CD-REVIEWS:

dasbecken.de    ANIMA LEGATO "dasbecken.de"
CD (Matahari)

In Zeiten wo man selbst in dieser Szene so sehr darauf erpicht ist entweder wie LISA GERRARD oder TARJA zu klingen, ist es schon sehr erfrischend sich an Anfang der Achtziger zu erinnern.
Da gab es noch so innovative, weibliche Gesangsakrobaten wie die HUMPE SISTERS, MALARIA, GUDRUN GUT oder DIE TÖDLICHE DORIS.
Sängerinnen die eher Wert auf Ausdruck, laszive Intonation und raue Leidenschaft legten, als sich großartig mit "Heavenly Voices" oder gar klassisch ausgebildeten Gesang zu beschäftigen. Möglicherweise war dies eine Folge des Punk, der ja immerhin bewies, dass wirklich jeder in der Lage ist Musik zu machen, wenn er nur die nötige Leidenschaft besitzt.

Wo heutzutage Bands al a MIA oder WIR SIND HELDEN versuchen, die rotzige Attitüde mit Gewalt herbeizurufen und somit nur wie die verlogenen Wohlstandskids klingen die einen auf Gangstarapper machen, erscheint es mehr als nur erfrischend, dass es noch Künstler(innen) gibt, die genau jene Attitüde ihr ureigenstes nennen.

Überraschte vor wenigen Monaten noch MONA MUR mit ihrem Best Off Comeback, erscheint dieser Tage die neue CD von Anima Legato. Die zwar schon/erst seit 1997 existieren, aber durchaus dem selben Musikalischen Umfeld zu zurechnen sind. Anima Legato scheren sich einen Dreck um Konventionen oder Attitüden. Sie sind einfach was sie sind. Eine sehr ursprünglich, rau klingende Wavekapelle, wie MONA MUR ebenfalls aus Hamburg stammend, die ihre Synthies mit ein paar Gitarren paaren und in ihren Texten jenen Neodadaismus zelebrieren, wie ihn manch Ältere aus den Anfängen der echten "Neuen Deutschen Welle" kennen. Das ganze vorgetragen von einer Sängerin, die herrlich unverbraucht, ehrlich, lasziv, cool bis gelangweilt, dann aber doch wieder voller Inbrunst und Leidenschaft daherkommt.

Ja es hat Retrocharakter, weil dies genau die Art von Musik ist, die wir Älteren Anfang der Achtziger gehört haben. Aber es macht verdammt viel Spaß und Popprinzessinen aller Art, von BRITNEY SPEARS bis CONSTANCE (BLUTENGEL) sollten sich von dieser ungekünstelten Sangeskunst mehr als nur eine Scheibe abschneiden.

Thomas Sabottka für GOTHICWORLD


Tracklist:

01 - Der Läufer
02 - Isadonna Saugwurm
03 - Die Grosse Offensive
04 - Das Labyrinth
05 - Black Box
06 - Gib Mir Ein Zeichen
07 - Liebe Im Ornat
08 - Banal
09 - Total Verdreht
10 - Der Letzte Mensch
11 - Wale Im All
12 - Die Spirale
13 - Spruehkontakt

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