interview:

COVENANT
"In Europa ist es okay wenn Du 2, 3 langsame Songs in einem Set von 15, 16 spielst. Aber hier geht so etwas absolut nicht…"

CovenantCovenant rockte die Koalas und DJ GERMANIA interviewte Ende April exklusiv die Schweden vor ihrem letzten Gig auf dem 5. Kontinent. Wir freuen uns, Euch dieses Interview endlich hier präsentieren zu dürfen.

GW: Willkommen in Australien. Es ist ja nicht Euer erster Aufenthalt hier. Wie gefällt es Euch, mögt ihr das Land?

Eskil: Ja, wir mögen es wirklich. Wir denken es ist noch eine potentiell kleine Bühne. Wahrscheinlich waren wir die erste europäische Band dieses Genre hier, vor 2, 3 Jahren. Inzwischen gibt es eine größere Szene geben.

GW: Ja vor 2 Jahren. Ihr habt gestern oder vorgestern in Perth gespielt. Wie war Perth?

Eskil: Es war gut, in Perth ist es einmal mehr etwas ganz Eigenes. In Sydney oder Melbourne gibt es mehr Netzwerke die Leute mobilisieren. Der Osten, weißt du.

_reviews/2004-08/covenant-interview.htmGW: Hattet ihr Vorstellungen bezüglich Australiens, bevor Ihr hergekommen seid? Eventuell auch solche mit Kängurus und giftigen Schlangen?

Eskil: Nein, so etwas gab es nicht.

GW: keine Erlebnisse dieser Art?

Eskil: Nein, aktuell keine. Aber wir wollen einige Delphine treffen. Ein 150 $ Abenteuer, was man einmal im Leben gemacht haben muss. Es ist unmöglich sich eine Vorstellung von diesem Land im Voraus zu machen. Es ist in etwa so wie bei unseren Shows in Amerika 1997 / 1998. Es war zwar eine andere Zeit, aber ich denke die Szene in Amerika war damals die gleiche wie heute hier in Australien. Sie wird sicher explodieren. Wir spielten schon in verschiedenen Gegenden, normaler Weise sind 300 bis 500 Leute bei einem Konzert, und oft sind sie dabei sehr enthusiastisch. Exakt so viele waren es auch in Perth. Ich meine es liegt daran das nicht so viele Künstler bisher dort waren. Es ist schon etwas anderes wie in Deutschland. Auch die Promoter legten sich mächtig ins Zeug und ließen die Show zur Besten im ganzen Land werden.

GW: Ich finde es ist eine kleine Gemeinschaft, ich nenne es mal die Gothic-Szene in Australien. Sie hat viele Unterschiede zu der in Deutschland. Zieht ihr ein kleines Publikum vor oder sollten es schon mehr sein?

Eskil: Lieber wenige und ausgelassen als 1000 Köpfe die nicht tun und cool bleiben. Hier hatte man das Gefühl man tut alles Miteinander. Das ist der entscheidende Punkt. Die Anzahl der Leute ist eigentlich uninteressant, z.B. ist es auf einer großen Open-Air-Bühne durch die Distanz schwer die Leute zu erreichen. Nur in einem Club hat man das großartige Gefühl eine Familie zu sein.

CovenantGW: Der größte Unterschied hier in Australien besteht mit den Dark-People im Vergleich mit echten Gothics. Schließlich kommen hier viele Leute in normalen Jeans und Sweatshirt.

Eskil: Wir haben gehört das die Leute sich nunmehr vermehrt im Gothic-Look stylen, es ist so eine Grenzsituation. Wir mögen das. In Amerika ist es z. B. so, dass die Leute tagsüber ihre normale Kleidung tragen und sich nur für den Abend aufstylen. Hier ist es so ein Darkwave-Ding hinter dem die Leute auch stehen, sie kommen zum feiern genauso wie sie arbeiten.

GW: Warum war Perth der erste Ort an den ihr hier in Australien gespielt habt?

Eskil: Die Jungs hier hatten uns aktuell kontaktiert.

GW: Hattet ihr schon vorher Kontakte zur australischen Gothic-Szene?

Eskil: Wir hatten einige, wir sind ja eine der ersten Bands in Australien. Die Promoter und das Management haben diese Kontakte hergestellt und fragten uns ob wir nach Australien gehen wollen.

CovenantGW: Euer letztes Album ist seit über 18 Monaten draußen, könnt ihr mir einen Ausblick in die Zukunft geben. Wann wird das nächste Album erscheinen?

