livereport:

THE GATHERING + PAATOS
29.11. Lahr, Universal D.O.G.

The Gathering - live"An semiacoustic Evening ..." war der Slogan der THE GATHERING Tour, doch selbst die in freudiger Erwartung befindliche Anneke van Giersbergen schnallte sich noch einmal eine Stratocaster vor den deutlichen Bug, bevor sie sich in den wohlverdienten Mutterschaftsurlaub verabschiedete. Also von wegen "semiacoustic" oder Lagerfeuer-Romantik, jedenfalls nicht im Universal D.O.G. ...

Den Anfang machte allerdings erst mal PAATOS aus Schweden, die mit dem Gothicmetal der "alten" THE GATHERING noch weniger gemeinsam haben wie die "neuen" THE GATHERING. Was PAATOS mit den heutigen Headliner gemeinsam hat, ist eine Frontfrau, allerdings von zierlicherer Statur und wesentlich zarterem Stimmchen. Die Kompositionen der Band erinnern ein wenig an Björk oder Kari Rueslatten. Alles recht nette stimmungsvolle Songs die auf dem aktuellen Album "Kallocain" wirklich besser rüberkommen als live, zumal der zwar excellente, aber viel zu laute Drummer, die fast zerbrechliche Vocals auf weiten Strecken übertönte. Ein paar Jazzrock-Freaks im noch spärlichen Publikum kamen bestimmt auf ihre Kosten, doch so rechte Stimmung wollte keine aufkommen. Vielleicht weil dies der Auftaktgig der Tour war, vielleicht weil eben niemand die Songs richtig kannte, vielleicht weil einfach alle nur auf THE GATHERING warteten.

The GatheringUnd eben jene Holländer zeigten sich nach kurzer Umbaupause vor leider nicht wirklich zahlenmäßig glänzendem Publikum spielfreudig wie eh und je. Besonders Anneke van Giersbergen wurde nicht zu letzt auf Grund der "anderen Umstände" fenetisch empfangen und vom ersten Takt war alles gefangen vom typischen Flair eines THE GATHERING-Konzertes.

So gab es im Verlauf der folgenden zwei Stunden volle Breitseite "Best of THE GATHERING", wobei neben den neueren Werken ab "How to measure...", "If_then_else" und "Souveniers" auch für alt-eingefleischte G-Punkt-Fans genug zum Abfeieren dargeboten wurde. Nach wie vor sind die wahren Klassiker "On Most Surfaces", "Sand And Mercury", "Strange Machines" und "Nighttime Birds" umwegdenkbare Highlights der Shows der sympatischen Holländer. Doch auch die neueren Songs wissen absolut zu überzeugen.

The GatheringAuch Bandneuzugang Marjolein Kooijman am Bass konnte von Anfang an nicht nur optisch, sondern auch druckvoll am Griffbrett überzeugen, die präziesen Percussions von Hans Rutten, der magische Gitarrenzauber von Bruder Rene und die spährischen Synthieteppiche von Frank Boeijen nahmen das Publikum spürbar in ihren Bann. Und oben drauf Annekes Goldkehle, jedesmal ein Erlebnis!

Wie gesagt, von wegen "semiakoustic", hier ging mal wieder voll die Post ab und Anneke, mittlerweile mindestens im fünften, sechsten Monat, bot eine Show der Gefühle, für alle Dagewesenen sicher unvergesslich! Die Zugaben wollten nicht enden ...

The GatheringSchade nur, daß nicht mehr Besucher sich zu diesem Supergig in dieser schönen Location eingefunden haben, da haben alle Nichtanwesenden sicher eins verpasst: zwar nicht wirklich Neues, aber zumindest eine der szeneübergreifensden, wie ergreifensden Livebands dieses Universums! Dafür stehe ich mit meinem Namen. Und das nicht nur, weil hier ich hier die ergreifensde Schwangerschaftsgymnastik, die je auf deutschen Bühnen dargeboten wurde miterleben dürfte, als Vater dreier Elfen weiß ich, wovon ich spreche ;-)

Nun drücken wir Anneke die Daumen für eine glatte Geburt und freuen uns schon auf die Rückkehr der Band mit neuem Material und weiteren Events in dieser Wohlfühl-Athmosphäre, organisiert von www.dark-dance.de.


The Gathering






Sir Ritchie für GOTHICWORLD
Photos: Universal D.O.G. / Sir Ritchie

www.paatos.com
www.gathering.nl