiguitous Mr. Lovegrove
06 - Darkwell - Anywhere out of the world
07 - Ulver - In the kingdom of the blind the one-eyed are kings
08 - Akrabu - Desert song
09 - Noekk - How fortune is the man with none
10 - Imperial Black - Enigma of the Absolute
11 - Secrets Of The Moon & Nostalgia - The Protagonist
12 - Monumentum - Windfall
13 - Subterranean Masquerade - Summoning of the Muse (Deconstructed)