CD-REVIEWS:

Wellcome    PORTION CONTROL "Wellcome"
CD (?/?)

Portion Control17 Jahre sind ins Land gegangen seit PORTION CONTROL zuletzt neu komponiertes Liedgut unter ihrem Namen veröffentlichten, abgesehen von der Best of CD aus dem Jahre 1994. Eine verdammt lange Auszeit für eine Band, die die frühe Electronic Kultur wie keine andere mitbestimmte und die Weichen für die „Electronic Body Music“ der Endachtziger stellte.

Das heißt nicht das die Musiker in der Zwischenzeit ihren Job an den Nagel hängten sondern das man zig Veröffentlichungen von „Solar Enemy“ über „Johnson Engineering Co.“, „Havoc“ und „Electro Assissans „ findet an denen die Musiker beteiligt waren.Auch heute noch hat PORTION CONTROL in gewissen Kreisen der Electromusikszene einen guten Ruf und der Backcatalouge der Band erzielt immer noch bei Ebay Höchstpreise. Nach dem Blick nun zur aktuellen Doppel CD „Wellcome“, die man nur über die PORTION CONTROL Webseite beziehen kann, ein aufwendiges Clearcover und durchsichtige Hülle besitzt.

Beide CD beinhalten zusammen 26 neue Songs der englischen Ausnahmekünstler. Die CD 1 startet mit dem düster atmosphärischen Song „Pure Meance“, das gute Elektronik im Midtempo bietet. Bei „Intravenous“ kommt erstmal Gesang zum Einsatz in Form einer netten Vocoderstimme. „Intravenous“ besticht durch den typischen englischen Eletroniksound, der auch schon bei früheren Veröffentlichungen der Band den musikalischen Background darstellte und weiss auf Anhieb zu gefallen. Track 3 "Shitter" ist der kürzte Track auf dem Album und besteht aus einer kleinen Synthiespielerei ;-). „Paralysed“ bewegt sich schon fast Dancefloorlastig nach vorne und bringt eine besondere Note ins Spiel. Bei „Stair4“ handelt es sich wieder um eine kurze Intro Sequenz von knapp 1,5 Minuten, und auch der drauf folgende Track „element118“ weist auf den experimentellen Charakters des Albums hin. Im fast 16 minütigen Stück „Onion Jack“ beginnen PORTION CONTROL endgültig mit den Sounds und Sequencen zu spielen. Ein klassisches Ambient Electro Stück. „Xfrontiervanilla“ bietet typischen Tribalklangwald gepaart mit den Lazy PC Drumgrooves. Mit „Parasite“ ist dann ein weiteres Stück zum wegschweben in fremde Welten am Start. Bei „Prime“ handelt es sich wieder um ein kurze Sequencerzwischenstück. Mit „Coma“ sind PORTION CONTROL dann auf der CD 1 auch mit vollständigen Gesang wieder zurück und zeigen vielen anderen Bands, der Neuzeit was in einem typischen alten Electrostück drin stecken kann. „Coma“ ist ein Stück welches man auch auf alten PC Platten so hätte finden können. Mit dem 12 Minuten Brummer „319 Rip“ nimmt der Hörer dann an der Klangformung im eigentlichen Sinne teil und mit der „electric hymn“ klingt dann die CD1 aus.CD1 von „Wellcome“ bietet abwechslungsreichen experimentellen Electrosound, der trotz vielen ambientlastigen Klangwäldern auch sehr groovige tanzbare Klanggebilde wie „Intravenous“ und „Paralysed“ enthält.

Die zweite CD startet mit dem kurzen Intro „Endmessage“ dem das langsam getragene „Barely Alive“ folgt. Mit „is this me“ folgt der erste große Tanzflächenfüller der CD und ich war beim ersten Hören ehrlich gesagt schwer verwundert ein Lied in dieser sehr modernen fast schon Industrie lastigen Form vorzufinden. Ein sehr geiler Song. Bei „Blue man seed red“ handelt es sich wieder um eine Spielerei die einfach gut gelungen ist. „The Earl of Kennigton“ ist ein im typischen groovigen Tribalsound gehaltenes Instrumental. Mit „Blind Eyes“ hat auch diese CD einen Popsong erster Klasse und ich bin mir ziemlich sicher das in Clubs deren Djs diese CD besitzen, dieser Song ein Hit werden wird. Klassischer industrieller Electropop im PORTION CONTROL stil „Blind Eyes, Blind Eyes“ Ohrwurm. ;). „Holly Lodge“ beschreibt die Entwicklung eines Tons zu etwas Komplexeren. He He, da ist sie wieder die Experimentelität. „More than just a Nuance“ ist ein fast jazziges dunkles und kurzes Stück, das sich langsam aufbaut und überraschend endet. Auch auf der zweiten CD ist mit "Onion Jack2" nochmals ein 25 Minütiger Song am Start. Anhören. Das Stück „Lozenge“ ist dann dem Hörer wieder zugänglicher mit seinen knapp 4 Minuten. Der nächste Song „Disaster“ ist dann wieder ruhige ambient lastige Elektronik. „Craze“ schlägt eine ähnliche Kerbe. Mit dem Song „Highfidelty“ das ein erstklassischer moderner tanzbarer Song ist endet dann die zweite CD der Doppel-CD.

PORTION CONTROL erinnert mit „Wellcome“ frappierend an ein Werk ähnlicher Tragweite: „Clock DVA - Hacker“ beide Werken ist gemein das sie einen Erdrutsch auslösen können, indem sie elektronische Musik zu ihren Zeiten neu definierten. Mit Clock DVA begann das Technozeitalter. Mit PORTION CONTROLs „Wellcome“ beginnt...... (dazu in ferner Zukunft mehr). Ein Pflichtkauf für jeden der elecktronische Musik mag und eine Platte jenseits aller Cliches. 99 % Platte des Jahrzehnts.

p.s : die Platte gibt es hier direkt zum bestellen


Karsten (Melting Close) für GOTHICWORLD

CD1:
01. Pure Meance
02. Intravenous
03. Shitter
04. Paralysed
05. stair4
06. element 118
07. Onion Jack
08. xfrontiervanilla
09. parasite
10. Prime
11. Coma
12. 319 rip
13. electric hymn

CD2:
01. end message
02. barely alive
03. is this me
04. blue man sees red
05. earl of kennigton
06. blind eyes
07. holly lodge
08. more than just a nuisance
09. onion jack 2
10. lozenge
11. disaster
12. craze
13. fidelity

www.portion-control.net