CD-REVIEWS:

Unholy Burial    VOODOO CHURCH "Unholy Burial"
CD (Strobelight Records / Indigo)

Voodoo ChurchEs ist schon erstaunlich wie man mit einer einzigen EP solch einen Kultstatus innerhalb einer bestimmten Szene erreichen kann, wie es VOODOO CHURCH geschafft haben. Es war das Jahr 1982, als Sängerin Tina Winter und ihre damaligen Begleiter ihre selbstbetitelte EP mit nur vier Songs veröffentlichten. Und noch heute schwören eingefleischte Death-Rock Fans auf diese Band.

Über 20 Jahre sollten vergehen bis sich Tina im Jahre 2002 entschließt VOODOO CHURCH wieder aufleben zu lassen und 2004 mit neuer Besetzung ihr Debütalbum "Unholy Burial" veröffentlicht. Und sie tat gut daran! Denn diese Scheibe klingt wie ein Meilenstein der Death-Goth-Geschichte. Nach dem kurzen Intro beginnt "Who's Fault" mit der obligatorisch schrammligen Death-Goth-Gitarre. Die Drums setzen ein und Tina fängt an zu singen. Klagend, beschwörend und ein bißchen rotzig hallt ihr Gesang durch die Dunkelheit. Der erste Höhepunkt kommt jedoch mit dem folgendem Song "New Death". Er versprüht eine so herrlich hoffnungslose Atmosphäre wie man sie von einigen Cure-Songs kennt. Man zögert keine Sekunde der Aufforderung Tinas nachzukommen: "Clouse your eyes one last time. Let your heart rest next to mine. Slowly, slowly one last breath wake up to a brand new death." Wow und an dieser Stelle denkt man, man weiß, wie der Rest des Albums weiter gehen wird. Aber weit gefehlt. "Ragged Soul" macht gleich deutlich, daß es auch anders - schneller, schräger und brutaler - geht. So wartet das Album noch mit einigen Überraschungen auf. Einfallsreiche Baßläufe, atmosphärisches Gitarrengeschrammel und immer wieder diese Stimme. Dabei klingen VOODOO CHURCH jedoch nie so abgefahren, daß ich hier von Musik für ein paar Freaks spreche. Nein, diese CD bleibt immer auch eingängig und wird wohl einige Jünger für diese Musikrichtung begeistern können.

Kurz vor Schluß wartet dann noch mal eine besondere Überraschung auf den Hörer, und zwar eine Cure-Coverversion. "The Figurehead" ist, wie ich finde, sehr passend und äußerst gelungen. Wenn man das Lied nicht kennen würde, könnte man es glatt weg als VOODOO CHURCH Eigenkreation identifizieren, da es sich perfekt in die Platte und den Sound der Band einpaßt. Also für mich die Platte des Monats!


Silvio Wolff für GOTHICWORLD


Tracklist:
01. Unholy
02. Who's Fault
03. New Death
04. Ragged Souls
05. Drums & Voodoo
06. Zombie A Go-Go
07. Corpse
08. Eternal Waltz
09. This Life This Death
10. May I
11. The Figurehead
12. Burial


www.voodoo-church.com