CD-REVIEWS:

Devils    THE 69 EYES "Devils"
CD (Virgin/ EMI Finnland)

The 69 Eyes Umzugsbedingt verpasste ich leider THE 69 EYES in der Zeche Bochum, aber ich konnte mir als kleinen Ersatz das aktuelle Album anhören, welches mir freundlicherweise Ivo vom GW-Team zur Verfügung stellte. In Finnland sicherte sich das Album direkt Platz 1 in den Charts und bekam Gold, in Deutschland ist es da schwerer. Auch wenn so langsam der Eindruck entsteht Gothic ist Mode, denkt man da nur an die angebliche Gothic-Zusammenstellung „nu Pagadi“, die aber sicherlich wie einige andere dieser Bands sich auch von selber erübrigen wird. Hier zu Lande hört man in den Charts dann eher „Within Temptation“ und „Nigthwish“, Mischungen aus lautstarken Frauenstimmen verbunden mit Gitarrenriffs.

Nichts desto trotz sollte man auch Band wie THE 69 EYES nicht aus den Augen verlieren und die Gefahr besteht wohl auch nicht. Oft verschrien als Him-Verschnitt präsentieren sie mit Devils ein sehr gemischtes Album mit durchaus eigenem Stil. Ihre vorherigen Alben ähnelten sich immer ein wenig und Devils hebt sich von den anderen ein wenig ab. Balladen geben sich die Hand mit rockigen Songs, oftmals untermalt mit Hintergrundgesängen und Violinen und Cello-Klängen. Frontmann Jyrki erinnert vom Aussehen her zurzeit etwas an Elvis und auch die Stimme kommt dem leicht nahe. Allerdings noch ne Etage tiefer, wunderbar düster und eindringlich. Was ich an THE 69 EYES besonders mag ist das man die Texte noch sehr gut heraushören kann und klar gesungen wird.

Der Opener „Devils“ kommt gewohnt rockig und geht über in „Feel Berlin“ der durchaus Ohrwurmfaktor hat. „Nothing on you“ ist mir etwas zu eintönig durch immer wieder ähnliche Gitarrenriffs. Viel schöner dagegen die träumerisch gehaltene Ballade „Sisters of Charity“, unterstützt durch heilige Chöre und Streichmusik im Hintergrund. Ab und an hört man da noch eine Kirchenglocke einen einsamen Ton machen. Irgendwie noch nie so in der Art von THE 69 EYES gehört und passt durchaus, besonders zu der dunklen Stimme von Jyrki. Mit „August Moon“ ist ebenfalls noch eine sehr schöne Ballade gelungen.

Wie sagt man so schön: „das rockt“ und das tut das Album in jedem Fall. Zum headbangen reicht der Sound noch nicht, aber die Mischung passt. Als Gothic würde ich die Musik jedoch auch nicht bezeichnen, aber nicht jede Band muss in eine Schublade gesteckt werden. Manch eine existiert einfach so.


Linda Holzer für GOTHICWORLD


Tracklist:
01. Devils
02. Feel Berlin
03. Nothing on you
04. Sister of Charity
05. Lost Boys
06. Jimmy
07. August Moon
08. Beneath The Blue
09. Christina Death
10. Devioso
11. Only You Can Save Me

www.69eyes.com