interview:
DARK AGE "... der Käufer entscheidet über die
"Größe" einer Band!"
Nachdem ich 3 der netten Jungs von DARK AGE auf dem
Campingplatz des W.O.A. 2004 persönlich kenn lernen durfte, ergab sich
hier natürlich auch die Chance für GW mal ein paar neue Informationen
von den Jungs zu ergattern. Keyboarder Martin stand uns Rede und Antwort. Jetzt
warten wir gespannt auf das nächste Album, das dann hoffentlich Mitte
nächsten Jahres Deutschland überrollen wird! Bis dahin können
wir uns weiterhin an den Songs des aktuellen Albums "Dark Age" erfreuen und da
gibt's schon ne Menge Gutes zu hören
..;-)
GW: Kannst Du mir etwas über die
Entstehungsgeschichte von DARK AGE erzählen?
Martin: Die Band gibt es seit 1995 und besteht
nun seit ca. 6 Jahren aus dem gleichen Line-Up: Eike Freese (Rhythm
Guitar/Vocals), André Schumann (Drums), Jörn Schubert (Lead
Guitar), Torsten Eggert (Bass) und mir, Martin Reichert (Synthesizer). Die Band
wurde von Eike und André gegründet, ich kam ein paar Monate
später dazu. Die anderen beiden Halunken kamen im Laufe der Jahre dazu.
Vor DARK AGE gab es bei den Gründungsmitgliedern nichts anderes. Der
Beginn unserer musikalischen Karrieren hat mit der Band begonnen. Jörn hat
vorher in der Power Metal Band A.O.P. gespielt und Torsten spielte früher
bei der Hamburger Grind-Combo Eternal Bliss' und den Doomern Into
Oblivion'. Wir kommen also aus sehr verschiedenen Richtungen.
GW: Was ist der Hintergedanke bzw. die
Botschaft, die ihr vermitteln wollt?
Martin: Die Botschaft ist klar: Gebt euch nicht
auf, geniesst euer Leben, auch wenn die Welt noch so beschissen ist. Eike
beschreibt in seinen Texten oft den verzweifelten Zustand der Welt, stellt aber
dennoch klar, dass man sich nicht aufgeben darf, sondern stets weiter gehen
soll. Besonders live wollen wir den "Party-Faktor" rüber bringen, und uns
für die Zuschauer den Arsch abspielen. "Enjoy every minute of your
life!"
GW: Wie lange spielt ihr
schon eure Instrumente? Hat Eike eine Gesangsausbildung?
Martin:
Ich habe früher Klavier gespielt (so mit 8 Jahren angefangen),
aber auch eine Zeit lang ausgesetzt. Als die Jungs mich gefragt haben, ob ich
Keyboard bei DARK AGE spielen will, habe ich sofort zugesagt und mich wieder
damit beschäftigt. Eike, Jörn & Torsten spielen seit ca. 13
Jahren Gitarre & Bass. André seit 10 Jahren Schlagzeug. Eike hat
keine Gesangsausbildung, hat aber auf unserer Tour viel von Ralf (Primal Fear)
und Chris (Freedom Call) gelernt um seine Stimme etwas besser zu
trainieren.
GW: Wie komponiert
ihr eure Songs, bzw. wer schreibt die Lyrics?
Martin: Die Musik wird zumeist von der
Saitenfraktion komponiert, André und ich geben aber immer unseren
Kommentar dazu ab. Das Songwriting findet sehr oft zusammen im Proberaum statt,
wo die komponierten Parts zusammen getragen werden. Für die Lyrics ist
Eike ganz alleine verantwortlich.
GW:
Wie lange habt ihr für die Realisierung von "DARK AGE"
gebraucht?
Martin: Vom Schreiben
des ersten Songs bis zum finalen Mastering war es etwa ein Jahr, aber mit
Pausen. Die Aufnahmen haben sich etwas hingezogen, aber da wir in Eikes Studio
aufgenommen haben, war das absolut kein Problem.
GW: Wie ist es euch gelungen
TIAMAT-Sänger Johan Edlund als Gastmusiker zu gewinnen?
