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L'ÂME IMMORTELLE / CHAMBER
12.10.04 Dortmund, Soundgarden

L'Âme ImmortelleAch was liest man nicht alles im Internet über Kommerz und Co, oft mit der Begründung Sonja und und Thomas seien in den Deutschen Charts.
Ja und?
Sei es ihnen doch gegönnt.
Viel Jammerei um Kommerz, doch die Konzerte sind immer noch randvoll. So auch in Dortmund im Soundgarden.

Zitternd vor Kälte wartete man auf den Einlass, Fackeln vor dem Eingang zeigten den Weg. Das Publikum sehr gemischt, von sehr jung bis alt, von schwarz bis bunt alles dabei. Dank der Einladung hatten wir keine Karten und hörten dann nur es sollte neben Chamber einen "Special Guest" geben. Vermutungen wurden laut es könnte Oomph sein, allgemeines Gemurmel im Saal.


ChamberDoch was kam dann? Dunkel wurde es und …naja…ich weiß bis heute nicht wie die Band hieß. 3 junge Männer stürzten auf die Bühne, eine Mischung zwischen Punk und Marilyn Manson- hm wie nennt man diese Richtung, gibt es diese überhaupt? Bunte Klamotten und Glitter inne Haare. Der Sänger oben herum nackt, was er wohl tragen konnte, die Narben und das - vielleicht- frische Blut taten ihr übriges dazu bei. Ansonsten schien er auch voll innerer Schmerzen zu sein. Die "Lieder" waren nicht zu identifizieren, das ganze sehr lustig anzusehen. Stand man allerdings wie wir mit Kamera in der ersten Reihe, musste man doch Angst um sein Hab und Gut haben, da er sich nen Spaß draus machte, erstmal den Mikrofonständer ewig in der Gegend herum zu schmeißen und dann es wohl lustig fand mit Wasser rumzuspritzen- immer schön in die Akustikgitarren von Chamber. ChamberEin Gitarrist sah eher bekifft aus und jodelte was ins Mikrofon, der andere spielte voller Herzensblut. Sehr witzig anzusehen. Kam allgemein nicht wirklich so gut an und nach 3 Liedern verließen sie die Bühne. Man konnte sich also wieder nach vorne wagen und zusehen wie Chamber leicht angesäuert erstmal ihre Gitarren trockneten. Man hörte sowas wie "die Band nicht nochmal".

Nach der Umbauzeit gings dann eher stilvoll weiter mit Chamber, die den Soundgarden durchaus zum Kochen brachten. Sie begeistern einfach überall und auch wenn's musikalisch nicht so wirklich mein Fall ist kann man die musikalische Leistung nicht absprechen. Diese Vielfalt an Instrumenten und Kombination derer ist schon der Wahnsinn. Zehn starke Songs, die mitrissen wie "Solitude", "Sleep, sleep, sleep" und "Hometown" ließen alle nach Zugabe schreien die es auch mit "Uninvited" gab. Man merkt den Spaß an der Sache sehr deutlich und jeder wird mitgerissen ob er will oder nicht.

L'Âme ImmortelleNun war's endlich soweit, alles wartete auf Sonja und Thomas. Leider hatte ich ja schon bei den ersten Bands nen unfreundlichen Anpfiff vom Ordner erhalten "ey hier wird nicht geblitzt" sodass ich mich schon darauf einstellte eh keine besonders guten Bilder machen zu können. Ich hatte L'âme Immortelle zum ersten Mal im Dezember 2003 in der Matrix Bochum gesehen wo mich Show wie auch Gesang nicht so umhauten. Doch dieses Mal hörte sich Sonjas wie auch Thomas Stimme weitaus klarer an und die Choreographie sah wesentlich ausgereifter aus. Ältere Songs wie "Tiefster Winter" wie auch die Songs vom neuen Album Gezeiten heizten ordentlich ein. Man spürte geradezu wie Sonja litt bei "5 Jahre", die Stimmung kam sehr gut herüber. Nur Action auf der Bühne und Sonja verwandelte sich des öfteren durch neue Kleider. Die Stimmung oft sehr melancholisch, man schwelgte in eigenen Gedanken und versank in den Tiefen der Musik. "Masquerade" super dargestellt, Thomas tänzelte um Sonja herum, die ihre Mimik dabei des häufigeren wechselte. Klasse gemacht.

L'Âme ImmortelleDas Konzert endete mit den beiden Zugaben "Fear" und "Live will never be the same again" und mit tosendem Beifall. Ich persönlich konnte hier keinen Kommerz sehen sondern einfach eine super Performance, die auch die Leute in den hinteren Reihen mitriss. Warum sieht man das Einsteigen von den beiden in die Deutschen Charts nicht einfach mal als Bereicherung zwischen dem ganzen Teeniepop und Rumgehoppse? Ich bin Gezeiten gegenüber selber erst kritisch gegenüber getreten und muss sagen das ich mittlerweile recht begeistert davon bin, man muss sich mal länger damit auseinandersetzen und es einfach öfter hören. Seit dem 08. November gibt es auch diverse ältere Alben wieder im Laden zu kaufen mit teilweise neu gestaltetem Artwork und Bonustracks sodass auch neuere Fans die Gelegenheit haben sich mit L'âme immortelle auseinanderzusetzen. Viel Spaß dabei.


Linda Holzer für GOTHICWORLD

Fotos: Linda, Ivo

www.lai-music.com
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