CD-REVIEWS:
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V.A."Our Voices - A Tribute to The Cure" Do-CD (Equinoxe
Records)
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Tribute to-Alben können schon ein
Ärgernis sein. Können, müssen aber nicht, wie der
Equinoxe-Beitrag "Our Voices - A Tribute to The Cure" eindrucksvoll
zeigt. Kein olles Plastikcover, sondern ein optisch ansprechendes Digi-Pack.
Keine Sammlung ausschließlicher No-Names, die entweder ihrem Idol bis zum
Gleichklang huldigen oder die Chance wittern mit einem gecoverten Song die
eigene Popularität zu erhöhen, sondern eine handverlesene Sammlung
von Bands, die sich fast allesamt künstlerisch hochwertig an
künstlerisch hochwertigen Cure-Songs ergötzen. THE FAIR SEX, TANZWUT
und IKON sind beispielsweise vertreten. Keine lieblose Zusammenstellung mit
minimaler Laufzeit, sondern zwei randvolle CDs mit fast 160 Minuten Länge.
Die Befürchtung, die sich vor meinem geistigen Kino auftat, dass Robert
Smith mit geöffneten Pulsadern in der Ecke liegt und haucht: "Wer hat mein
Lied so zerstört?", bewahrheitet sich bei eigentlich keinem der Songs.
Bei vierunddreißig Titeln ist es schwer, jeden einzelnen genau
unter die Lupe zu nehmen, deshalb habe ich der Kürze halber Minus- und
Pluszeichen vergeben. Einige sollen jedoch erwähnt werden. Nach dem
gewöhnungsbedürftigen Auftakt LIZARD SMILE mit "Burn" folgt
die erste Riesenüberraschung: SHAMRAIN mit "Charlotte Sometimes",
das überzeugend die Beklemmung des Originals wiedergibt und in
musikalischer wie gesanglicher Hinsicht überzeugt. SANGUIS ET CINIS
versemmeln "Friday I´m in Love" leider fast völlig, da haut,
bis auf den gelangweilten weiblichen Gesangspart, so gar nichts hin. Die
"Inbetween Days"-Variante von BLOODFLOWERZ lebt von der weiblichen
Gesangsstimme über dem Metalgerüst. EVEREVE glänzen mit einer
"Cold"-Version, die mit Streichern anfängt und nach hinten immer
brachialer wird und dem Original mehr als gerecht wird. Die curesche
Popnummer "Close to me" wird durch CINE MUERTE ein wirklicher
Hammersong. Die herrlich dreckige Frauenstimme und die bösen Gitarrenriffs
machen den Song traumhaft lebendig. PRAYERS FOR RAIN, wie der Name schon
vermuten lässt, eine durch und durch Cure-inspirierte Band, bietet
"Just like heaven" im Original dar, ohne jede persönliche Note. Die
Toptitel der ersten CD sind aus meiner Sicht aber "Pictures of you" von
SECOND SKIN, eine schleifend müde Interpretation von faszinierender
Schönheit und "Apart" von VOLSTAD, die das Fass der bodenlosen
Traurigkeit bis zur Endlosigkeit ausschöpfen. Genial.
Die zweite
Scheibe startet mit der TANZWUeTigen Variante vom "Lovesong". Nicht etwa
doof, sondern eine schöne Extraschleife ist das Mehrfachvertretensein von
Titeln. Das bietet die Chance, unterschiedliche Interpretationen zu hören,
unterschiedliche Stile und Instrumentenwahl. So ist der "Lovesong" der
zweiten CD um Längen schöner als die Version der ersten CD. Wie UNTO
ASHES darauf folgend den "Drowning man" zelebrieren, da schnalzt man nur
mit der Zunge. Violinen und andere Streicher verpassen dem Song ein klassisches
Gewand und toppen beinah das Original. NEON DREAM verhunzen "The
Caterpillar", aber dann folgen die perfekten Titel in einer wahren
Schwemme: CURIOS "Siamese Twins", IKON "A strange Day" (ein
unglaubliches Stück Musik!!! und mein Favorit für die eigne
Beerdigung) oder PSYCHE mit "Faith". Wahrscheinlich ist die Auswahl des
Vorbilds schon ein Wink auf das mögliche Gelingen des Covers.
Zum
Ende hin wird es dann zunehmend elektronischer, nicht wirklich schlechter, aber
elektronischer. Ich vertrete ja immer noch die alte These, dass Bits und Bytes
nie so gefühlvoll aneinandergereiht werden können, wie es Gitarre,
Bass und Schlagzeug in echt hinbekommen - und gerade das wäre aber bei den
emotional schwergewichtigen Cure-Titeln von Vorteil. Die sehr gelungene
Adaption von "Killing an Arab" durch ICON OF COIL überzeugt mich in
meiner Meinung da nicht grundsätzlich vom Gegenteil.
Insgesamt
wird dieser Sampler THE CURE sehr gerecht. Hier wird einer Band wirklich Tribut
gezollt, die soviel Einfluss auf Musikgeschichte und -entwicklung hat, wie
sonst wahrscheinlich nur Condoleezza Rice auf George W. Bush. Nach MTV-Icon ist
dieses Album eine weitere Goldmedaille für Roberts Trophäenschrank.
Daniel "Bela" Bartsch
für GOTHICWORLD
Tracks: CD 1:
01. Lizard Smile - Burn + 02. ShamRain - Charlotte Sometimes +++
03. Silvery - Other Voices + 04. Sanguis et Cinis - Friday I'm In Love
+ 05. Floodland - A Forest ++ 06. [f.e.v.e.r.] - Disintegration ++
07. Bloodflowerz - Inbetween Days ++ 08. EverEve - Cold +++ 09. The
Unpleasant - Plastic Passion ++ 10. The Fair Sex - The Walk + 11. One
Last Fix (ex-Meridian) - Lovesong + 12. Cine Muerte - Close To Me +++
13. Stereoskop - Primary ++ 14. Prayers For Rain - Just Like Heaven +
15. Second Skin - Pictures Of You +++ (und noch ein Zusatzplus!!!) 16.
Volstad feat. Fernando Ribeiro (Moonspell) - Apart +++ 17. Marina Sirtis -
Wailing Wall +++
CD 2: 01. Tanzwut - Lovesong ++ 02.
Violet - Kyoto Song ++ 03. Unto Ashes - The Drowning Man +++ 04. The
Escape - Seventeen Seconds +++ 05. Neon Dream - The Caterpillar - 06.
Illuminate - A Night Like This + 07. Curious - Siamese Twins +++ 08.
Ikon - A Strange Day +++ (und noch ein Zusatzplus) 09. Lethargy - Pictures
Of You + 10. Psyche - Faith +++ 11. Celluloide - Three Imaginary Boys -
12. Final Selection - One Hundred Years +++ 13. FGFC820 feat. Rexx
Arkana (Bruderschaft) - The Hanging Garden + 14. Sjukdom - Kyoto Song -
15. Terminal Choice - Boys Don't Cry ++ 16. Icon Of Coil - Killing An
Arab ++ 17. Midnight Configuration - The Hanging Garden -
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