Martin: Wir hatten Bock auf ein paar Guest-Vocals
und ein paar Parts, die zu den jeweiligen Sängern passten. Wir haben uns
die Nummer besorgt, einfach angerufen und das Ding war geschaukelt. Johan
wohnte ja bis vor kurzem in Hamburg. Er kam also vorbei, trank ne Flasche Vodka
mit Eike und sang diese absoluten Gänsehaut-Strophen ein, womit wir sehr
zufrieden sind. So einfach war's wirklich!
GW:
Wie seid ihr auf die Idee für die Covergestaltung der CD
gekommen?
Martin: Das war ein
langes Hin- und Her. André kam dauernd mit Vorschlägen an, die uns
alle nicht sonderlich begeistert haben. Aber als er uns den finalen
Cover-Entwurf zeigte, wussten wir dass es das ist. Das Cover soll halt eine
Verbindung/Haltung zum Album- und Bandnamen ausdrücken, perfekter als
dieses Bild geht's eigentlich nicht. In Worte gefasst soll das Cover totale
Hingabe ausstrahlen mit der man sich identifizieren kann.
GW: Wie kam es zu eurem
Plattenvertrag?
Martin: Wir
haben unser Debut selber vorfinanziert und sind danach auf Label-Suche
gegangen. Remedy haben uns ein gutes Angebot gemacht und dass wir Jörn und
Pedy vom Label schon privat kannten, hat bezüglich der Zusammenarbeit
einiges vereinfacht.
GW:
Wie kam es, dass ihr im letzten Jahr in WACKEN spielen konntet?
Würdet ihr dort gern noch mal spielen?
Martin: Wacken war eine coole Erfahrung, zumal es
bei uns vor der Bühne ziemlich gut gefüllt war. Der Kontakt zu den
Wacken-Leuten kam über unser Label zustande. Klar würden wir da gerne
noch mal spielen, aber genauso gerne auch mal auf dem Full Force oder Summer
Breeze.
GW: Welchen Song spielt
ihr live am liebsten?
Martin: Am
liebsten??? Puh, das kommt drauf an. "Neokillers" und "Neurosis 404" sind ganz
schöne Bretter live. Das ist aber meine persönliche
Meinung.
GW: Mit wem würdet
ihr gern mal zusammen auftreten?
Martin:
Metallica, Machine Head, Ozzy, In Flames...reicht das erst mal?
GW: Wenn ihr jetzt die
Möglichkeit hättet auf Welt-Tournee zu gehen, würdet ihr alle
mit ziehen?
Martin: Das
wäre nur möglich, wenn uns ein totaler Verdienst dadurch in Aussicht
gestellt wird. Wenn das der Fall wäre, dann würden alle mitziehen.
Ansonsten würden wir auf unseren Rechnungen sitzen bleiben und schon am
Ende sein, bevor wir richtig angefangen haben.
GW: Wie bringt ihr eure Jobs und die Musik
unter einen Hut?
Martin: Muss
halt gehen. Urlaubsmäßig ist es bei Jörn und mir etwas
stressig, da wir nicht unendlich viel Urlaub bekommen, da geht dann schon fast
der ganze Jahres-Urlaub für das Touren drauf, aber den opfern wir auch
gerne. Bei den anderen ist es nicht so schwer, da die Jungs mit dem Studieren
ja etwas freier sind. Bei Torsten ist es eh kein Problem.
GW: Was macht ihr neben euren
Bandaktivitäten sonst noch (Hobbies etc.)?
Martin: André (Umwelt-Technik) und Eike
(Audio Engineering) studieren, Jörn ist Erzieher im Kindergarten, Torsten
ist Teilzeit-Arbeitslos und ich mache derzeit noch eine Ausbildung zum Kaufmann
für Groß- und Außenhandel. Zudem produziert Eike "nebenbei"
noch andere Bands. Zeit für andere Hobbies bleibt da nicht. Am Wochenende
machen wir natürlich noch die Clubs unsicher und trinken gerne mal einen
übern Durst. Zudem sind wir alle totale Film-Freaks und sitzen abends auch
gerne mal vorm DVD-Player.
GW:
Welche Musik hört ihr so privat?
