special:

WAVES OF DARKNESS-FESTIVAL
03.09.2004, Krefeld, Kulturfabrik

IN MITRA MEDUSA INRIEine electrofreie Zone versprach das „Waves of Darkness“-Festival in der altehrwürdigen KuFa zu Krefeld zu werden, denn mit IN MITRA MEDUSA INRI, IKON und GARDEN OF DELIGHT gaben sich gleich drei Bands die Ehre, die allgemein eher der Gothic-Fraktion zugerechnet werden.

Den Auftakt machten die Mönchengladbacher IN MITRA MEDUSA INRI, die, mittlerweile verstärkt durch einen weiteren Keyboarder, ihre düsteren, von Joy Division und New Order beeinflussten Dark Wave Hymnen den leider nur knapp zweihundertfünfzig Zusachauern an diesem Abend zu Gehör brachten. Inmitten von Nebelschwaden und mystisch anmutenden Lichteffekten boten IN MITRA MEDUSA INRI einen mitreissenden Auftritt, dem die deutlich gewonnene Live-Routine der letzten Monate anzumerken war. Der Ausblick auf das im Frühjahr des nächsten Jahres erscheinende neue Album fiel sehr verheissungsvoll aus und auch die retrospektiven Stücke der Gladbacher sorgten in der gute Stunde Spielzeit, die zur Verfügung stand, für Begeisterung, so dass IN MITRA MEDUSA INRI sich genötigt sahen, eine Zugabe zu spielen. Wo könnte diese Band nur stehen, wenn nicht ausschliesslich Electro die Szene in den letzten Jahren dominiert hätte.

IKONDie Australier IKON legten in Krefeld einen Zwischenstopp ihrer „Psychic Vampire Tour 2004“ ein, wobei vom Line Up der letzten Jahre nur noch Chris McCarter und Bassist Dino Molinaro übrig waren. Auf einen Schlagzeuger verzichteten IKON gleich völlig und so kam der digitale Kollege zum Einsatz. IKON waren nie eine wirklich grosse Live-Band, so auch an diesem Abend, doch mangelndes Showtalent gleichen McCarter und seine Band in konstanter Beständigkeit durch zeitlose Gothic-Songs aus, von denen die Australier im Laufe ihrer Karriere mehr als genug geschrieben haben. Selbst auf grosse Lichteffekte verzichten die Australier, so dass sich die Aufmerksamkeit nicht nur auf Klassiker wie „Blue Snow Red Rain“ oder „Fall Apart“ beschränken konnte, sondern auch auf die Songs des in unseren Breitengraden bislang noch unveröffentlichten „Psychic Vampire“-Albums, das hoffentlich auch bei uns bald erhältlich sein wird.

Headliner des Abends waren GARDEN OF DELIGHT, die den Sprung herüber aus ihrer Düsseldorfer Heimat gemacht hatten und Gothic in R(h)einkultur zelebrierten. Nebelschwaden hüllten die Bühne vom ersten bis zum letzten Ton in eine schier undurchdringliche weisse Wand, nur erleichtet durch die wechselnde und ausschliesslich durch helles Licht bestimmte Lightshow.

GARDEN OF DELIGHTBereits nach einem Song hatten GARDEN OF DELIGHT die beinahe schon traditionell zu nennenden technischen Probleme, doch als diese behoben waren, folgte einer der wahrlich besseren Auftritte der Band, die sich nach dieser Tour eine Auszeit von den Bühnen nehmen wird. Ihre grossen Momente hatten GARDEN OF DELIGHT auch an diesem Abend vor allem dann, wenn sie sich in epischen Nummern ergehen konnten und Artaud mit seiner Fahne oder mystisch von unten angestrahlt stimmungsvolle Akzente setzen konnten, während die Gitarren der York-Brüder immer neue Wände aus sphärischen Klängen aufeinander schichteten. Warum GARDEN OF DELIGHT im Verlaufe ihres Sets allerdings auf Klassiker wie „Necromanteion“ oder „Shariah“ verzichteten wird alleine das Geheimnis Artauds bleiben. Dennoch, GARDEN OF DELIGHT halten die Fahne traditionellen Gothics nach wie vor hoch und es bleibt zu hoffen, dass die jetzt folgende selbstauferlegte Bühnenabstinenz nicht das Ende der Band bedeutet.


Fotos + Bericht: Michael Kuhlen (OBLIVEON) für GOTHICWORLD

www.wod.de