CD-REVIEWS:

Dying In A Desert    KRAGENS "Dying In A Desert"
CD (Thundering Records)

BlakePower Metal aus dem Lande des trockenen Rotweines und des Baguette. Na, das ist ja mal was ganz Neues. KRAGENS nennt sich die fünfköpfige Truppe aus Frankreich und die Knaben haben wirklich Power, kann man nicht anders sagen. Mit "Dying In A Desert" legen Sie Ihr erstes Studioalbum vor und das ist wirklich Hörenswert und zudem noch erstklassig produziert.

Je öfter ich mir die Scheibe anhöre, desto besser gefällt mir das Teil. Das Quintett schafft es hervorragend, den klassischen Power Metal mit teils Thrash- und Death Metal Elementen zu vermischen und zusätzlich noch hin und wieder mit epischen Keyboard Einlagen zu spicken. Auch die Stimme von Frontmann Renaud Espeche findet bei mir sofort Gefallen und klingt auch bei den höheren Tonlagen nicht zu aufdringlich Kastraten- haft. Der Opener "Dying In A Desert" hämmert dermaßen aus den Boxen, dass ich verwundert aufhorche. Hier haben wir es nicht mit charttauglichem Metal á la EDGUY zu tun, sondern eher mit einer Kreuzung aus MACHINE HEAD, NEVERMORE und SYMPHONY X. Beim zweiten Track "Carnivore Ritual" setzt man auf death- artige Gesangsparts und treibende Gitarrensolos. Der Drummer Olivier Gavelle prügelt derweil wie ein Tier auf sein Schlagzeug ein, dass man den Eindruck bekommt, der gute Mensch besitzt vier statt zwei Arme. So geht es dann auch munter weiter und vor allem abwechslungsreich. Nach einer Ballade sucht man hier allerdings vergeblich. Jeder Song wartet hier mit soviel Power und Energie auf, dass die Laune beim Hören nie in Gefahr läuft abzureißen. Hier sind absolut keine Ausfallstücke zu verzeichnen und so kann ich auch keinen herausragenden Titel nennen, da alle Songs so gut konzipiert sind und man die Scheibe gefahrlos den ganzen Tag durchlaufen lassen kann, ohne dass Langeweile aufkommt. Andere Bands sollten sich davon mal ein Scheibchen von abschneiden. Auf jeden Fall hat der Ausdruck "Power" Metal seit diesem Tag eine vollkommen neue Bedeutung für mich bekommen.

Nach jeder Menge Streicheleinheiten kommen wir dann doch noch zu ein paar Nackenschlägen. Über Geschmack kann man sicherlich streiten, aber das Cover ist einfach abscheulich und genau so platt und klischeehaft wie die Texte. Da kann man mit ruhigen Gewissen seinen Verstand ausschalten, weil man sich sonst vor Lachen unter den Tisch schmeißen würde. Hierbei haben anscheinend MANOWAR Pate gestanden. Die Krönung des Ganzen ist aber Song drei auf dem Album, denn der ist auf Deutsch, oder besser gesagt, man hat es zumindest versucht. "Heil Kragens, Heil Das Gut"….Bitte was? Ziel verfehlt, Note sechs, Setzen!!! Das nächste Mal verzichten wir lieber auf solche Ausflüge in die deutsche Grammatik, dann klappt es auch wieder mit dem Nachbarn.

Wer also Bock auf progressiven Power Metal hat, der sollte hier gefälligst mal beide Ohren riskieren. Aber Vorsicht, absolute Suchtgefahr. Zu Risiken und Nebenwirkungen befragen Sie bitte Ihren örtlichen Chiropraktiker und HNO-Arzt.


Mariska Krüssel für GOTHICWORLD


Tracks:
01 - Dying In A Desert
02 - Carnivore Ritual
03 - Kragens
04 - Fear
05 - Lords Of Chaos
06 - Metal Hunter
07 - Satan The Killer
08 - Nightmare
09 - Road Warrior
10 - World Made Of Heroes
11 - Rise Up Your Fist To Fight
12 - Destroyin The Temple


www.kragens.com