Martin: Die Bandbreite dessen, was wir privat
hören, ist sehr weit gefächert. Wir nehmen uns überall etwas
raus. Dennoch liegen unsere Wurzeln bei Gruppen wie Metallica, In Flames, Fear
Factory, Machine Head, Hypocrisy... es ist schwer hier eine Auswahl zu treffen,
da wir wirklich sehr offen sind, was Musik angeht. Jörn ist z.B. ein
grosser Yngwie Malmsteen Fan, was man auch seinem Stil sehr anhört. Ich
hingegen mag die Musik von Yngwie nicht sonderlich. Was die Keyboards angeht
stehe ich auf Sachen wie Farmer Boys, Strapping Young Lad oder Fear Factory.
Sehr atmosphärisch aber dennoch hart. Was genau bei den anderen derzeit so
läuft weiß ich nicht. Ich lege gerne auch mal was Ruhigeres auf wie
A Perfect Circle oder The Gathering, deren letzte Alben mich sehr begeistert
haben.
GW: Wie sehen eure
Zukunftspläne aus?
Martin:
Ganz klar, die Gold-Scheibe muss her! Aber mal im Ernst. Es
wäre echt sehr nett mal von der Musik leben zu können. Jeder Musiker,
der diese Ansicht nicht vertritt, kann das nicht ernst meinen. Gibt es etwas
Besseres als mit seinem Hobby Geld zu machen? Dennoch schreiben wir unsere
Songs nicht bewusst so, dass sie kommerziell ausgelegt sind. Sonst würden
wir schon seit zwei Alben komplett anders klingen. Wir hoffen auf den
Durchbruch, wollen aber auch einfach unser Ding durchziehen. Mit dem
nächsten Album möchten wir auch in Japan touren, Pläne dazu gibt
es bereits.
GW:
Wie seht ihr eure Chancen auf dem deutschen und europäischen
Musikmarkt?
Martin: Das Thema
ist von uns aus schlecht zu beurteilen, denn der Käufer entscheidet
über die "Größe" einer Band. Selbstverständlich halten wir
auch was von unserer Musik und denken, dass man damit was erreichen kann.
Bisher zeigt unsere Kurve auf jeden Fall nach oben. Wir schätzen unsere
Chancen also als gut ein.
GW:
Arbeitet ihr schon an neuen Stücken für die
nächste CD? Gibt es schon konkrete Pläne für eine nächste
Veröffentlichung?
Martin:
Wir werden im Herbst mit dem Songwriting beginnen, Mitte
nächsten Jahres soll das Teil rauskommen.
GW: Was denkt ihr über Hamburg als
deutsche Heavy-Metal Bastion? Glaubt ihr, dass Bands dort bessere
Voraussetzungen vorfinden bekannt zu werden als im Rest von
Deutschland?
Martin: Das denke
ich definitiv nicht. Es komme viele gute Bands von hier, aber die meisten sagen
mir musikalisch überhaupt nicht zu. Absolute Spitze sind Negator und
Nayled, von denen man in Zukunft noch was hören wird. Ihre neue CD wird
derzeit von Eike produziert. In Hamburg gibt es auch keine besseren
Voraussetzungen als in anderen Großstädten, denn woanders gibt es
auch Labels. Das z.B.: Warner hier sitzt bringt uns auch nicht
viel...
GW: Welche Empfehlung
würdet ihr einer aufstrebenden Metal-Band mit auf den Weg
geben?
Yantit: Niemals aufgeben
und an die Musik der Band glauben. Sich den Arsch für Gigs aufreißen
und immer versuchen Labels die Musik anzudrehen. Irgendwann hört es der
Richtige! Aber das bedeutet auch, dass man viel investieren muss (sowohl Geld
als auch Zeit). Von nichts kommt nichts. Klingt zwar sehr abgedroschen, aber
genauso läufts auch! Danke für das Interview! Prost, Martin
GW: Wir haben zu danken!
Weiterhin viel Erfolg und GW freut sich schon auf eure nächste
CD!!!
Ursula Kohl
für GothicWorld
Review:
"Dark Age"
www.dark-age.de
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