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Wenn ich eine geeignete
Überschrift für diesen Bericht wählen müsste, wäre
"Pleiten, Pech und Pannen" garantiert in die engere Auswahl gekommen.
Technische Schwierigkeiten und die daraus resultierende Startverzögerung
sind schon mal ein Punkt, wo ich rückblickend nur sagen kann, hätte
ich das vorher gewusst, wäre ich wohl lieber zuhause geblieben. Aber da
FUNHOUSE nur ein paar wenige Konzerte in Deutschland geben, nahm ich die 90
Minuten Fahrt eigentlich gerne in Kauf, um die Schweden mal endlich live zu
erleben.
Pünktlich um 19.30 Uhr trafen wir dann auch im
Herforder "Elfenbein" ein, bis dahin noch gut gelaunt. Beginn war laut Plan 20
Uhr. Leider mussten wir aber feststellen, dass die Bands noch beim Soundcheck
waren und so bestellten wir erst mal was zu trinken, immer noch gut gelaunt.
Aus dem einen Bier wurden dann doch noch ein paar mehr, denn der Beginn
verschob sich mal eben um 1 ½ Stunden. Ganz Klasse - und dafür hat
man sich abgehetzt! Als es dann endlich losging war die Laune wegen dem
zweistündigen Abhängen im Eingangsbereich schon ein wenig
getrübt. Aber immer noch guter Hoffnung betraten wir den Saal in dem das
Spektakel stattfinden sollte. Der Abend stand im Zeichen des Dark Waves und so
war ich sehr gespannt was die beiden Vorbands REPTYLE und SPIRITUAL CRAMP so zu
bieten hatten, denn ich hatte vorher von beiden Bands noch nichts
gehört.
Den Anfang machten die
Bielefelder SPIRITUAL CRAMP. Ihren Stil kann man wohl am besten als Dark-
Elektro- Pop bezeichnen. War ja im Prinzip auch gar nicht so schlecht was das
Trio da so auf der Bühne abgeliefert hat, wenn ich auch zugeben muss, das
die Musik nicht meine Baustelle ist und ich einfach die Gitarre vermisst habe.
Ich kann mit reinen Elektrobands nicht ganz soviel anfangen. Leider hatten sie
mit enormen Soundschwierigkeiten zu kämpfen, was nicht so gut ankam.
Außerdem spielten sie fast eine Stunde, was ich persönlich für
eine Vorband einfach zu lang finde.
Nach kurzer Umbaupause kam
dann noch eine Band aus Bielefeld an den Start. REPTYLE betraten die Bühne
und ich war doch etwas erstaunt als ich sah, dass die Band keinen Schlagzeuger
besitzt. Das Quintett hat sich musikalisch dem Gothic Rock á la SISTERS
OF MERCY und FIELDS OF THE NEPHILIM verschrieben. Na ja, SISTERS hatten auch
keinen Schlagzeuger, also passt das ja. Die Musik klang auch gar nicht mal so
verkehrt, nur der Gesang ging mir auf die Nerven. Entweder kann der Typ nicht
singen oder er war sturz- besoffen. Wahrscheinlich war beides der Fall. Den
ersten Preis im Posen hat er an diesem Abend jedenfalls gewonnen und er
ließ sich auch nicht davon abhalten hin und wieder mit seinem Mikro ins
Publikum zu stolzieren, wobei man Angst bekam, dass der gute Junge dabei die
Stufen vor der Bühne eventuell nicht mehr bewältigen könnte,
aber es ging alles gut. Leider spielte die Truppe auch eine knappe Stunde und
somit war es dann schon halb zwölf und ich total genervt und
kaputt.
Um Mitternacht betraten dann endlich
FUNHOUSE die Bühne und meine Laune besserte sich ein wenig. Mit "Care For
You" wurde dann auch gleich gezeigt, wo der Frosch die Locken hat und ich muss
sagen, dass dies ein enormer Quantensprung zu den beiden Vorgängerbands
war. Man merkte einfach, hier sind Profis am Werk, die Ihre Instrument
beherrschen und ein eingespieltes Team sind. Die Stimmung im Publikum war super
und da ich mich vorher schon mit einigen Leuten aus dem Publikum unterhalten
hatte, wusste ich auch, dass die meisten Anwesenden wahre Fans waren, die sogar
etliche Kilometer Fahrt für diesen Abend in Kauf genommen hatten. Der
zweite Song war "Forever True", aber insgesamt wurden leider an diesem Abend
sehr wenige ältere Stücke gespielt. Sehr Schade, muss ich sagen. Auch
im Publikum wurde immer wieder Rufe nach Songs laut, besondere gewünscht
war wohl "Dreamtime", aber das Stück wurde nicht zum Besten gegeben und
ich persönlich hätte ganz gerne noch "Forgive & Forget"
gehört, was aber auch nicht kam. Die meisten Songs waren eindeutig vom
letzten Album "Flames Of Love" und so musste man sich halt mit "Second Coming"
und dem Cover "Never Let Me Down" von DP zufrieden geben. Auf das Cover von THE
MISSION "Over The Hills And Far Away" wurde heute ebenfalls verzichtet.
Wahrscheinlich nervt die Jungs mittlerweile der Vergleich mit der besagten Band
einfach zu sehr, dass man das Stück nicht mehr spielen mag. Etwas erstaunt
war ich dann aber doch, als die Schweden nach 10 gespielten Songs schon wieder
die Bühne verließen. Wenn man bedenkt wie lange die Vorbands
gespielt haben, so war ich doch schon enttäuscht. Aber FUNHOUSE ließ
sich nicht lange bitten und kamen noch mal zurück um ein paar Zugaben zu
spielen. Nach dem Cover "White Wedding" von BILLY IDOL war dann aber
endgültig Schluss, da nützen auch die lauten Rufe aus dem Publikum
nichts mehr. Sehr Schade, ich hätte gerne noch mehr gehört. Aber es
war mittlerweile auch 1 Uhr und ich war bestimmt nicht die Einzige, die total
groggy war. Der Abend und die Fahrt waren einfach zu lang.
Rückblickend kann ich nur sagen, dass sich die weite
Anfahrt um FUNHOUSE mal live zu sehen zwar definitiv gelohnt hat, aber
insgesamt kann man den Abend echt in die Tonne kloppen. Man hätte
früher starten müssen und die für die Vorbands hätte
jeweils eine halbe Stunde Spielzeit auch gereicht. Dann hätten FUNHOUSE
eher anfangen können und länger spielen können und das wäre
für den gesamten Ablauf einfach besser gewesen. Schließlich
hatten noch mehrere Leute einen weiten Weg nach Hause und dafür muss ich
sagen, war dann die eine Stunde Spielzeit von den Schweden, auf die man auch
noch so lange warten musste, einfach eine Enttäuschung. Da hätte ich
mir einfach ein bisschen mehr erwartet. Aber nun gut, man kann nicht alles
haben.
Mariska
Krüssel für GOTHICWORLD
Setlist FUNHOUSE:
01- Care For You 02- Forever True 03- Chosen One 04- I Feel
Joy 05- Second Coming 06- Never Let Me Down 07- Tung Hit 08- So
Cold 09- Cry For Love 10- Star In My Heart 11- Stand Alone 12-
Voices 13- White Wedding
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