CD-REVIEWS:

Goddess    HEKATE "Goddess"
CD (Auerbach / SoulFood)

Hekate Ist das nicht "Where The Wild Roses Grow" was uns da vom Cover entgegen blitzt?
Nein, es ist ein altes Gemälde. Hmmm?
Warum nun dieses an ein bekanntes Video erinnernde Motiv diese CD ziert... es wird nicht klar. Zumindest wissen wir dass es sich um das neue Album von HEKATE handelt.

HEKATE aus Koblenz, das sind die "Guten" im durch alberne, politische Vorwürfe belasteten Genre des Neofolk.
Nach ihrer Bestandsaufnahme, dem "Best Off" Album im letzten Jahr, liegt nun mit "Goddess" ein neues Werk des Projektes vor. Inhaltlich werden hier wieder diverse Mythen der europäischen Kultur(geschichte) zitiert, was nicht nur in dem Song "Europa" zum Ausdruck kommt. Die Katharerburg "Montsègur" (immerhin von der Papstkirche in mehrtägiger Belagerung dem Erdboden gleichgemacht.) wird ebenso besungen wie der Kaiser "Barbarossa", die mehrfach unterschiedlich gedeutete "Morgaine le Fay" der Arthussage, der Tanz im Labyrinth des Mino-"Taurus" oder der Gruß der römischen Gladiatoren "Moritori e Salutant". Musikalisch schlagen HEKATE auf "Goddess" einen Bogen von den teilweise noch sehr elektronischen und experimentellen Sounds der Anfangstage, zum akustisch dominierten "Neofolk" der Neuzeit. Auffällig die Hinwendung zu Schlagwerk. Neben Flöten und Akustikgitarren, dominieren die Pauken, Becken, Glocken und Trommeln das musikalische Gewand. So entstanden mitreißende, streckenweise mittelalterliche, oft aber auch orientalisch wirkende Stücke ("Maure"), denen neben den modernen Synthezisern ein gewisser marschierender Grundrhythmus nicht abzustreiten ist. Besonders wenn Axel Menz singt. Da sich seine Intonation eher im rezitativen Sprechgesang bewegt.

Hier ist auch einer der Schwachpunkte des Albums zu finden. Denn auch Susanne Grosche wirkt seltsam blass und bemüht in ihrer Intonation, als versuche sie "heavenly voices" zu erreichen und irgendeinem hohen Anspruch zu folgen, den sie aber nicht erfüllen kann. Das musikalische Gewand Hekates ist mittlerweile so perfekt geworden, das die beschränkten Sangeskünste seiner beiden Macher um so mehr ins Ohr stechen. Oft schaffen sie es nicht Kontrapunkte zur Musik zu setzen, wo es vielleicht die einzige Chance wäre der Unfähigkeit die Vocals in das überbordende Gefüge einzubauen, zu entkommen. Seltsam leer und ausdruckslos liegen die Stimmen nicht in der Musik, sondern irgendwo darüber.
Gerade dieses Genre lebt oft durch seine einzigartigen Stimmen. Trotzdem ist HEKATE mit "Goddess" ein (musikalisch) faszinierendes, vielschichtiges, hypnotisches und mitreißendes Nefolkalbum gelungen das durchaus seine Reize hat.


Thomas Sabottka für THE GOTHICWORLD



Tracklist:
01 - Morgan le Fay
02 - Montsègur
03 - Barbarossa
04 - Moritori e Salutant
05 - Flammenlied
06 - Lord of Heaven
07 - Europa
08 - Dance Of Taurus
09 - Maure
10 - Ocean Blue
11 - Break the Silence


www.auerbach.cd