CD-REVIEWS:

Turning Cities To Salt    KOOPER KAIN "Turning Cities To Salt"
CD (SINister Records)

Das Erstlingswerk der Band aus dem kanadischen Vancouver zieht einen um Jahrzehnte zurück. Was KOOPER KAIN mit "Turning Cities To Salt" abliefern erinnert mehr als deutlich an Bands wie die Simple Minds oder gar U2. Um diesen Eindruck zu verifizieren gucke ich mir also verschiedene Reviews zu dem Album an, und richtig: In 100% der Fälle wird der Vergleich mit den Simple Minds gezogen und immer noch die Hälfte verweist auf U2.

An der Stelle könnte man sagen, dass das 80er-Revival eben auch vor Kopien dieser Art nicht halt macht und die CD beiseite legen. Aber, die fünf Mannen um die Jim-Kerr-Gedächtnisstimme und namensgebenden Gründer Kooper Kain verfeinern den New Wave-Stil der 80er mit deutlichen Goth-Elementen und einer angenehmen Prise neuzeitlichen Elektroklängen. Und das macht das Werk richtig gut.

Von Beginn ("Icy Star") an offenbart sich eine eigentümliche Tiefe der Musik. Sie wirkt bei weitem kompakter, ausgereifter und professioneller als es ein Debütalbum erwarten ließe. Ist "Icy Star" ein beinah reiner Düstersong, bestechen die folgenden Titel durch eine geschickt portionierte Dosis Dunkelheit - so erschließen sich die Klänge sicherlich einer breiteren Masse und sind doch immer noch ein Leckerbissen für die Schwarzkittel. Bei "Breach" kann sich Bono von U2 mal auf seinen Hosenboden setzen und Bauklötze staunen. Der Mick Jagger der Generation Golf könnte noch was lernen.

Die etwas schnellere Nummer "Moonlight kiss" will ich auf jeden Fall noch hervorheben: Drummer Danny J. ist ein wahrer Könner, solch treibendes Schlagzeug hört man selten, ein Song in dem der Rest brav dem Trommler folgt und ihm eine herrliche Intensität verleiht. Ganz anders wieder "Flicker, flicker & out", hier dominieren die Elektroklänge. Einzig statischer Moment bei KOOPER KAIN scheint wahrlich die Stimme zu sein. Musikalisch ist die Bandbreite weiter als die Schachtel, in die man sie tut, vermuten lässt.

Meine Lieblingsnummer "Eyes on the Ocean" ist ein hymnischer Titel im Stil von "Alive & Kicking" inklusive des schönen Mitsing-Parts "La, lalalala…". Und wirklich konstant hält sich der kleine Faden Gothrock und verleiht dem Werk eine durchgängig eigenständige Note trotz der teilweise extremen Nähe zu den Vorbildern. Zum offiziellen Abschluss "Orchid" lassen es die Jungs auch mal ordentlich krachen, verzerren die Gitarren, und der Drummer legt sich noch mal ordentlich in die Felle. Es folgen noch zwei Bonustracks, von denen "Goodnight Lustmord" aus einem siebeneinhalb minütigem Keyboardrauschen besteht.

Mich haben KOOPER KAIN jedenfalls überzeugt. Mein Anspieltipp ist "Breach" - der Titel findet sich als mp3-File auf ihrer Homepage.


Daniel "Bela" Bartsch für GOTHICWORLD


Tracklist:
01. Icy Stars
02. Sentence Now
03. Breach
04. Moonlight Kiss
05. Crowded
06. All That's Needed
07. 80 Years of Dirt
08. Flicker, Flicker & Out
09. Eyes on the Ocean
10. Tonal
11. Alien
12. Too Far Gone
13. Red Satin Rivers
14. Apocalypse & Pawn
15. The Ne'er Do Well
16. Orchid (by Nim Vind)
17. Goodnight Lustmord
18. The Cowboy Vampire

www.kooperkain.com