CD-REVIEWS:

Agrarian Menace    ENCRIMSON'D "Agrarian Menace"
EP (Eigenvertrieb)

Black Metal ist zugegebenermaßen nicht gerade mein Steckenpferd, auch wenn ich mir ab und zu gern mal eine härtere Musike zu Gemüte führe. Das Ami-Trio Encrimson'd könnte sich in Zukunft für diese Form der Hirnspülung anbieten, denn in erster Linie macht es Spaß ihnen zuzuhören. "Agrarian Menace" bietet alles, was man von dem Genre erwarten kann: hysterisch kreischende junge Männer, die von anderen jungen Männern mit Grunzlauten in die Schranken gewiesen werden, singende-Säge-Gitarren und in höllischem Tempo malträtiertes Schlagwerk.

Dass, was Encrimson'd jedoch auszeichnet ist die Kombination primitiver Kraft und eleganter Melodien (Diese Aussage stammt zwar von der Website der Band, stimmt aber hundertprozentig, weshalb sie sich hier auch wieder findet.). Sehr schön zu hören sind die eleganten Melodien im Intro von "My Feast", das mit einem gewaltigen (primitiven) Schrei in den Hauptteil übergeht. Es zahlt sich für den Hörer aus, wenn die Bandprotagonisten ihr Handwerk verstehen: Gitarrist Shaun Koelsch studierte klassische Gitarre an der St. Thomas University in St. Paul, Schlagzeuger Jared Mason verfeinerte seine Drumming-Fähigkeiten am MusicTech College von Minneapolis.

Für die Qualität von Encrimson'd spricht auch, dass sie erst drei Demos veröffentlichten, bevor sie mit "Agrarian Menace" ihr Debütwerk selbst veröffentlichten. Gut Ding will Weile haben und gut sind die Jungs aus Minneapolis auf jeden Fall.

Encrimson'd sind auch in anderer Beziehung keine typische Black Metal-Band. In einer Szene, in der jeder versucht "super-evil" zu sein, verzichten sie auf das Pandabärchenimage und kommen ganz normal daher. Endlich mal keine abgefuckten Teufelsanbeter auf Speed, im Gegenteil. Sie gönnen sich ein kleines Späßchen, wenn sie mitten in "Amber Shades" eine kleine Feier abziehen. Gelegentliche Klassik- und Folkloreeinsprengsel lockern das sehr dichte Klangbild wohltuend auf. Angenehm fallen die Passagen auf, die in Tschechisch eingesungen wurden. (Die osteuropäischen Sprachen eigenen sich sehr für diese Art von Musik, wie mir schon bei Negura Bunget aus Rumänien auffiel. Auch musikalisch bestehen einige Parallelen zwischen beiden Bands.) Und nicht zuletzt sind die Ansichten der Amis sympathisch: "American metal, black or otherwise, tends to rely on aggression, hatred, (i.e. machismo, testosterone, etc.) about which we could care less. (MASON)"
Das musste mal gesagt werden.


disorder für GOTHICWORLD


Tracklist:
01. Red Boar Inn Revolt
02. The Piper's Tale
03. Old Man
04. My Feast
05. Amber Shades
06. As Echoes Down Fall


www.encrimsond.com