CD-REVIEWS:

Starbringer    BLAKE "Starbringer"
CD (Spinefarm Records)

BlakeBLAKE nennt sich eine noch relativ neue, frische und unverbrauchte Band aus finnischen Gefilden. Das alleine ist sicherlich noch keine Kunst, doch wenn man den Promo- Beipackzettel der Plattenfirma Glauben schenken darf, dann ranken sich ja mystisch anmutende Geschichten über die Entstehung dieser vierköpfigen Combo und nicht unwesentlich soll ein angeblich fünftes Mitglied an Ihrem musikalischen Werdegang und an der Namensgebung beteiligt gewesen sein.

Eines wunderschönen Tages hingen die vier in einer düsteren Kaschemme ab, auch umgangssprachlich Bar genannt. Dort trafen Sie einen merkwürdigen Typen namens "Blake". Er schloss sich der Truppe an und nach ein paar Bier teilte er Ihnen mit, dass Sie eine Mission zu erfüllen hätten und dass "Er" Ihnen den Weg weisen würde. So wurde er Ihr Mentor, Ihr Guru und Ihr spiritueller Führer. Nach getaner Arbeit verschwand er ebenso so mysteriös, wie er auch aufgetaucht war. Als Zeichen Ihrer Anerkennung nannten Sie sich fortan BLAKE und ja liebe Kinder….wenn Sie nicht gestorben sind, dann leben Sie tatsächlich noch heute und machen Musik. Wirklich nette Geschichte, fragt sich allerdings nur ob sie auch stimmt oder die vier nur zu tief ins Glas geschaut haben und das Ganze eventuell nur ein Promotion Gag sein soll?

Die Musik ist dann allerdings doch nicht so mystisch angehaucht wie ich es zuerst erwartet hatte. Sah ich mich doch schon mit düsterem und melancholischem Gothic- Metal konfrontiert, so wurde ich dann doch unerwartet mit eher rockigen Elementen überrascht. Gleich beim Titelstück "Starbringer" kann man wohl unüberhörbar Tendenzen zu DANZIG ziehen. Die gleichen schleppenden Riffs und auch gesanglich sehr Glenn- mäßig angehaucht. Führt man sich dann den folgenden Track "Call Her Name" zu Gemüte, dann schwingt teilweise noch eine Portion Peter Steele in der Stimme mit.

Alles in Allem verfügt Frontmann Aaro über grandiose stimmliche Qualitäten und die Musik frisst sich schnell in die Gehörgänge, man könnte auch sagen die Scheibe rockt gewaltig. Songs wie "Circles Of Light" oder "Son Of Fire" machen hier eindeutig Lust auf mehr. Textlich gesehen wird hier eine Geschichte dargeboten, die sich wie ein roter Faden durch das ganze Album zieht. Ein Wanderer auf seiner Mission, denn wahren Rock´n´Roll zu predigen.

Das Einzige was es zu bemängeln gibt ist, dass die Stücke sich insgesamt vom Aufbau her doch sehr ähneln und ein Schuss mehr Abwechslung dem Gesamtkonzept nicht Schaden würde. Dennoch ist den Finnen hier eine gute Heavy Rock Scheibe mit zeitweise aufkommenden Blues Elementen gelungen, die mit Sicherheit zu einer meiner Lieblingsplatten dieses Jahres gehören wird.


Mariska Krüssel für GOTHICWORLD


Tracks:
01 - To The Stars (Intro)
02 - Starbringer
03 - Call Her Name
04 - Evil Remains Evil
05 - Walk In
06 - Circles Of Light
07 - Other Side (Intermission)
08 - Beggars Farm
09 - Crawl
10 - Son Of Fire
11 - Black Spirit
12 - Junkie Is Coming
13 - Dark Side Of The Planet (Outro)


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