CD-REVIEWS:

The Dark Side    THE GREGORIAN "The Dark Side"
CD (Edel Records)

The GregorianIch weiß ja nicht, was der gemeine gregorianische Mönch früher den lieben langen Tag macht. Singen und siebenstellige Verkaufszahlen feiern sicher nicht. Und dann kommen die Herren in den dunklen Kutten - oder andere Herren in den dunklen Anzügen die den Herren in den dunklen Kutten sagen was sie tun sollen - und nehmen Evergreens des alternativen Genres in Angriff. Teilweise gnadenlos zum scheitern verurteilt, teilweise ganz nett und teilweise schlicht unnötig weiß ich nicht, was ich blasphemischer finden soll. Dass ich Pseudogeistliche kritisiere oder dass sich ebendiese an so was wie die musikalischen Ersatzgötter heranwagen. Eine kleine Auswahl:

RAMMSTEINS „Engel“ in einer Variante die selbst Mambo Kurt in den Schatten stellt kann und die mit harten Gitarren nahe dem Original aber mit dem wenig martialischen sondern ausschließlich sakralen Gesang nicht punkten kann. „The Raven“ hat bei ALAN PARSONS PROJECT großartig geklungen, verkommt hier aber zu einem kleinem Vögelchen, der zwar durch die opulente Instrumentierung gefällt, erneut die Chöre aber schlicht überflüssig scheinen.

„The Omen“ hat sicherlich einen der eindrucksvollsten Soundtracks im Horrorfilmbereich, „Ave Satani“ verfehlt hier die unheimliche Wirkung jedoch komplett. Und genau darin sehe ich den Haken dieses recht exotischen und konzeptionell durchaus nachvollziehbaren Albums. Die Chöre klingen einmalig, ihr Sound ist jedem im Ohr. Viele der Originale leben aber grade vom - wenn auch technisch nicht immer überragendem - Gesang des ursprünglichen Interpreten. Ob dies RAMMSTEINs gerolltes r, THE SISTERS OF MERCY mit dem stilprägenden Sound von „More“ oder die NINE INCH NAILS sind. Die Ballade „My Immortal“ von EVANESCENCE ist hörbar, „Univited“ (ALANIS MORISSETTE) klingt dramatisch.

Wer generell auf den etwas verkitschen Popsound der Mönche steht, liegt hier nicht falsch. Wer die Klasse der Originale schätzt, findet hier aber bestenfalls amüsant Skurriles. Denn substanziell ist am Hochglanzprodukt „The Dark Side“ nichts, auch wenn die Songauswahl Gegenteiliges suggerieren könnte.


Torben (metal-inside) für GOTHICWORLD


Tracks:
01. Hurt
02. My Immortal
03. The Four Horsemen
04. Unbeliever
05. Wild Rose
06. Close My Eyes Forever
07. More
08. Uninvited
09. The Raven
10. Gregorian Anthem
11. Ave Santani
12. The End
13. In The Shadows


www.gregorian.de