CD-REVIEWS:

Manufactum    SALTATIO MORTIS "Manufactum" (live)
CD (Napalm Records)

Saltatio MortisSALTATIO MORTIS´ Werk "Heptessenz" war eine der ersten CDs, die ich für die Gothicworld besprochen und hoch gelobt habe. Meine Freundin ist Mitglied im Fanclub der Band. Zugegeben, es klingt als stünde das Urteil zur Live-CD "Manufactum" bereits fest.

Während sich aber meine Freundin seit der Zeit kaum verändert hat, kann man das vom Mitteralter-Genre nicht behaupten. Was ehedem ein anspruchsvolles Sujet war, ist beinah verkommen zu einer wahren Flut an gleich bis ähnlich klingenden Combos, die durch die Lande tingeln und unter dem Mäntelchen musikalischer Historie den Rahm abschöpfen wollen. Nur wenigen Bands gelingt es jedoch, fortgesetzt Qualität zu liefern, eine Marke zu entwickeln und einen Anspruch hochzuhalten. SALTATIO MORTIS ist eine davon.

Die vorliegende Live-CD besticht durch hohe klangliche Qualität, eine enorme Stimmung und eine ausgefeilte Zusammenstellung der dargebotenen Songs. Vortreffliche Eigenschaften, sich aus dem Einerlei abzuheben. Was den begeisterten Fans von den Auftritten der Band bekannt ist, kann nun auch als Silberling die heimische Hütte beschallen.

Ein Großteil der Songs ist instrumental, richtet sich ganz auf Tanz und Tempo aus, weniger auf Texte. Die sieben Leute von SALTATIO MORTIS haben deshalb aus der Not eine Tugend gemacht und peppen ihr Programm mit scharfen Zwischentexten auf, ja man möchte sagen, ihre Wortbeiträge sind ebenso hochwertig, flott und gewitzt wie es ihre Musik ist. Deshalb stellt sich augenblicklich ein intensiver Kontakt zwischen Band und Fans her, das Unterhaltungspotential ist riesig. Der Funke springt bei ihren Konzerten vom ersten Ton an auf die begeisterten Massen über. Wer das einmal erlebt hat, ist von dieser Band und ihren originellen Spielleuten unweigerlich gefangen. Die Rollen auf den Brettern sind gut verteilt und von den anzüglichen Dialogen zwischen Lasterbalk dem Lästerlichen, auch Magister des Schweinskram genannt und Falk Irmenfried von Hasen-Mümmelstein lebt die Performance ein gutes Stück mit.

All das, was SALTATIO MORTIS also ausmacht, bekommt der Hörer auf der CD frei Haus. Hohes Tempo, witzige Dialoge zwischen Schalmeien und Trommeln, Lust und Spielfreude vom "Merseburger Zauberspruch" über "Cantiga Alhambra" bis zum "Palästinalied". Mein persönlicher Favorit aus ihrem Repertoire "Desous le pont de Nantes", die Hymne auf die Jugend und die Liebe, wird regelrecht zelebriert und ist ein Fest für die Ohren.

Einziger Nachteil: Beim Hören zu Hause fehlt völlig der Spaß in der Menge, dieses Gefühl von Gemeinschaft. Aber dafür ist bald Frühling und spätestens mit der Osterzeit geht die Saison los. Bei dem dann wieder hereinbrechenden Überangebot an Mittelaltermusik gilt: SALTATIO MORTIS ins Töpfchen, die andren ins Kröpfchen.


Daniel "Bela" Bartsch für GOTHICWORLD


Tracklist:
01. Merseburger Zauberspruch
02. Ansage: Rotkäppchen
03. Chaperon Rouge
04. Ansage: Siebenfache Essenz
05. Heptessenz
06. Ansage: Theophanu
07. Theopanus Tanz
08. Ansage: Letzte Jungfrau
09. Belicha/Bärentanz
10. Ansage: Alhambra
11. Cantiga Alhambra
12. Ansage: Tanz Der Könige
13. Danza Del Rey
14. Ansage: "Es Lebe Die Jugend"
15. Desous Le Ponte De Nantes
16. Ansage: "Wolf, Hase Und Fuchs"
17. Leporina Venatio
18. In Taberna
19. A Kenavo/Drunken Sailor/Cantiga
20. Abschied 1
21. Palästinalied
22. Abschied 2
23. Saltatio Mortis


www.saltatio-mortis.com