Eskil: Geplant ist es für Oktober/November diesen Jahres, vielleicht auch später und nicht mehr 2004. Man sollte aber nie ein Album im Dezember herausbringen, dass ist der Platz fürs Weihnachts-Kompilationen. Ich schätze eher Januar oder Februar.

GW: Was können die Fans erwarten, was sind die Trends die ihr Zukunft spielt?

Eskil: Country und Western hauptsächlich. Nein, Reggae wird es geben. [Anm. d. R.: schallendes Gelächter macht die noch außerdem kommenden Musikrichtungen unverständlich.]

GW: Jede Band entwickelt sich und Euer letztes Album unterschied sich von den zwei Vorherigen.

Eskil: Wir tun einiges, aber wir können jetzt schon sagen, dass es cleaner klingen wird. Konzentrierter mit einem Bisschen mehr mystischem Sound. Sehr clean, vielleicht ein Schritt zurück. Es ist unmöglich zu sagen was der große Unterschied zu den Anderen sein wird. Wir probieren so einiges und werden wie bei jedem Album einen anderen Weg unserer Präsentation finden. Es ist immer schwer etwas über sich selbst zu sagen, aktuell lieben die Leute die 5 Alben die sie kennen und wir hoffen dies wird beim sechsten auch so sein. Es wäre blöd wenn zwei Alben das gleiche rüberbringen würden. Wir arbeiteten und entwickeln Ideen, wir verkaufen nicht nur Platten.

CovenantGW: Könnt ihr mir sagen was für eine Vorstellung ihr von heute Abend habt, was werdet ihr spielen?

Eskil: Wir halten uns an die Liste, hauptsächlich die Hits. Wir werden nicht "Stalker" und "Figurehead" spielen, wir werden hier sehr hitorientiert spielen. Das Publikum mag's hier ein bisschen härter und somit werden wir nicht so viele langsame Songs spielen wie in Europa. In Europa ist es okay wenn Du 2, 3 langsame Songs in einem Set von 15, 16 spielst. Aber hier geht so etwas absolut nicht.

GW: Es wird also eine sehr auf Dance orientierte Nacht werden.

Eskil: Ja.

GW: Kommt noch etwas wie das Projekt "Bruderschaft" oder andere Projekte in der Zukunft?

Eskil: Im Moment nicht, es gibt doch noch dieses Projekt mit Ronan Harris von "VNV Nation".

GW: Das ist doch "Bruderschaft"?

Eskil: Nein, nein. Wir meinen dieses "Bach-Ding". Das ist eins von vielen Dingen die wir tun. In Leipzig gibt es jedes Jahr ein Bach-Festival, seit 20 Jahren. Ein Promoter ermutigte mehrere Bands der Szene eine Special-Night mit eigenen Interpretationen von Bach-Stücken durchzuführen. Mit Ronan Harris werden wir ca. 45 Minuten unsere einige Variationen von Bach zu Gehör bringen.

CovenantGW: Plant ihr für die Fans in Deutschland noch Auftritte oder Special-Events?

Eskil: Wir spielen auf dem WGT am 28. Mai und am 08. August auf dem Meraluna-Festival. Normaler Weise touren wir sehr oft in Deutschland, an die 15 Gigs in Zwei, drei Wochen und fast alle Festivals. Zu Weihnachten werden wir in Berlin auftreten und konzentrieren uns auf die normale Tour. Wir spielen auf 2 Festivals die hunderte Kilometer von einander entfernt sind. In Ost- und West-Deutschland.

GW: Heute ist ja der letzte Auftritt in Australien, plant ihr noch irgendetwas oder geht es sofort in die Heimat?

Eskil: Am Sonnabend werden wir nach Hongkong fliegen und dort zwei Tage bleiben. Die Tage bis dahin werden wir mit den Delphinen tauchen, in die Weinberge gehen und in 10 Tagen wieder in Schweden sein. Die andere Teil der Crew, alles Europäer werden am Montag zurück fliegen und bis dahin die meiste Zeit in Sydney verbringen.

CovenantGW: Ein Sprung von der Brücke?

Eskil: Nein, nicht mit mir. Das macht mich krank.

GW: Vielen Dank für das Interview, ich wünsche Euch viel Glück für heute Abend und genießt die Show.

Eskil: Wir werden ihn wie die Anderen genießen und natürlich das Bier!

GW: Danke nochmals, Guys.


DJ Germania für GothicWorld
Fotos vom Melbourne-Gig ebenfalls von DJ Germania

Review: "Northern Light"

www.covenant.se