CD-REVIEWS:

The Intimate Stranger    CURIOUS "The Intimate Stranger"
CD (Genetic Music)

CuriousSo reihe ich mich mal ein in die Reihe der Rezensenten, die ihre Plattenkritik dieser Band damit beginnen zu wiederholen, daß CURIOUS als kurzlebiges Cure-Cover-Projekt begonnen haben und daraus nun ihren eigenen Sound entwickelt haben. Sicherlich wird dies um so öfter man es schreibt nicht unrichtiger, aber uninformativer. Nach dem ich diese zumeist sehr positiven Kritiken gelesen hatte, freute ich mich, daß ich auch eine Promo bekam, von der ich mir auch einiges versprach.

Ich leg also voller Erwartung die CD in meinen Player und der Anfang klingt gut. Schönes Keyboard, schöner Bass. Alles ist schön bis Oliver anfängt zu singen. Was ist das? Ein betrunkener Robert Smith? Nein, so schlimm nicht, aber irgendwie kann ich mich damit nicht ganz anfreunden. Eindeutig rührt der Cure-Vergleich hauptsächlich von diesem Gesang her, was ja nicht so schlimm sein muß, aber irgend etwas stört mich daran. Etwas irritiert höre ich weiter, da der Song wirklich eingängig ist. Eigentlich ein gutes Lied. Auch die folgenden stellen sich als mindestens genauso gut heraus. Homogen, aber mit einigen Tempowechsel und wirklich schönen Ideen. Sei es die Gitarre, der Bass oder das manchmal etwas aufdringliche Keyboard - alle klingen überzeugend und lassen teils recht dunkle und dichte Songs entstehen, die teilweise an The Cure erinnern, aber nicht als billige Kopie dessen klingen. Wavig, verträumt und doch frisch. Äußerst interessantes Potential!

Doch es bleibt der Robert Smith Verschnitt... Am Ende des Albums bin ich noch immer nicht sicher, wie ich ihn bewerten soll. Nur so viel weiß ich. Ich werde nicht gleich wieder auf Play drücken, da mir 46 Minuten erst einmal reichen. Ich möchte damit sagen, daß CURIOUS ein wirklich interessantes Album gemacht haben, welches sicherlich seine Aufmerksamkeit verdient. Nur mir persönlich ist der Gesang etwas zu eintönig. Er bleibt eindeutig hinter der musikalischen Stärke dieses Albums zurück. Ich wünschte mir, daß er die verschiedenen Wechsel der musikalischen Stimmungen etwas mehr mitmachen würde. So vermisse ich die emotionale Tiefe, die bei dieser Art von Gesang besonders wichtig ist. Aber ich möchte nicht unbedingt sagen, daß er schlecht ist, viel mehr ausbaufähig. Für ein Debütalbum ist es wirklich gut. Mit etwas besserer Produktion ist von CURIUOS noch einiges zu erwarten. Ich empfehle dennoch allen, die nach diversen Kritiken überlegen sich dieses Album zu kaufen, am besten vorher mal reinzuhören.


Silvio Wolff für GOTHICWORLD


Tracks:
1. Thought of Angels
2. The Silent Voice
3. Disaster
4. Your Apology
5. Eclipse
6. (A ChapterOf) Trivial Fiction
7. Beyond The Veil
8. A Thousand Sunrises
9. Falling


www.curious-band.de