CD-REVIEWS:

Innerscars    LIFEND "Innerscars"
CD (Cruz Del Sur Music)

LifendIm Jahre 1999 unseres Herrn beschlossen im sonnigen Italien zwei Bands zu fusionieren. HATERNAL und MOURNINGSTAR schlossen sich zusammen und so entstand LIFEND. Am Anfang spielten sie noch Cover von MOONSPELL, DIMMU BORGIR und ANATHEMA, bis sie dazu übergingen eigene Songs zu kreieren. Nach einer Demo und einer Mini CD war es dann an der Zeit das erste komplette Album herauszubringen, das nun den Namen "Innerscars" trägt.

Am Anfang dachte ich noch, ich hätte es mit einem Abklatsch von LACUNA COIL zu tun, doch weit gefehlt. Das einzige was diese beiden Bands gemeinsam haben, ist dass sie aus Italien kommen und der Gesang von Alberto und Sara, der tatsächlich öfter mal an LACUNA erinnert. Dennoch gehen beide Bands stilistisch komplett verschiedene Wege. Ich muss zugeben, ich habe mehrere Durchläufe gebraucht um die CD wirklich in Ruhe durchzuhören. Man könnte fast sagen, die Musik von LIFEND ist sehr anstrengend und nicht leicht zu verdauen. Sehr progressiv und elektronisch, dazu bewegt sich der Stil irgendwo zwischen Gothic, Death und Black Metal, was auf den ersten Blick nicht wirklich harmonisiert. (Auf den zweiten übrigens auch nicht!) Das zeigt sich auch sofort beim einleitenden "Innerscars". Der Song hat keine klare Linie, mal elektronisch, dann wieder sanft klimpernde Akustikgitarre, mal druckvolle, melodiöse Passagen, dann wieder düsteres Black Metal Geknüppel, dazu der engelhafte Gesang von Sara und die Kreischanfälle von Alberto, der zwischendurch auch mal recht clean daher singt. So geht es dann auch munter in den folgenden Songs weiter. Sehr nervenaufreibend finde ich diese ständigen Tempobreaks und zu den lateinamerikanisch anmutenden Gitarren kommt dann auch noch ein total schräges, jazziges Saxophon und Pianogeklimper.

Im Grunde genommen, ist dass ja alles sehr originell, aber leider verschwimmen die Instrumente sehr oft zu einem Soundbrei und vor allem das Schlagzeug passt oft nicht recht zum Rest des Liedes, was mit Sicherheit daran liegt, dass der Schlagzeuger gleichzeitig auch für die Keyboards zuständig ist. Man merkt einfach, dass die Songs in mehreren Etappen eingespielt wurden und so nicht alles richtig harmonisiert, was zusätzlich das Hörvergnügen trübt. So wirkt die Scheibe einfach sehr zusammengepuzzelt und der Mix aus verschiedenen Instrumenten und elektronischen Parts nicht wirklich stimmig. LIFEND sollten ihren Stil noch mal gründlich überarbeiten und ausfeilen, ich zumindest bekomme so jedenfalls Kopfschmerzen von der Musik. Man kann es mit Progressivität auch übertreiben.


Mariska Krüssel für GOTHICWORLD


Tracklist:
01. Innerscars
02. Absence
03. Blood-Red-Pain
04. Shattering: Assurance
05. In Darkness I Bleed
06. Open Wound
07. Memorie
08. Spiral Dance
09. Congedo


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