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Ach was liest man nicht alles
im Internet über Kommerz und Co, oft mit der Begründung Sonja und und
Thomas seien in den Deutschen Charts. Ja und? Sei es ihnen doch
gegönnt. Viel Jammerei um Kommerz, doch die Konzerte sind immer noch
randvoll. So auch in Dortmund im Soundgarden.
Zitternd vor Kälte
wartete man auf den Einlass, Fackeln vor dem Eingang zeigten den Weg. Das
Publikum sehr gemischt, von sehr jung bis alt, von schwarz bis bunt alles
dabei. Dank der Einladung hatten wir keine Karten und hörten dann nur es
sollte neben Chamber einen "Special Guest" geben. Vermutungen wurden laut es
könnte Oomph sein, allgemeines Gemurmel im Saal.
Doch was kam dann? Dunkel wurde es und
naja
ich
weiß bis heute nicht wie die Band hieß. 3 junge Männer
stürzten auf die Bühne, eine Mischung zwischen Punk und Marilyn
Manson- hm wie nennt man diese Richtung, gibt es diese überhaupt? Bunte
Klamotten und Glitter inne Haare. Der Sänger oben herum nackt, was er wohl
tragen konnte, die Narben und das - vielleicht- frische Blut taten ihr
übriges dazu bei. Ansonsten schien er auch voll innerer Schmerzen zu sein.
Die "Lieder" waren nicht zu identifizieren, das ganze sehr lustig anzusehen.
Stand man allerdings wie wir mit Kamera in der ersten Reihe, musste man doch
Angst um sein Hab und Gut haben, da er sich nen Spaß draus machte,
erstmal den Mikrofonständer ewig in der Gegend herum zu schmeißen
und dann es wohl lustig fand mit Wasser rumzuspritzen- immer schön in die
Akustikgitarren von Chamber.
Ein Gitarrist sah eher bekifft aus und jodelte was ins Mikrofon,
der andere spielte voller Herzensblut. Sehr witzig anzusehen. Kam allgemein
nicht wirklich so gut an und nach 3 Liedern verließen sie die Bühne.
Man konnte sich also wieder nach vorne wagen und zusehen wie Chamber leicht
angesäuert erstmal ihre Gitarren trockneten. Man hörte sowas wie "die
Band nicht nochmal".
Nach der Umbauzeit gings dann eher stilvoll weiter
mit Chamber, die den Soundgarden durchaus zum Kochen brachten. Sie begeistern
einfach überall und auch wenn's musikalisch nicht so wirklich mein Fall
ist kann man die musikalische Leistung nicht absprechen. Diese Vielfalt an
Instrumenten und Kombination derer ist schon der Wahnsinn. Zehn starke Songs,
die mitrissen wie "Solitude", "Sleep, sleep, sleep" und "Hometown" ließen
alle nach Zugabe schreien die es auch mit "Uninvited" gab. Man merkt den
Spaß an der Sache sehr deutlich und jeder wird mitgerissen ob er will
oder nicht.
Nun war's endlich soweit, alles wartete auf
Sonja und Thomas. Leider hatte ich ja schon bei den ersten Bands nen
unfreundlichen Anpfiff vom Ordner erhalten "ey hier wird nicht geblitzt" sodass
ich mich schon darauf einstellte eh keine besonders guten Bilder machen zu
können. Ich hatte L'âme Immortelle zum ersten Mal im Dezember 2003
in der Matrix Bochum gesehen wo mich Show wie auch Gesang nicht so umhauten.
Doch dieses Mal hörte sich Sonjas wie auch Thomas Stimme weitaus klarer an
und die Choreographie sah wesentlich ausgereifter aus. Ältere Songs wie
"Tiefster Winter" wie auch die Songs vom neuen Album Gezeiten heizten
ordentlich ein. Man spürte geradezu wie Sonja litt bei "5 Jahre", die
Stimmung kam sehr gut herüber. Nur Action auf der Bühne und Sonja
verwandelte sich des öfteren durch neue Kleider. Die Stimmung oft sehr
melancholisch, man schwelgte in eigenen Gedanken und versank in den Tiefen der
Musik. "Masquerade" super dargestellt, Thomas tänzelte um Sonja herum, die
ihre Mimik dabei des häufigeren wechselte. Klasse gemacht.
Das
Konzert endete mit den beiden Zugaben "Fear" und "Live will never be the same
again" und mit tosendem Beifall. Ich persönlich konnte hier keinen Kommerz
sehen sondern einfach eine super Performance, die auch die Leute in den
hinteren Reihen mitriss. Warum sieht man das Einsteigen von den beiden in die
Deutschen Charts nicht einfach mal als Bereicherung zwischen dem ganzen
Teeniepop und Rumgehoppse? Ich bin Gezeiten gegenüber selber erst kritisch
gegenüber getreten und muss sagen das ich mittlerweile recht begeistert
davon bin, man muss sich mal länger damit auseinandersetzen und es einfach
öfter hören. Seit dem 08. November gibt es auch diverse ältere
Alben wieder im Laden zu kaufen mit teilweise neu gestaltetem Artwork und
Bonustracks sodass auch neuere Fans die Gelegenheit haben sich mit L'âme
immortelle auseinanderzusetzen. Viel Spaß dabei.
Linda Holzer für
GOTHICWORLD
Fotos: Linda, Ivo
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